Soziale Netzwerke und ihre Nutzer

Unter den reichweitenstärksten Webangeboten des Landes sind etliche soziale Netzwerke. Die größte Zahl Nutzer zieht studiVZ (www.studivz.net) in den Bann. Die Arbeitsgemeinschaft Online Forschung (AGOF) zählte im zweiten Quartal dieses Jahres 5,73 Millionen […]

Unter den reichweitenstärksten Webangeboten des Landes sind etliche soziale Netzwerke. Die größte Zahl Nutzer zieht studiVZ (www.studivz.net) in den Bann. Die Arbeitsgemeinschaft Online Forschung (AGOF) zählte im zweiten Quartal dieses Jahres 5,73 Millionen Unique User im Monat beim Studenten-Netzwerk. Bei Ableger schülerVZ (www.schuelervz.net) waren es 3,88 Millionen Unique User. Dicht auf den Fersen (3,87 Millionen Unique User) sitzt der Schüler-Community das 2002 gestarteten Schulfreunde-Netzwerk Stayfriends (www.stayfriends.de). Die RTL-Beteiligung wer-kennt-wen.de (www.wer-kennt-wen.de) landete bei der Premiere bei 3,54 Millionen Unique User. Bei der ProSiebenSat1-Beteiligung Lokalisten (www.lokalisten.de) waren es 1,35 Millionen Unique User. Aktuelle Zahlen des amerikanischen Dienstes MySpace (www.myspace.de) gibt es nach einem kürzlichen Relaunch nicht. Im ersten Quartal dieses Jahres zählte die AGOF stattliche 4,61 Millionen Unique User.

Aber nicht nur bei der Reichweite unterscheiden sich die größen Social Networks der Republik teilweise deutlich, auch bei den Strukturdaten gibt es sehr große Unterschiede. Netzwerk ist nicht gleich Netzwerk. Zunächst ein Blick auf die Geschlechterverteilung: Im Unterschied zum Gesamtmarkt (55,1 % Männer, 44,9 % Frauen) sind bei sozialen Netzwerken Frauen in der Überzahl (siehe Tabelle). Der Austausch, das Kommunizieren und Vernetzen mit anderen Menschen scheint Frauen zu gefallen. Die meisten weiblichen Nutzer sind bei Stayfriends (53,4 %) an Bord. Im Vorquartal lagen die Lokalisten vorn. Der Frauenanteil sank dort inzwischen aber von 54,6 auf 51,5 %. Auch bei schülerVZ ging die Zahl der weiblichen Nutzer zurück – von 54,1 auf 52,4 %. Die Ausnahme ist MySpace.de – dort sind Männer (52,1 %) in der Überzahl. Wobei die Daten von MySpace.de aus dem ersten Quartal dieses Jahres stammen.

Nur 13 % der wkw-Nutzer sind unter 20 Jahre alt

Über die jüngsten Nutzer verfügt schülerVZ. Staatliche 65,2 % der User sind zwischen 14 und 19 Jahre alt. Bei wer-kennt-wen dagegen sind nur 13 % der Nutzer aus dieser Altergruppe. Bei studiVZ sind die 20 bis 29 Jährigen in der Mehrheit (52,7 %). Bei stayfriends die Altergruppe 30 bis 29 Jahre (30,8 %). Zudem verfügt das Schulfreunde-Netzwerk über den höchsten Anteil über 50-Jähriger Onliner (11,1 %). Die meisten Nutzer mit Hochschulreife tummeln sich erwartungsgemäß bei studiVZ (38,6 %). Bei wer-kennt-wen fallen die meisten Nutzer (40,3 %) dagegen in die Rubrik “kein oder Hauptschulabschluss”. Über den höchsten Anteil berufstätiger Webnutzer verfügt Stayfriends mit 76,1 %.

Strukturdaten ausgesuchter Social Networks (Geschlecht / Alter) *

Männer
Frauen
14-19
20-29
30-39
40-49
50-59
60+
Lokalisten
48,5
51,5
23,4
36,1
18,9
13,5
5,5
2,6
MySpace.de
52,1
49,7
27,1
32,8
16,9
14,5
5,8
2,9
schülerVZ
47,6
52,4
65,2
10,6
3,6
13,3
2,7
1,8
StayFriends
46,6
53,4
5,1
20,9
30,8
26,1
11,1
6,0
studiVZ
47,2
52,8
23,4
52,7
9,5
7,9
4,8
1,6
wer-kennt-wen
47,4
52,6
13,0
24,0
25,6
23,7
9,8
4,0

Strukturdaten ausgesuchter Social Networks (Bildung) *

kein oder Hauptschulabschluss
Mittlere Reife
Hochschulreife
Lokalisten
34,3
42,1
23,6
MySpace.de
27,5
44,3
28,2
schülerVZ
36,0
52,0
12,0
StayFriends
27,4
43,0
29,6
studiVZ
17,4
44,0
38,6
wer-kennt-wen
40,3
39,4
20,4

Strukturdaten ausgesuchter Social Networks (Tätigkeit) *

in Ausbildung
berufstätig
nicht/nicht
mehr berufstätig
Lokalisten
30,0
59,5
10,5
MySpace.de
36,5
53,2
10,3
schülerVZ
66,5
25,6
7,9
StayFriends
9,0
76,1
14,9
studiVZ
44,0
48,8
7,2
wer-kennt-wen
16,7
68,8
14,4

* Quelle: AGOF (internet facts 2008-II, MySpace 2008-I), alle Angaben in Prozent

Artikel zum Thema
* Soziale Netzwerke und ihre Nutzer – Juni 2008

Alexander Hüsing, Chefredakteur von deutsche-startups.de, arbeitet seit 1996 als Journalist. Während des New Economy-Booms volontierte er beim Branchendienst kressreport. Schon in dieser Zeit beschäftigte er sich mit jungen, aufstrebenden Internet-Start-ups. 2007 startete er deutsche-startups.de.