Gameforge-Gründer Kersting tritt ab

Wenn man nicht möchte, dass eine wichtigste Unternehmensnachricht viel Aufsehen erregt oder es gar den ganzen Tag Nachfragen hagelt, verschickt man die entsprechende Pressemitteilung einfach am späten Freitagnachmittag. So dachte man wohl auch […]

Wenn man nicht möchte, dass eine wichtigste Unternehmensnachricht viel Aufsehen erregt oder es gar den ganzen Tag Nachfragen hagelt, verschickt man die entsprechende Pressemitteilung einfach am späten Freitagnachmittag. So dachte man wohl auch bei der Browserspieleschmiede  Gameforge (www.gameforge.de). Lapidar verkündet das erfolgreiche Unternehmen kurz vor dem Wochenende folgende Meldung: “Veränderung im Vorstand bei Gameforge: Doppelspitze mit Rösner und Jennen – Kersting geht”. Ab sofort leiten Gründer Alexander Rösner und Christoph Jennen die Aktiengesellschaft. Vorstandschef und Mitgründer Klaas Kersting scheide im gegenseitigen Einvernehmen aus dem Unternehmen aus, um sich neuen Herausforderungen zu widmen.

Die äußerst knappe Mitteilung zum überraschenden Abgang liefert ansonsten keine Erkenntnisse zu den Hintergründen. Auch wenn die Karlsruher schon immer etwas zurückhaltend waren, klingt die Würdigung von Kerstings Arbeit in den vergangenen Jahren äußerst kühl: Er habe maßgeblich zum Aufbau des Unternehmens beigetragen und werde Gameforge weiterhin freundschaftlich und beratend zur Seite stehen. So bleibt ein bitterer Beigeschmack und die naheliegende Vermutung, dass es hinter den Kulissen ordentlich gescheppert hat. Gameforge erblickte 2003 das Licht der Online-Welt. Sieben Jahre später beschäftigt das Unternehmen rund 400 Mitarbeiter. Diese erwirtschaften jährlich einen Umsatz von über 100 Millionen Euro.

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Alexander Hüsing, Chefredakteur von deutsche-startups.de, arbeitet seit 1996 als Journalist. Während des New Economy-Booms volontierte er beim Branchendienst kressreport. Schon in dieser Zeit beschäftigte er sich mit jungen, aufstrebenden Internet-Start-ups. 2007 startete er deutsche-startups.de.