Playotope baut Wunschspiele

Der Spieleboom im Internet geht unvermindert weiter. Unter dem Namen Playotope (www.playotope.de) drängt erfrischenderweise aber eine neue Variante auf den Markt. Bei Playotope können Nutzer eigene Browserspiele gestalten, spielen und mit anderen teilen […]
Playotope baut Wunschspiele

Der Spieleboom im Internet geht unvermindert weiter. Unter dem Namen Playotope (www.playotope.de) drängt erfrischenderweise aber eine neue Variante auf den Markt. Bei Playotope können Nutzer eigene Browserspiele gestalten, spielen und mit anderen teilen – und zwar komplett kostenlos. Zur Gestaltung des eigenen Spiels stehen unter anderem Hindernisse, Deko-Elemente und Monster zur Verfügung. Das erste Playotope-Spiel ist die Piratenwelt “Treasure Joe” mit über 100 Elementen, aus denen die User eigene Jump’n’Run-Games entstehen lassen können. Passend zur Bundestagswahl gibt es außerdem ein Spiel mit Angela Merkel, Frank-Walter Steinmeier und den anderen Spitzenkandidaten.

“Unsere Plattform greift den Trend zum Web 2.0 auf und setzt ihn für den Spielebereich um. Damit schaffen wir eine völlige neue Art der Browserspiele, die für alle einfach zu erstellen und spielen sind. So wird jeder zum Game-Designer und genau darin sehen wir die Zukunft der Spielebranche”, sagt Sebastian Bacher, Gründer und Geschäftsführer von Playotope. Zum Gründerteam gehören ferner Tilmann Jaeger und Anjin Anhut. Der Bau der Spiele ist kinderleicht, einzelne Elemente lassen sich ohne große Probleme zum Spiel hinzufügen. Wer ein ordentliches Game auf die Beine stellen möchte, muss allerdings schon etwas Zeit investieren. Bei diversen bestehenden Spielen kann sich aber jeder genügend Anregungen holen.

Weitere Spielewelten und Spiele-Genres sind in der Mache

Bis Ende dieses Jahres sollen weitere Spielewelten und Spiele-Genres bei Playotope ihren Platz finden. “Die Gestaltungsfreiheit wird so weit ausgebaut werden, dass man seine Spiele aus vollkommen eigenem Material erstellen kann. Jedes Detail von der Kulisse über die Spielcharaktere und Gegner, bis hin zu den Sounds kann vom Spieler dann völlig frei individualisiert werden”, teilen die Gründer mit. Das Jump’n’Run-Genre ist zum Start aber sicherlich eine sichere Bank, denn das Spielprinzip kennt nahezu jeder – vom Profi-Gamer bis zum Gelegenheitszocker. Was fehlt, ist die Möglichkeit, die Spiele auf anderen Seiten einzubauen oder Möglichenkeiten zur viralen Verbreitung – abseits von E-Mail. Dank einer Kooperation mit Bild.de ist das Wahlspiel zum Start zumindest schon einmal auf einer reichweitenstarken Website eingebunden. Bei der Finanzierung setzt das junge Start-up auf eine gesunde Mischung aus Werbeeinnahmen und “kostenpflichtige Premium-Angebote mit exklusiven Funktionen für besonderes ambitionierte Spielebauer und Spieler”. Weitere Einnahmen sollen mit Item-Selling – beispielsweise personalisierte Spielfiguren – erwirtschaftet werden. Vor zwei Jahren setzte PlayMyGame (www.playmygame.com) bereits auf individualisierbare Spiele.  Trotz guter Presse blieb der Erfolg aus. Im Vergleich zu Playotope waren und sind die Möglichkeiten bei PlayMyGame jedoch begrenzt.

Alexander Hüsing, Chefredakteur von deutsche-startups.de, arbeitet seit 1996 als Journalist. Während des New Economy-Booms volontierte er beim Branchendienst kressreport. Schon in dieser Zeit beschäftigte er sich mit jungen, aufstrebenden Internet-Start-ups. 2007 startete er deutsche-startups.de.

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