PaperC bringt teure Fachbücher und arme Studenten zusammen

Alles fing an, als Felix Hofmann regelmäßig zwischen seinen Studienstandorten Berlin und Sankt Gallen pendelte: Ständig musste er für das Übergepäck an Büchern bezahlen. Da kam ihm die Idee, mit PaperC (www.paperc.de) eine […]
PaperC bringt teure Fachbücher und arme Studenten zusammen

Alles fing an, als Felix Hofmann regelmäßig zwischen seinen Studienstandorten Berlin und Sankt Gallen pendelte: Ständig musste er für das Übergepäck an Büchern bezahlen. Da kam ihm die Idee, mit PaperC (www.paperc.de) eine Plattform zu schaffen, die das Herumschleppen von Fachbüchern überflüssig macht. Mit seinem Kommilitonen Martin Fröhlich und Lukas Rieder verwirklichte er die Idee und stellt Studenten seitdem komplette Fachbücher digital und kostenlos zur Verfügung – absolut legal und in Zusammenarbeit mit den jeweiligen Verlagen. Studierende, die nicht nur lesen sondern Seiten ausdrucken oder bearbeiten wollen, zahlen für den Downloadservice. Wie eine übliche Kopie kostet auch die virtuelle Kopie zwischen fünf und zehn Cent. Damit erhalten Nutzer bestimmte Zusatzfunktionen zur Bearbeitung von Texten oder zum Erstellen von Notizen, die man mit Freunden austauschen kann. Zusätzlich können die Seiten mobil auf eBook-Readern gelesen werden.

Die erste große Herausforderung war, die Verlage zu einer Kooperation zu bewegen, bei der ihre Fachbücher aller Welt kostenlos zugänglich gemacht werden: “Die hielten uns anfangs für bescheuert!”, erinnert sich Fröhlich. Aber das Gründerteam legte den Verlagen dar, dass Fachbücher meist als Einzelexemplare in den Universitäten landen, wo sie von Studenten tausendfach kopiert werden. Eine Realität, an der die Verlage letztlich nichts verdienen. Bei PaperC hingegen haben sie einen Mehrwert: Wenn eifrige Studenten Bücherseiten virtuell “kopieren”, geht ein Teil des Erlöses zurück an die Verlage. Als einer der ersten ließ sich der Springer-Verlag für eine Kooperation mit PaperC begeistern. Mittlerweile sind 15 Fachbuchverlage auf den Zug aufgesprungen, darunter Walter de Gruyter. “Bisher haben wir vor allem Literatur aus dem Wirtschaftsrechtbereich, andere Wissenschaften kommen aber verstärkt hinzu”, sagt Fröhlich.

“Wir sind die Weiterentwicklung des Fachbuchhandels”

Mit den Anliegen der Piratenpartei hat das Konzept also nichts zu tun. “Im Gegenteil, wir sind für Verlage gerade deswegen interessant, weil wir keine illegale Verbreitung von Fachbuchinhalten fördern! Wir sind die Weiterentwicklung des Fachbuchhandels, da müssen die Verlage in Zukunft aufspringen!” Fröhlich ist stolz darauf, dass PaperC ein “echt deutsches Produkt” ist: Er weiß von keinem ähnlichen “virtuellen Copyshop” auf dem internationalen Markt. Längerfristig möchte das Gründerteam, das durch den Programmierer Lukas Rieder bereichert wurde, auch andere Erlösmodelle anvisieren. Beispielsweise sollen Provisionen folgen, wenn Kunden über PaperC Print-Bücher bestellen. Neben diesen Zukunftsfragen beschäftigt sich PaperC aktuell mit verschiedenen Investorengesprächen. “Verlage kommen für uns aber nicht infrage, da wir auf jeden Fall verlagsunabhängig bleiben wollen!”,stellen die Gründer klar.

Seit Mai 2009 schreibt Yvonne für deutsche-startups.de Gründerportraits, Start-up-Geschichten und mehr – ihre besondere Begeisterung gilt Geschäftsideen mit gesellschaftlich-sozialer Relevanz. Sie tummelt sich auch im Ausland – immer auf der Suche nach spannenden Gründerpersönlichkeiten und Geschäftsideen.



  1. Christian

    Ich bin begeistert von der Webseite. Sehr gute Idee, großer Nutzen für die Leser und eine einwandfreie Usability. Jetzt muss “nur” noch die geplante Sortimentserweiterung erfolgen.

    Zum Beschreibungstext: das Provisionsmodell “wenn Kunden über PaperC Print-Bücher bestellen” ist doch bereits über die Amazon Ref-Links implementiert!



  2. Lisa Bund

    Hab mir gerade “Kopf schläft Kapital” auf PaperC kostenlos durchgelesen! Wollte das Buch eigentlich kaufen, aber jetzt konnte ich es 100% umsonst lesen! Danke PaperC. Euer Geschäftsmodell ist super! Ich werde bloß keinen Cent bei Euch lassen.

    Drucken will ich nichts.
    Und Seiten kaufen will ich auch nicht.
    Ich will nur lesen. Und dafür seid ihr für mich da

    Danke !!!



