Lesetipp: Ein Jahr unter Gründern

Ende 2007 zeichnete die “Financial Times Deutschland” im Rahmen ihrer Gründerinitiative enable2start erstmals fünf junge Ideen aus. Zu den Siegern gehörte neben der Wunschmüslifabrik mymüsli Bagpax (Rundumschutz für den Kofferraum), Epyxs (Plagiatsschutz durch […]
Lesetipp: Ein Jahr unter Gründern

Ende 2007 zeichnete die “Financial Times Deutschland” im Rahmen ihrer Gründerinitiative enable2start erstmals fünf junge Ideen aus. Zu den Siegern gehörte neben der Wunschmüslifabrik mymüsli Bagpax (Rundumschutz für den Kofferraum), Epyxs (Plagiatsschutz durch aufgedruckte Kennzeichnung), Nat (biologische Schnellrestaurants) sowie Elly & Stoffl (private Kindertagesstätte). Inzwischen geht der Wettbewerb in seine dritte Runde. Passend dazu kam vor wenigen Wochen das kleine Büchlein “enable2start – Deutschlands große Gründerinitiative. Ein Jahr unter Gründern” auf den Markt.

Das 84-seitige Buch bietet eine tolle Möglichkeit, noch einmal in aller Ruhe nachzulesen, welche Ausgaben und Herausforderungen die fünf Sieger nach der Auszeichnung durch enable2start meistern mussten. Alles ungeschönt! Es gibt für junge Gründer nunmal gute und schlechte Zeiten. Ebenfalls im Buch enthalten sind die Geschäftszahlen der Neugründungen. Die detailgetreuen Einnahmen und Ausgaben sorgten schon bei der Erstveröffentlichung immer wieder für heftige Diskussionen. Anderen Gründern helfen diese Zahlen aber sicher, die eigene Situation besser einschätzen zu können. Kurzum: “Ein Jahr unter Gründern” ist eine wunderschöne Möglichkeit, fünf Gründerteams einmal ganz genau in die Karten zu schauen.

enable2start – Deutschlands große Gründerinitiative. Ein Jahr unter Gründern
Klusmann, Steffen (Hrsg.)
FinanzBuch Verlag, 12 Euro, 84 Seiten

Alexander Hüsing, Chefredakteur von deutsche-startups.de, arbeitet seit 1996 als Journalist. Während des New Economy-Booms volontierte er beim Branchendienst kressreport. Schon in dieser Zeit beschäftigte er sich mit jungen, aufstrebenden Internet-Start-ups. 2007 startete er deutsche-startups.de.

  1. Schade, mir fällt gerade kein richtiger Fluch-Spruch ein. Er hätte sich aber gelohnt angesichts der Tatsache, dass ich ohne Übertreibung schon seit Jahren keinen so schlechten Webshop mehr gesehen habe, wie wie den des FinanzBuch Verlags. Sorry, aber ich muss mir aml kurz Luft machen.

    Ich war gerade dabei mir das hier empfohlene Buch zu bestellen. Das Buch klingt wirklich spannend und ich kann es gut für unsere Gründung gebrauchen. Die erste Hürde erwartete mich allerdings als ich es nicht bei Amazon gefunden habe. Wie geht das? Ist sowas überhaupt noch denkbar heutzutage? OK, ich in den sauren Apfel gebissen und zum Verlagsshop geklickt. Buch in den Warenkorb, ab zur Bestellung. Das war es erstmal. Bitte registrieren…. argh. Ok, auch diese Hürde nahm ich nach ersten Überlegungen die Transaktion einfach aus Frust abzubrechen. Nach der üblichen Mailbestätigung landete ich wieder per Link in der Mail auf der Webseite des Shops und…. finde keinen Link zum Abschluss des Kaufs! Das gibt’s doch nicht, wie kann man nur als Shopbetreiber? Die wollen wohl kein Geld verdienen. Also nochmal zur Hauptseite wieder auf Warenkorb (nochmal gecheckt, ob sich nicht irgendwas geändert hat) und dann wieder zur Bestellseite. Na, was kam wohl nun? genau, leere Felder ohne Anschrift und Name (obwohl ich ja bei der Registrierung schon alles angebeben hatte). Um ehrlich zu sein: Das wars für mich. Das Buch werde ich nicht für 12 € kaufen, zumindest nicht bei DIESEM Shop, der es einfach nicht verdient hat. Sorry an die Autoren, aber irgendwo muss man auch mal halt machen, wenn die Benutzerfreundlichkeit Grenzen unterschreitet.

    Ich freue mich auf Kommentare anderer “verlorene Kunden” die ähnliches beim FinanzBuch Verlag erlebt haben.



