Fragestunde mit Beate Rank von Tradoria – die Antworten

Mit Beate Rank von der E-Commerce-Plattform Tradoria (www.tradoria.de) stellte sich erstmals eine der wenigen deutschen Web-Gründerinnen im Rahmen unseres User generated Interview den Fragen der Leser von deutsche-startups.de Aus welcher Idee heraus ist […]

Mit Beate Rank von der E-Commerce-Plattform Tradoria (www.tradoria.de) stellte sich erstmals eine der wenigen deutschen Web-Gründerinnen im Rahmen unseres User generated Interview den Fragen der Leser von deutsche-startups.de

Aus welcher Idee heraus ist Tradoria entstanden?
In unserer Agentur isynion hatten wir immer mehr Anfragen von kleinen Händlern, die nach einer Lösung, wie es jetzt Tradoria ist, gesucht haben.

Woher stammt eigentlich der Name Tradoria, was hat er zu bedeuten?
Der Name kommt von Trade und Trattoria. Frei übersetzt: sich in lockerer und familiärer Atmosphäre treffen und gemeinsam handeln.

An welche Zielgruppe richtet sich Tradoria?
Tradoria bietet mit dem umfangreichen Serviceangebot die optimale Einstiegslösung für den E-Commerce. Des Weiteren nutzen Profis Tradoria als zusätzliche Vertriebsmöglichkeit für Ihre Produkte.

Wo positionieren Sie sich im Vergleich zu anderen E-Commerce-Plattformen?
Tradoria ist die virtuelle Shoppingmall im Internet. Viele interessante Shops und eine riesige Auswahl an interessanten und ausgefallenen Produkten, die ich versandkostenfrei und händlerübergreifend in einem Bestellvorgang kaufen kann.

Wo sehen Sie die Stärken von Tradoria gegenüber anderen Shop-Lösungen?
Die große Stärke ist der integrierte Ansatz. Hosting, professionelle Shoptemplates, Bestellabwicklung inklusive Zahlungsabwicklung und Zahlungsausfallrisiko, Zugang zu DHL-Großkundenvertrag – der Händler muss sich um nichts kümmern und kann sich somit auf den Verkauf konzentrieren. Zudem erhält der Händler bei Tradoria die rechtliche Sicherheit und eine gut besuchtes Shopping-Portal als zusätzlichen Vertriebskanal.

Wo liegen Ihrer Meinung nach die Schwächen von Tradoria?
Dass wir noch nicht im ganzen deutschsprachigen Ausland, also Österreich und Schweiz, vertreten sind. Das folgt aber in Kürze.

Die Händler zahlen ja eine bestimmte Pauschale an Tradoria, um einen Shop eröffnen zu dürfen: Welchen Service bieten Sie den Händlern für diesen Beitrag?
Unter anderem die laufende Anpassung der Shopsoftware und der AGB an die aktuelle Rechtslage, die Weiterentwicklung der Shopsoftware, Zugriff auf den DHL-Rahmenvertrag und unseren kostenlosen Telefonsupport.

In welchem Rhythmus erfolgt eine Anpassung der AGB und der gesetzlichen Informationen für Kunden?
Für die rechtliche Betreuung arbeiten wir mit Frau Heukrodt-Bauer von legalershop.de zusammen. Wir stehen in ständigem Kontakt mit ihr und, falls erforderlich, werden die AGB kurzfristig angepasst.

Verraten Sie uns die Zugriffzahlen und den Umsatz von Tradoria?
Im Februar hatten wir circa 200.000 Unique Visits und eien Million Page Impressions, Tendenz stark steigend. Unser Bestellvolumen steigern wir monatlich um 40 %.

Kürzlich gab es einen Relaunch der Seite. Was war der Grund dafür?
Wir wollten den Shopping-Mall-Charakter stärker herausstellen und die einzelnen Shops besser präsentieren. Außerdem sollte durch die Einführung der Shoppingwelten das Sortiment besser gegliedert werden.

Wird es in Zukunft möglich sein, dass die Käufer direkt zu einzelnen Produkten Kommentare hinterlassen oder auch Fotos mit ihrem gekauften Produkt hinterlassen können?
Derzeit bieten wir die Möglichkeit, Produkte nach dem Kauf zu bewerten. Wir planen zusätzlich, Produkte in verschiedenen blogähnlichen Formaten vorzustellen. Dort werden Nutzer dann auch die Produkte kommentieren können.

Mit dem Club-Shopping wurde bereits ein weiterer Absatzkanal gefunden. Sind weitere Kanäle in Planung?
Wir haben noch Einiges in Planung, z.B. verschiedene Event-Shopping-Konzepte.

Was macht Tradoria, damit der Marktplatz deutschlandweit bekannt wird und mehr potentielle Käufer auf die Plattform kommen?
Wir werden dieses Jahr noch deutlich stärker in SEO investieren. Kooperationen, auch im Bereich Gutscheinmarketing, PR und E-Mail-Marketing sind weitere Wege. Zusätzlich werden wir die Händler verstärkt im Marketing für den eigenen Shop unterstützen.

Wie haben Händler bzw. Käufer bislang auf Ihre Seite gefunden, rein über virales Marketing?
Um neue Händler für Tradoria zu gewinnen, setzen wir auf mehrere Kanäle. Zum einen auf die telefonische Akquise, das Empfehlungsmarketing oder unser Forum, das von Peter Höschl von shopanbieter.de betreut wird. Käufer werden unter anderem über die sehr gute Listung in den Suchmaschinen auf uns aufmerksam.

Wenn Sie auf das erste Jahr zurück blicken: Woran denken Sie spontan?
Jeder Tag verlief anders als gedacht.

Was lief besonders gut, was besonders schlecht?
Bisher lief alles sehr gut.

Aus welchen Fehlern haben Sie am meisten gelernt?
Ich hoffe aus allen Fehlern.

Die Start-up-Szene ist ja immer noch sehr männerdominiert. Empfinden Sie es als Frau schwierig, sich in dieser Gründerszene zu etablieren oder ist es an manchen Stellen sogar förderlich, eine Frau zu sein?
Ich glaube, das Geschlecht spielt keine so große Rolle. Das Know-how und die Art sich zu präsentieren sind viel entscheidender.

Denken Sie, Frauen führen ein Start-up im Vergleich zu Männern anders?
Bei der Führung eines Unternehmens spielt der eigene Charakter und die Erfahrung eine viel größere Rolle als das Geschlecht.

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Christina Cassala, Redakteurin bei deutsche-startups.de, war schon zu ihren besten Uni- Zeiten in den 90er Jahren journalistisch tätig. Gleich nach dem Volontariat arbeitete sie bei einem Branchenfachverlag in Hamburg, ehe sie 2007 zu deutsche-startups.de stieß und seither die Entwicklungen der Start-up Szene in Deutschland mit großer Neugierde beobachtet.