Fünfzehn Fragen an Nico Zorn von produki

Was bedeutet es Ihnen, Ihr eigener Chef zu sein? Ganz klar: Freiheit und Verantwortung! Bei welcher Gelegenheit kam Ihnen die Idee zu Ihrem Start-up? Ich besitze allerlei Gadgets und wie das so ist […]

Was bedeutet es Ihnen, Ihr eigener Chef zu sein?
Ganz klar: Freiheit und Verantwortung!

Bei welcher Gelegenheit kam Ihnen die Idee zu Ihrem Start-up?
Ich besitze allerlei Gadgets und wie das so ist – irgendwelche Probleme gibt es mit dem Elektronik-Kram ja immer… Mir hat ein Angebot gefehlt, auf dem ich übergreifend Fragen zu meinen Produkten stellen kann. Außerdem fand ich es schade, dass Informationen zu Produkten an vielen Stellen im Web verteilt sind (Fansites, Blogs, Herstellerseiten etc.). Gemeinsam mit den beiden Mitgründern Roland Schäfer und Christian Clever ist die Idee gereift und produki entstanden.

Woher stammte das Kapital für Ihr Unternehmen?
Bislang sind wir komplett eigenfinanziert, d.h. jegliches Kapital stammt aus dem Privatvermögen der Gründer.

Was waren bei der Gründung Ihres Start-ups die größten Stolpersteine?
Entscheidungsgeschwindigkeit, Organisation und Ressourcen – zumal die Gründer produki bislang nicht Vollzeit betreiben und zum Teil an unterschiedlichen Standorten sitzen. Aber mit diversen Tools und Webservices (Skype, Dropbox, Basecamp) konnten wir diese Probleme ganz gut lösen.

Was würden Sie rückblickend in der Gründungsphase anders machen?
Entscheidungen schneller treffen und weniger mit Details aufhalten – aber man lernt ja immer dazu.

Jedes Start-up muss bekannt werden. Welche Marketingspielart ist für Sie besonders wichtig?
Unser Schwerpunkt liegt eindeutig auf der Suchmaschinenoptimierung. Hinzu kommen PR und Kooperationen, in kleinen Teilen auch SEA. Bestehende Mitglieder triggern wir über Facebook, Twitter und vor allem E-Mail.

Welche Person hat Sie bei der Gründung besonders unterstützt?
Meine Freundin ist in der Gründungsphase gelegentlich zu kurz gekommen, hat aber zum Glück Verständnis für das was ich mache. Außerdem finde ich es klasse, wie gut die Start-ups in Deutschland untereinander vernetzt sind und sich gegenseitig unterstützen!

Welchen Tipp geben Sie anderen Gründern mit auf den Weg?
Machen, machen, machen – und sich permanent fragen, ob das, was man gerade macht das Unternehmen wirklich weiterbringt.

Sie treffen den Bundeswirtschaftsminister – was würden Sie sich für den Gründungsstandort Deutschland von ihm wünschen?
Zunächst einmal würde ich mir wünschen, dass politische Entscheidungen, die das Internet oder die Internet-Branche betreffen, von Leuten getroffen werden, die dieses Medium auch nutzen (und im Idealfall sogar verstanden haben). Außerdem würde ich mir schnellere und unkomplizierte Gründungsprozesse mit weniger Formalien und Bürokratie wünschen.

Was würden Sie beruflich machen, wenn Sie kein Start-up gegründet hätten?
Ich bin neben produki Mitgründer der Saphiron GmbH, einer Unternehmensberatung im Bereich Online Business Development. Wenn ich kein Start-up gegründet hätte, wäre also noch mehr Zeit für Beratungsprojekte.

Bei welchem deutschen Start-up würden Sie gerne mal Mäuschen spielen?
Bei Qype oder Holidaycheck, obwohl (oder weil) sie nicht mehr wirklich in die Kategorie “Start-up” fallen.

Sie dürften eine Zeitreise unternehmen: In welche Epoche reisen Sie?
Vielleicht zurück in das Jahr 1997 und eine richtig gute Suchmaschine erfinden…

Sie haben eine Million Euro zur persönlichen Verfügung: Was machen Sie mit dem ganzen Geld?
Einen Teil davon investieren – natürlich in produki, aber auch in andere Start-ups. Außerdem habe ich ein wenig Urlaub nachzuholen…

Wie verbringen Sie einen schönen Sonntag?
Ausschlafen, gemütlich Brunchen gehen und dann mit einem guten Buch in die Sonne legen.

Mit wem würden Sie sich gerne einmal auf einen Kaffee oder ein Bier verabreden?
Ich bin mir sicher, dass uns Jimmy Wales einige hilfreiche Tipps zum Aufbau eines Wikis geben könnte und würde ihn gerne auf ein Kölsch einladen.

Zur Person
Nico Zorn hat nach dem Studium an der Westdeutschen Akademie für Kommunikation von 2005 bis 2008 das Online-Marketing bei der Bonner artegic AG verantwortet. Seit April 2008 ist er Mitgründer und Geschäftsführer der Saphiron GmbH (www.saphiron.de), einer Unternehmensberatung im Bereich Online Business Development. Im August 2008 fiel der Startschuss für die Closed Beta von produki ( www.produki.de ), einem Produkt-Wiki, auf dem Informationen zu Produkten gesammelt und bewertet werden. Zorn ist Mitgründer von produki und für das Marketing verantwortlich. Anfang Mai 2009 wurde produki offiziell gestartet.

Geboren 1978, studierte Soziologie, Politik und Psychologie an der Freien Universität in Berlin. Erste journalistische Erfahrungen sammelte sie im Jahr 2000 im Onlineressort des Medienfachdiensts “kressreport”. Ein Jahr später zog es sie ins Ruhrgebiet zu “Unicum”. Seit 2008 gehört Veronika Hüsing zum Redaktionsteam von deutsche-startups.de.