  2. tina Obermeier

    les zwar nur die online-version aber das zum bsp das … (wird nicht verraten) … insolvent geht hätt ich nicht gedacht…

    Mal schaun wies heuer ausgeht ;)



  3. Nico

    Das viele Shops total veraltet / User-unfreundlich aufgebaut sind ist ja kein Geheimnis.
    War dennoch interessant Deine Geschichte zu lesen. :-)

  4. Habe mir das “Buch”/Heft auch bestellt und muss sagen, hatte keine größeren Probleme beim Bestellvorgang. Vielleicht hab ich auch nur zufällig in die richtige Richtung geschaut ;)

    Die Storys an sich sind nett, haben Unterhaltungswert, vermitteln nur leider nicht allzu viel konkretes Wissen. Auch mit den Zahlen kann in meinen Augen nicht wirklich viel angefangen werden. Sind es denn nun Vor- oder Nachsteuer-Beträge, welcher Teil davon floss in welche Maßnahmen etc. etc.

    Auf der anderen Seite würde das den Rahmen evtl. auch schon wieder sprengen.

    Kurz gesagt: der e2s-Führer liegt bei mir aufm Nachttisch, aber nicht auf dem Bürotisch.

  5. Hatte eben auch keine Probleme bei der Bestellung, läuft eigentlich alles wie üblich ab…

    Eine Mailbestätigung wie o.g. gabs garnicht/war nicht nötig und da man die Adresse bei der Registrierung gar nicht angeben kann – kommt das logischerweise erst bei der Bestellung.

    Bin gespannt auf das Buch.



  6. wigger

    interessanter finde ich dass die juroren doch eine so schlechte qoute bzgl. der auswahl im Bezug des erfolges der companys haben. Eiegntlich sollten ja Projekte ausgewählt haben die Potential haben oder ? Spricht ja nicht gerade für die Juroren aus meiner Sicht. Aber gibt es nun ja schon im dritten Jahr. Pleitegeschichten sind ja auch mal interessant.

  7. hmm, merkwürdig, dann bin ich wohl im falschen Shop gewesen? oder ich hab mich einfach nur wie der DAU angestellt. :)

  8. @Michael: Quartalszahlen sind immer Nettozahlen, also ohne USt – deshalb sind auch bei enable2start die Zahlen netto. (Falls Du hingegen die Gewerbe- oder Einkommenssteuer meinst – die ist in den Zahlen drin).

    Grundsätzlich sind die Zahlen keine Bilanzzahlen, sondern “Cash in, Cash out”, sprich: Was ist auf dem Konto abgegangen, was ich eingegangen.

    Was fehlt Dir denn an Tiefe bei den Stories? In den Quartalszahlen werden u.a. die Mietkosten, Personalkosten, Materialausgabe, Stückzahl-Absatz, Sonderkosten, sogar das Gehalt der Gründer genannt. Bei keinem börsennotierten Unternehmen wirst Du so eine Transparenz finden. Deshalb war ich etwas verwundert über Deine Anmerkung. Schreib mir einfach, was Dir fehlt – und ich werde versuchen, dass in den Quartalszahlen der neuen Runde einzubauen.

    Die findet Ihr übrigens unter http://www.ftd.de/karriere_management/gruendung/476733.html

    @Wigger: Aus den fünf Siegern der ersten Runde von enable2start waren nach dem ersten Jahr bereits zwei Startups enorm profitabel (Mymuesli, Elly & Stoffl) und einer musste liquidieren (Nat). Bei den anderen beiden (Bagpax, Epyxs) war es noch zu früh für ein abschließendes Urteil. Du kannst fragen, wenn Du willst – von Venture Capital Investoren zu Business Angels: Das ist eine enorm erfolgreiche Quote.

    Liebe Grüße,
    Thomas



  9. wigger

    Hi Thomas,

    sehe ich anders, habe jetzt nicht nochmal recherchiert, Monate her, da war allerdings Elly Stoffl auf einem schwierigen Weg, Bagpax am Ende, Epyxs ist ja bisschen grösser da akzeptiere ich dass mit der Zeit. Nat mit ziemlichen Verlust. mymuesli natürlich Erfolgsgeschichte, aber da schauen wir in drei Jahren nochmal drauf.
    Also eigentlich aktuell nur ein Erfolg, der aber auch nicht unbedingt nachhaltig sein muss. Geht dann weiter mit den aktuellen Sachen, wikando, allyve , was soll dass ? tortoise hat jetzt leider viel Konkurrenz mit werbepower bekommen, hanfpark blicke ich nicht und statista verstehe ich nicht. Die richtigen Leute zu kennen um Preise und Unterstützung zu erhalten macht noch nicht immer ein grosse Geschichte Und dass ist überhaupt keine gute Quote, wenn nach 2 Jahren schon soviel Geld verloren ist. Das ist alles bisschen zu viel Boulevard und zu wenig Business finde ich. Aber trotzden unterhaltsam.

  10. Pingback: News-Recycling am Wochenende | TechBanger.de



  11. tina Obermeier

    “wikando, allyve , was soll dass ? tortoise hat jetzt leider viel Konkurrenz” .. “, hanfpark blicke ich nicht und statista verstehe ich nicht”

    Das geht mir auch ein bissl so, insbesondere hab ich oft das Gefühlt das die Artikel auf enable.de so sind:

    Überschrift: Nichts passiert
    Inhalt: Viele Füllwörter – Nichts passiert – Viele Füllwörter

    Das finde ich ein bissl schade, denn draus ‘lernen’ kann ich da nix.

