milkRun macht mobil

Als die “Mitfahrzentrale” im Jahr 1998 ihre Pforten öffnete, war dies eine kleine Revolution in Punkto Mobilität. Das junge Start-up milkRun (www.milkrun.info) weitet das Prinzip nun auf LKW-Transporte aus. Dabei geht es nicht […]

Als die “Mitfahrzentrale” im Jahr 1998 ihre Pforten öffnete, war dies eine kleine Revolution in Punkto Mobilität. Das junge Start-up milkRun (www.milkrun.info) weitet das Prinzip nun auf LKW-Transporte aus. Dabei geht es nicht um private Mitfahrgelegenheiten, sondern um einen Mehrwert für Verlader und Speditionen. Die “Partner-Vermittlung” übernimmt milkRun. Soeben hat die Plattform ihre fünfmonatige Beta-Phase beendet. Das Konzept erinnert an das raumobil (www.raumobil.de). Um die Vermittlungszentrale von freien Transport- und Raum-Kapazitäten war es zuletzt allerdings sehr ruhig.

Das Start-up milkRun ist ein eindrucksvolles Produkt der Wirtschaftskrise: Die Idee entstand bei Workshops mit Zulieferbetrieben der Automobilindustrie, die ihre LKW-Transporte aufgrund des Absatzeinbruchs nicht mehr auslasten konnten. Die Lösung bestand darin, aus zahlreichen nicht ausgelasteten Touren wenige ausgelastete Touren zu machen. Über die Plattform führt das Unternehmen regelmäßige Transporte verschiedener Unternehmen zusammen. Bei der gemeinsamen Milk Run-Tour – der Name bezeichnet ursprünglich die Tour eines Milchmannes, der mit seiner Milch verschiedene Stationen anfährt und leere Flaschen einsammelt – sparen alle Beteiligten Kosten, sind flexibler und verringern den CO2-Ausstoß.

“Andere Börsen vermitteln Einmalladungen”

Zwar sind Transportbörsen in der Branche keine Neuheit. Dennoch ist Mitgründer Markus Wirz davon überzeugt, mit milkRun einen weiteren Mehrwert zu schaffen: “Andere Börsen vermitteln Einmalladungen: Bei der nächsten Tour muss man wieder nach einem neuen Partner suchen. Wir vermitteln gezielt regelmäßige Touren, was den Transportpreis noch günstiger macht als bei Einmalladungen. Die Lieferungsfrequenz kann erhöht werden, dadurch können Verlader ihren Lagerbestand verringern und haben weniger Kapitalbindung.” Das Inserieren ist für alle Beteiligten kostenlos. Bei einer erfolgreichen Vermittlung erhebt milkRun eine einmalige Vermittlungsgebühr von 5 % vom Kostenvorteil pro Jahr. Kunden können das Einsparpotential selbst mit einem Tool berechnen, das sich auf der Homepage befindet. Für ihr Projekt haben die Gründer Markus Wirz und Brigitte Burger-Schröder vom Bund und der EU Fördergelder erhalten.

Seit Mai 2009 schreibt Yvonne für deutsche-startups.de Gründerportraits, Start-up-Geschichten und mehr – ihre besondere Begeisterung gilt Geschäftsideen mit gesellschaftlich-sozialer Relevanz. Sie tummelt sich auch im Ausland – immer auf der Suche nach spannenden Gründerpersönlichkeiten und Geschäftsideen.



  1. Tom

    Sehr durchdacht die Geschichte, vor allem, wenn man bedenkt, dass tausende Hermes, DPS und weitere Services in Deutschland über die Autbahnen donnern und damit die Umwelt schädigen, wenn Sie auch noch ein zwei Ladungen mehr mitnehmen würden, wäre das Verkehrsaufkommen viel geringer. Viel Erfolg.

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  3. Rene

    Wie schon vom Gründer selbst genannt, ist das Prinzip nicht neu. Mal sehen, was die Seite für einen zusätzlichen Nutzen bietet.

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