Fünfzehn Fragen an Robert Elsner von bettenjagd.de

Was bedeutet es Ihnen, Ihr eigener Chef zu sein? Sich selbst zu verwirklichen und auch Geld zu verdienen. Als auch Respekt zu erfahren, den man als Angestellter nicht immer bekommen hat. Bei welcher […]

Was bedeutet es Ihnen, Ihr eigener Chef zu sein?
Sich selbst zu verwirklichen und auch Geld zu verdienen. Als auch Respekt zu erfahren, den man als Angestellter nicht immer bekommen hat.

Bei welcher Gelegenheit kam Ihnen die Idee zu Ihrem Start-up?
Die Domain hatte mein Partner Sebastian Pempelfort schon 2002 gesichert. Gern würde ich jetzt sagen, dass Sebastian und ich in langen, kräftezehrenden Klausurtagungen unser Geschäftsmodell entwickelt und es in Simulationen getestet haben. In Wahrheit war an diesem Abend Alkohol im Spiel und unsere Hotelerfahrung nutzten wir als Grundlage. Der Businessplan mit dem konkreten Geschäftsmodell kamen dann natürlich später hinzu.

Woher stammte das Kapital für Ihr Unternehmen?
Einen Teil haben wir als Gesellschafter eingebracht, aber das Gros kam von der Familie, die übrigens sehr wichtig für unsere Gründung ist. Hätte meine Mutter nicht verstanden was wir bei Bettenjagd machen, hätten wir es gleich sein lassen können!

Was waren bei der Gründung Ihres Start-ups die größten Stolpersteine?
Die Gründung verlief eigentlich reibungsfrei. Kompliziert war es nur den Gesamtüberblick über die ganzen Instanzen zu bekommen. Was ich immer noch nicht rausgefunden habe, warum wir in der IHK Mitglied sein müssen.

Was würden Sie rückblickend in der Gründungsphase anders machen?
Beim nächsten Mal würde ich erst ein konkretes Produkt entwickeln und dann die Firma gründen. Man merkt schnell, dass sich alles ums Geld dreht und dieses schnell knapp werden kann.

Jedes Start-up muss bekannt werden. Welche Marketingspielart ist für Sie besonders wichtig?
Pressemitteilungen sind für uns am spannendsten, da plötzlich eine größere Reichweite generiert wird und sich erst später herausstellt, wo der Traffic herkam. Ansonsten setzen wir sehr stark auf Onlinemarketing, wichtig und gut sind hier Kooperationen, die beiden Seiten nutzen sollten.

Welche Person hat Sie bei der Gründung besonders unterstützt?
Vor allen Dingen meine Frau. Sie ist die einzige die mir sagen kann: “Schlaf eine Nacht drüber und triff dann die Entscheidung!”

Welchen Tipp geben Sie anderen Gründern mit auf den Weg?
Zuerst feststellen was man selber kann und dann überlegen was man darauf aufbauen will. Es darf nicht nur Betriebswirtschaftler geben.

Sie treffen den Bundeswirtschaftsminister – was würden Sie sich für den Gründungsstandort Deutschland von ihm wünschen?
Vereinfachte Zugänge zu den Fördermöglichkeiten. Zum Beispiel durch die Vergabe einer Identifikationsnummer für jedes Start-up (Gründungsnummer) unter der alle relevanten Daten und Informationen gespeichert sind und die Zusammenfassung aller Fördertöpfe auf einer nationalen Plattform.

Was würden Sie beruflich machen, wenn Sie kein Start-up gegründet hätten?
Dann wäre ich wohl Hoteldirektor geworden, wie es eigentlich mein berufliches Ziel war. Jetzt haben wir nicht nur ein Hotel, sondern Hunderttausende im Hotelpreisvergleich von Bettenjagd!

Bei welchem deutschen Start-up würden Sie gerne mal Mäuschen spielen?
Bei Aka-Aki, deren Idee ist wirklich was Neues!

Sie dürften eine Zeitreise unternehmen: In welche Epoche reisen Sie?
Natürlich in die Steinzeit! Dort würde ich mir weitere Anregungen für unser Layout holen.

Sie haben eine Million Euro zur persönlichen Verfügung: Was machen Sie mit dem ganzen Geld?
Einen Teil in Bettenjagd investieren, bei der nächsten Fußball-WM mit zehn Freunden in der VIP-Loge sitzen und ein kleines Bauernhaus in der Uckermark kaufen

Wie verbingen Sie einen schönen Sonntag?
An diesem Tag kommen alle Dinge dran zu denen man unter der Woche keine Zeit hat. Frühstück machen für meine Frau (immer), Joggen (fast immer), Beachvolleyball (im Sommer), Mittagschlaf (immer öfter), arbeiten (heimlich).

Mit wem würden Sie sich gerne einmal auf einen Kaffee oder ein Bier verabreden?
Ich habe während meiner Arbeit in der Hotellerie in Berlin einige Male Gerhard Schröder aus der Nähe erlebt. Mit ihm würde ich gern mal ein oder zwei Bierchen trinken. Zum einen war er ein charismatischer Staatsmann und zum anderen ist es ihm gelungen noch während dieser Zeit seinen neuen Arbeitsplatz zu schaffen.

Zur Person
Robert Elsner ist, neben Sebastian Pempelfort, Mitgründer und Geschäftsführer des Hotelpreisvergleichsdienst bettenjagd.de (www.bettenjagd.de). Vor der Gründung von Bettenjagd war er zehn Jahre in der Hotellerie tätig – zuletzt als Controller und Einkaufleiter im Steigenberger Hotel Berlin. Sein begonnenes BWL-Studium hat er bisher nicht abgeschlossen. Privat versucht er sich um Freunde und Familie zu kümmern und mehr Sport zu treiben.

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Alexander Hüsing, Chefredakteur von deutsche-startups.de, arbeitet seit 1996 als Journalist. Während des New Economy-Booms volontierte er beim Branchendienst kressreport. Schon in dieser Zeit beschäftigte er sich mit jungen, aufstrebenden Internet-Start-ups. 2007 startete er deutsche-startups.de.