Fünfzehn Fragen an Bobby Thekkekara von Discounto

Was bedeutet es Ihnen, Ihr eigener Chef zu sein? Flexibilität und ein hohes Maß an Verantwortung Bei welcher Gelegenheit kam Ihnen die Idee zu Ihrem Start-up? Ich brauchte neue Scheibenwischer für mein Auto. […]

Was bedeutet es Ihnen, Ihr eigener Chef zu sein?
Flexibilität und ein hohes Maß an Verantwortung

Bei welcher Gelegenheit kam Ihnen die Idee zu Ihrem Start-up?
Ich brauchte neue Scheibenwischer für mein Auto. Ich wusste zwar, dass es für Scheibenwischer oft günstige Angebote gibt, hatte aber natürlich gerade nicht viele Prospekte parat. Also suchte ich im Internet nach aktuellen Angeboten von Einzelhändlern in meiner Umgebung. Tatsächlich konnte ich trotz intensiver Recherche kein einziges Angebot finden, das war ziemlich frustrierend. Ich habe dann schnell beschlossen eine Angebotsübersicht wie Discounto professionell umzusetzen.

Woher stammte das Kapital für Ihr Unternehmen?
Wir hatten am Anfang gar kein Kapital und haben versucht, uns aus eigenen Mitteln zu finanzieren. Erst nachdem die ersten Einnahmen generiert wurden, haben wir beschlossen ein Büro zu mieten und weitere Mitarbeiter einzustellen. Vor kurzem konnten wir zwei erfahrene Businessangel – Jörn Lubkoll und Michael Kottysch – als Partner gewinnen. Der Zeitpunkt war gut, unsere nächsten Schritte richten sich auf die Weiterentwicklung der Plattform und das erfordert viel Expertise und Kapital.

Was waren bei der Gründung Ihres Start-ups die größten Stolpersteine?
Einer der größten Stolpersteine ist die Zeit. Als junger dynamischer Gründer ist man es gewohnt, Vorhaben und Projekte sehr schnell anzugehen und realisieren zu können. Beim ersten Kontakt mit den Behörden hat uns schnell die Realität eingeholt. Seit dem verankern wir behördliche Erfolge in unsere Milestones.

Was würden Sie rückblickend in der Gründungsphase anders machen?
Mehr Menschen von der Idee erzählen und mehr Risiko eingehen. Am Anfang haben wir im Stealth Mode gearbeitet, da die Gefahr groß war kopiert zu werden.

Jedes Start-up muss bekannt werden. Welche Marketingspielart ist für Sie besonders wichtig?
Die beste Marketingspielart für ein junges Unternehmen ist es, sich durch Reputation und das Produkt selbst zu definieren.

Welche Person hat Sie bei der Gründung besonders unterstützt?
In den unterschiedlichen Phasen der Gründung gab es mehrere Beteiligte. Am Anfang waren es meine Familie, der Freundeskreis und natürlich mein Partner Jan Dreger. Inzwischen erweisen sich auch unsere Businessangel als große Unterstützung.

Welchen Tipp geben Sie anderen Gründern mit auf den Weg?
Eine Idee in ein greifbares Produkt zu verwandeln. Einfach machen!

Sie treffen den Bundeswirtschaftsminister – was würden Sie sich für den Gründungsstandort Deutschland von ihm wünschen?
Weniger Bürokratie in öffentlichen Einrichtungen, schnellere Kommunikation mit den Ämtern und vor allem kürzere Formulare.

Was würden Sie beruflich machen, wenn Sie kein Start-up gegründet hätten?
Dann wäre ich klassischer Unternehmer und würde mich dem ganz normalen Handel widmen.

Bei welchem deutschen Start-up würden Sie gerne mal Mäuschen spielen?
Lieber bin ich das Stück Käse – ansonsten würde ich betterplace.org bevorzugen.

Sie dürften eine Zeitreise unternehmen: In welche Epoche reisen Sie?
Mir gefällt diese hier ganz gut. In einer anderen Epoche würde ich ja keine Familie oder Freunde haben.

Sie haben eine Million Euro zur persönlichen Verfügung: Was machen Sie mit dem ganzen Geld?
Das kann ich nicht sagen. Ich würde mir erst Gedanken machen, wenn ich die Million hätte. Aber wenn ich mich direkt entscheiden müsste, würde ich es erst mal auf die Bank bringen und konservativ anlegen.

Wie verbringen Sie einen schönen Sonntag?
Ich gehe brunchen, mache lange Spaziergänge, koche und lese ein Buch.

Mit wem würden Sie sich gerne einmal auf einen Kaffee oder ein Bier verabreden?
Mit Eric Schmidt.

Zur Person
Im März 2009 rief Bobby Thekkekara gemeinsam mit Jan Dreger die Angebotssuchmaschine Discounto (www.discounto.de) ins Leben. Die Idee zu ihrer Konsumenten-Plattform entwickelten die beiden Gründer zunächst unabhängig voneinander – erst später lernten sie sich kennen. Aus den Einzelkämpfern wurden Mannschaftsspieler. Gemeinsam entwickelten sie ihre Idee zu Discounto weiter. Zunächst arbeiteten sie weiter komplett getrennt voneinander – erst lange nach der ersten Kontaktaufnahme trafen sich die Gründer auch in der realen Welt.

Alexander Hüsing, Chefredakteur von deutsche-startups.de, arbeitet seit 1996 als Journalist. Während des New Economy-Booms volontierte er beim Branchendienst kressreport. Schon in dieser Zeit beschäftigte er sich mit jungen, aufstrebenden Internet-Start-ups. 2007 startete er deutsche-startups.de.