  3. Nico Barelmann

    Schöne Seite und schöne Idee… Viel Glück! :)



  4. Tom

    Das ist der Bertelsmann Buch Club 3.0 für Akademiker, sehr schön.

    Aber warum keine member fee ?

    Viel Erfolg



  5. Sebastian

    Für Pleitegeier eine gute Alternative zum teuren Buchkauf oder überfüllte Uni-Bibliotheken. Hätte mir sowas für meine Studienzeit gewünscht.

    Seite und Usability ganz gut. Viel Erfolg!

  6. Find das Ding auch super!
    Ein kleiner Tipp: Ich habe mich gerade bei PaperC angemeldet und bei GMX wird die Aktivierungsmail als Spam abgefischt. Vielleicht lasst Ihr euch da noch etwas einfallen!
    Viel Erfolg

  7. PaperC ist wirklich eine spannende Idee – allerdings ist tatsächlich die Frage, ob sie sich lange halten können, wenn Provisionen das einzige Geschäftsmodell sein sollen.
    Aus ökologischer Sicht natürlich ein interessantes Thema, vielleicht berichte ich im Cleantech-Blog darüber ;-)



  8. Niels

    Das das mit den anliegen der Piratenpartei nichts zu tun hat ist FALSCH
    Genau darum geht es: neue Geschäftsmodelle im Digitalen Zeitalter zu finden, zu fördern und ggf. die rechtlichen Grundlagen schaffen, um Wissen frei verfügbar zu halten für jedermann! Das dabei Wertschöpfung betrieben wird, ohne dass man für das Wissen selbst bezahlen muss, ist hier das extrem Piratige. Hier ist nurt jmd wieder Fehlinformationen aufgesessen oder hat die Forderungen der Piratenpartei nicht wirklich selbst nachgelesen



  9. Justmy2Cents

    Kann meinem Vorposter nur zustimmen,
    solch ein Konzept geht ganz genau in die Richtung die die Piratenpartei fordert :)

    In diesem Sinne *thumbs up*



  10. Lisa

    Finde es toll! Wird mir sicherlich auch noch einiges nützen :)

    Nur eins möchte ich, genau wie mein Vorredner, noch loswerden:
    >Mit den Anliegen der Piratenpartei hat das Konzept also nichts zu tun. <
    Falsch! PaperC könnte man meiner Ansicht nach wohl eher als Vorzeigemodell für die Piratenpartei nennen. Genau um solche Geschäftsmodelle geht es.



  11. pantapanta

    Also, irgendwie suggeriert der letzte Absatz, dass die Piratenpartei die illegale Verbreitung von Fachbuchinhalten fördert. Das ist doch Blödsinn.

    Und wie meine Vorposter schon schrieben, das passt so ziemlich wie Butter bei die Fische ins Konzept der Piratenpartei.

    Es ist doch so: die Piraten bieten einen Haufen Vorschläge an, einige durchdacht, viele noch nicht so richtig. Aber sie haben wenigstens Ideen, wie man das ganze angehen sollte. Nun kann man von den Piraten aber auch nicht erwarten, dass sie für alles eine Lösung haben, denn sie ist eine Partei des Bürgers, nicht eine Partei der Verwertungsindustrie.

    Wenn jetzt aber keine Alternativen von der Verwertungsindustrie kommen, dann wird man den Schritt halt ohne sie machen. Das wird zwangsläufig passieren, mit oder ohne Piratenpartei.

    panta

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  14. Schöne Seite dieses PaperC, wobei natürlich abzuwarten ist, ob man für virtuelle Kopien zahlen möchte …

    Eine Anmerkung zum Artikel: er impliziert mit dem Zitat:
    „Mit den Anliegen der Piratenpartei hat das Konzept also nichts zu tun. “Im Gegenteil, wir sind für Verlage gerade deswegen interessant, weil wir keine illegale Verbreitung von Fachbuchinhalten fördern!“,
    die Piratenpartei sei für Raubkopien etc. Ist sie aber mit nichten. Sie ist für ein modernes Urheberrecht, was nicht heißt, dass man es abschafft.
    Hier ein kleines Video dazu: http://www.youtube.com/watch?v=uIgg5DtKI78



  15. Thorsten

    Hi,
    endlich mal eine Idee die direkt Geld bringt. Ich bin sicher,dass die Idee funktionieren wird und so richtig ins rollen kommt solange das Angebot weiter ausgebaut wird.

    Viele Gruesse aus Madrid von einem Ex-Studi der sich soetwas vor ein paar Jahren gewuenscht hätte.



  16. Rastloser

    Hm, wenn ich für’s Studium ein Buch brauche, das noch nicht in der Bibliothek vorhanden ist, schreibe ich eine Mail an die Beschaffungsabteilung und in wenigen Tagen ist das Werk (oder ggf. ein weiteres Exemplar) da und für mich zurückgelegt. Komplett, ohne DRM-Risiken und auch für andere Studenten. Vielleicht ist das bei uns eine Insel der seligen mit gut verwalteten Bibliotheken, aber ich erkenne den use case nicht wirklich.

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