Fünfzehn Fragen an Thilo Burgey von Videovalis

Was bedeutet es Ihnen, Ihr eigener Chef zu sein? Ich bin ja schon seit längerer Zeit mein eigener Chef, nämlich seit der Gründung der Ad2Net AG. Darin sehe ich immer mehr Vor- als […]

Was bedeutet es Ihnen, Ihr eigener Chef zu sein?
Ich bin ja schon seit längerer Zeit mein eigener Chef, nämlich seit der Gründung der Ad2Net AG. Darin sehe ich immer mehr Vor- als Nachteile, da ich selbst entscheiden kann, wohin der Weg geht und vieles – wenn auch nicht alles – mit meinem Einsatz und meinen Entscheidungen verbunden ist.

Bei welcher Gelegenheit kam Ihnen die Idee zu Ihrem Start-up?
Ich habe meinen Geschäftspartner Manfred Hinrainer vor längerer Zeit getroffen und dabei haben wir über alles Mögliche gesprochen: über die alten CeBIT-Partys, neue Trends im Online-Markt und auch über das Thema Bewegtbildinhalte im Netz. So kam uns die Idee zu Videovalis.

Woher stammte das Kapital für Ihr Unternehmen?
Ich habe mit meiner VC-Gesellschaft Burgey Business Group GmbH einen Teil investiert, ein weiterer Teil kam von Manfred Hinrainer. Unsummen an Startkapital waren für Videovalis nicht wirklich nötig, da wir dank unseres guten Netzwerkes eine tolle Ausgangsposition für den Markteintritt und den Ausbau des Unternehmens haben.

Was waren bei der Gründung Ihres Start-ups die größten Stolpersteine?
Um ehrlich zu sein gab es bisher keine. Der Markt um Video-Content und Bewegtbildinhalte im Netz ist noch relativ jung, daher finden unsere Ansprechpartner das Thema immer spannend und sind sehr aufgeschlossen für Gespräche.

Was würden Sie rückblickend in der Gründungsphase anders machen?
Bei dem aktuellen Start-up Videovalis nichts, allerdings habe ich nach über 14 Jahren Erfahrung im Online-Markt und diverser Gründungen von Gesellschaften viele Anfängerfehler gemacht und daraus meine Lehren gezogen. Ich denke, aus Fehlern zu lernen gehört als Unternehmer aber dazu.

Jedes Start-up muss bekannt werden. Welche Marketingspielart ist für Sie besonders wichtig?
Wir arbeiten im B2B-Sektor, sowohl Manfred als auch ich haben hier ein großes Kontaktnetzwerk. Das ist meiner Meinung wichtiger ist als die tollsten Broschüren und besten Messepartys. Unsere Geschäftspartner kennen uns seit Jahren und wissen, dass die Zusammenarbeit mit uns als sehr angenehm empfunden wird. Außerdem: Solange die Qualität und der Preis stimmen, ergibt sich der Rest von alleine; Und es gibt sicherlich Schlechteres als eine gute Messeparty!

Welche Person hat Sie bei der Gründung besonders unterstützt?
Unser Rechtsanwalt – bei Videovalis brauchen wir sehr viele unterschiedliche Verträge zur Content-Syndication. Das bedeutet sehr viel Arbeit in der Erstellung der Verträge. Außerdem gilt unser Dank auch den ständigen Bemühungen unseres Technikchefs Matthias Haase – Er hat es sicherlich nicht immer einfach mit uns!

Welchen Tipp geben Sie anderen Gründern mit auf den Weg?
Nie den Blick für das Wesentliche verlieren. Je größer und erfolgreicher das Unternehmen ist, desto öfter kommen so genannte Berater und Spezialisten, die meinen, sie kennen sich bestens in genau diesem Marktsegment aus. Wer es geschafft hat, ein Unternehmen aufzubauen und zu etablieren, wird auch anschließend mit dem Unternehmen, dem Markt und den Mitarbeitern zu Recht kommen. Allerdings sehen viele Gründer nach gutem Start und erfolgreichen VC-Runden nur die Dollarscheine, das verdirbt oft den Charakter und dadurch werden Ziele verfehlt.

Sie treffen den Bundeswirtschaftsminister – was würden Sie sich für den Gründungsstandort Deutschland von ihm wünschen?
Dass Dinge, die versprochen werden, auch eingehalten werden.

Was würden Sie beruflich machen, wenn Sie kein Start-up gegründet hätten?
Hm, gute Frage. Mein bisheriger Weg hat mich hierher gebracht, wo ich jetzt bin. Vor knapp 14 Jahren haben wir im Wohnzimmer angefangen, die spätere Ad2Net AG aufzubauen. Dazu kamen nach und nach unsere Beteiligungen wie Besonic, The AdInsider oder eben auch unser neues Start-up Videovalis.

Bei welchem deutschen Start-up würden Sie gerne mal Mäuschen spielen?
Aktuell sind wir mit unserem Start-up Videovalis so beschäftigt, das ich gar keine Zeit dafür habe.

Sie dürften eine Zeitreise unternehmen: In welche Epoche reisen Sie?
In das Jahr 2222. Ich finde es immer viel spannender, was die Zukunft bringt. Vor allem die technische Entwicklung auch mit Hinblick auf erneuerbare Energien fände ich spannend.

Sie haben eine Million Euro zur persönlichen Verfügung: Was machen Sie mit dem ganzen Geld?
Es würde sich nichts Wesentliches in meinem Leben ändern. Gesundheit und Lebensfreude kann man sich für kein Geld der Welt kaufen.

Wie verbringen Sie einen schönen Sonntag?
Mit meiner Familie. Meine Töchter sorgen dafür, dass es nie langweilig wird. Ob es ein Ausflug ist oder der Einkaufsladen zu Hause, ich kann abschalten vom Daily-Business und so sehr gut entspannen.

Mit wem würden Sie sich gerne einmal auf einen Kaffee oder ein Bier verabreden?
Richard Branson, Steve Jobs, Larry Page und ich an einem Tisch.

Zur Person
Thilo Burgey ist Geschäftsführer der VC-Gesellschaft Burgey Business Group GmbH. Zu den Beteiligungen gehören beispielsweise Besonic , The AdInsider, Burgey Networks und Videovalis (www.videovalis.de). Burgey ist seit 1996 im Online-Markt tätig und gründete unter anderem die ehemalige Ad2Net AG.

Seit Mai 2009 schreibt Yvonne für deutsche-startups.de Gründerportraits, Start-up-Geschichten und mehr – ihre besondere Begeisterung gilt Geschäftsideen mit gesellschaftlich-sozialer Relevanz. Sie tummelt sich auch im Ausland – immer auf der Suche nach spannenden Gründerpersönlichkeiten und Geschäftsideen.

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