    Bsp
    http://www.ftd.de/karriere_management/gruendung/:Gr%FCndertagebuch-Das-haben-Sie-sch%F6n-gesagt/525280.html?zid=349472

    Überschr: Das haben Sie schön gesagt
    Text: Füllwörter – je nachdem wie der Sprecher betont kommen mehr oder weniger Nutzer – Füllwörter

    Dabei gehts in dem Artikel ja auch drum das die Leute von aleif TV-Werbung schalten.
    Das aber da irgend eine grobe grobe Zahl stehen würde was das grob kostet? Nix.
    Bei Hanfpark vor Wochen stand das die Wurfzettel auslegen: Kosten / ‘Erfolg/Gewinn’ usw : Keine Spur.

    Wikando vor 12 Wochen:
    = Euro Einnahmen, bis auf ein paar “Spenden” nix, kein grosses VC aber stellt nun von 0 Euro Praktikanten auf 12 feste Mitarbeiter um (grob 12*35.000 Euro = 420.000 Euro) Wie bitte geht das?

    Ich würd mich sehr freuen wenn da mehr Inhalt rüberkommen würde von den man auch lernen könnte.



  12. tina Obermeier

    vergessen:
    Das gleiche gilt für die Kandidaten letztes Jahr.
    Warum steht da nicht mehr?
    Warum soll ich mir das Buch kaufen/Seite lesen wenn nicht mehr Inhalt ist als im Gewerberegister-Auszug?

    MEHR INHALT BITTE!

    Die Startups bekommen ja auch Geld am Anfang von der FTD, da könnte auch ein bissl mehr Einblick rüberkommen.

    Danke!



  13. Claus Hornung, FTD

    @Tina Obermeier,

    bei dem zitierten Artikel muss ich leider zugeben, dass die Kritik nicht ganz unberechtigt ist.

    Aber das Ganze ist natürlich eine einjährige Serie. Nicht jede Woche kommen ein neuer millionenschwerer Investor oder 30 neue Angestellte hinzu. So ist nunmal das wahre Leben.

    Aber weil es eine Serie ist, tauchen manche Dinge – wie Zahlen – eben auch nur einmal auf. Die Frage, was Allyve grob für die Werbung im Fernsehen bezahlt, wurde Wochen zuvor schon hier beantwortet:

    http://www.ftd.de/karriere_management/gruendung/:Gr%FCndertagebuch-Wir-sind-im-Fernsehen/495660.html?eid=444922&zid=349472

    Dass Wikando von null auf zwölf Mitarbeiter gekommen sein soll, fände ich auch merkwürdig, wenn es so wäre.

    So ist es aber nicht, und es stand auch definitiv nicht in den Gründertagebüchern auf FTD.de

    Dafür findet sich aber exakte Zahlen zu Angestellten und Praktikanten, inkl. Gehälter für EINE Festangestelle (übrigens weit entfernt von 3500 Euro im Monat):

    http://www.ftd.de/karriere_management/gruendung/:Die-Bilanzen-der-Gr%FCnder-Wikando-Das-Quartal-von-Februar-2009-bis-April-2009/519541.html?eid=476733

    Claus Hornung, FTD



  14. Claus Hornung, FTD

    @wigger,

    gegen den Begriff “gute Unterhaltung wehren” wir uns nicht. Ich sehe darin aber keinen Unterschied zu Business.
    Generell gilt: enable2start ist keine Venture-Capital-Veranstaltung. Das heißt, dass wir zwar darauf achten, ob wir den Siegern zutrauen, Gewinne zu machen. Ebenso wichtig sind aber auch die Persönlichkeiten der Gründer und interessante Projekte. Interessant heißt für uns auch, dass man erkennt, dass sich in einer Gesellschaft neue Entwicklungen abzeichnen, etwa, dass Privatleute in den Kita-Sektor drängen (mit entsprechende Preisen, was man durchaus kritisch hinterfragen kann) und dass Web-2.0-Unternehmen versuchen, den über Jahrzehnte festgefahrenen Spendenmarkt umzugraben.
    Würden wir nur darauf schauen, welches Start-up innerhalb der nächsten zwölf Monate wahrscheinlich 20 Prozent Rendite einfahren wird, wären unsere Entscheidungen sicher anders. Aber für solche Entscheidungen gibt es wie gesagt andere Institutionen (und die sind auch keine Wahrsager)

    Kurz noch: Elly&Stoffl geht es wirtschaftlich gut – das war auch während der gesamten Berichterstattung eigentlich nicht anders. Bagpax hatte definitiv Schwieirigkeiten, existiert aber nach wie vor. Und bei einer etwas detailllierteren Kritik als “blicke ich nicht” und “verstehe ich nicht” würde ich auch zu den Konzepten vom Hanfpark und von Statista was sagen :-)

    Claus Hornung, FTD

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