Kulturfreunde sitzen in Loge2

Unzufrieden mit der Lektüre von Stadtmagazinen, gründeten Judith Schwarzer, Katja Tham und Sven Herschel letztes Jahr das Kulturnetzwerk Loge2 (www.loge2.de) – und gewannen mit ihrem Geschäftsmodell das Exist-Gründerstipendium des Bundeswirtschaftsministeriums für Wirtschaft und […]

Unzufrieden mit der Lektüre von Stadtmagazinen, gründeten Judith Schwarzer, Katja Tham und Sven Herschel letztes Jahr das Kulturnetzwerk Loge2 (www.loge2.de) – und gewannen mit ihrem Geschäftsmodell das Exist-Gründerstipendium des Bundeswirtschaftsministeriums für Wirtschaft und Technik (BMWi) 2008. Mit dem Preisgeld sieht sich das Team vorerst finanziell gut aufgestellt. “Bis Dezember sind wir ausfinanziert”, so die studierte Medienfrau. Hinter dem jungen Start-up verbirgt sich ein kostenloses soziales Netzwerk, in welchem sich Schöngeister über Veranstaltungen informieren, austauschen und zum gemeinsamen Weggehen verabreden können. Freunde im Netzwerk werden auf Wunsch automatisch per eMail informiert und eingeladen. Aber auch Fremde dürfen sich angesprochen fühlen.

Bislang bauen die Gründer das Angebot erst einmal auf und in Berlin aus, denn “die kulturelle Landschaft ist hier einfach am Größten und wir sitzen vor Ort “, nennt Schwarzer die Gründer für dieses Vorgehen. Die drei sprechen in den kommenden Wochen verstärkt mit Veranstaltern und versuchen, große Spielstätten wie die Staatsoper oder Theaterbühnen für ihre Idee zu begeistern. Die Reaktionen der Häuser sei bislang positiv gewesen, denn diese könnten auf Loge2 nicht nur Werbung für eigene Produktionen machen, sondern zielgerichtet Kulturbegeisterte über personalisierte Empfehlungen einladen.

Keine kulturellen Vorgaben

In einem weiteren Schritt sollen aber bald weitere deutsche Großstädte wie Hamburg, Frankfurt und Köln folgen und über das Netzwerk eingebunden werden. Eine kulturelle Vorgabe wollen die Gründer dabei nicht machen. “Das Angebot kann von Theater, Oper bis hin zu Travestie oder Kleinkunst gehen”, so Schwarzer. Werblich aktiv wird das Team in naher Zukunft vor allem auf Messen und Kongressen sowie über Aktionen, um die Zielgruppe zu erreichen. Das sind vor allem “Menschen, die so aufgeschlossen sind, sich auch mit Fremden zu verabreden.”

Christina Cassala, Redakteurin bei deutsche-startups.de, war schon zu ihren besten Uni- Zeiten in den 90er Jahren journalistisch tätig. Gleich nach dem Volontariat arbeitete sie bei einem Branchenfachverlag in Hamburg, ehe sie 2007 zu deutsche-startups.de stieß und seither die Entwicklungen der Start-up Szene in Deutschland mit großer Neugierde beobachtet.