“Wir haben keinen Exit-Druck” – Marc Samwer vom European Founders Fund im Interview

Der European Founders Fund (EFF) hat sich bisher als Frühphasen-Investor und durch einige erfolgreiche Exits – beispielsweise “studiVZ” – einen Namen gemacht. Die Beteiligung an “Sport1″ ist weder ein Frühphasen-Investment, noch ist ein […]
“Wir haben keinen Exit-Druck” – Marc Samwer vom European Founders Fund im Interview

Der European Founders Fund (EFF) hat sich bisher als Frühphasen-Investor und durch einige erfolgreiche Exits – beispielsweise “studiVZ” – einen Namen gemacht. Die Beteiligung an “Sport1″ ist weder ein Frühphasen-Investment, noch ist ein kurzfristiger Exit zu erwarten. Wie passt dies in die EFF-Strategie?
Auf der einen Seite beteiligen wir uns mit dem EFF an sehr jungen Unternehmen, um diese Start-ups mit unserem Know-how, unseren Erfahrungen und unserem Netzwerk bei ihrem Wachstum bestmöglich zu unterstützen. Falls dann jemand den Gründern für ihr Unternehmen einen sehr guten Preis bietet, helfen wir den Gründern natürlich auch mit unserer besonderen Erfahrung beim Verkauf des Unternehmens. Das ist uns bereits sehr oft sehr gut gelungen. Das schließt aber nicht aus, dass wir grundsätzlich sehr langfristig und strategisch investieren. Da wir unser eigenes Geld investieren, haben wir – anders als Venture Capitalists – keinen Exit-Druck. Venture Capitalists brauchen möglichst schnelle Exits, um neues Geld für den nächsten VC-Fonds sammeln zu können. Wir können und wollen Beteiligungen auch langfristig halten. Für unsere Beteiligung an Sport1, dem größten Sport-Portal Deutschlands, sehen wir gerade durch den Ausbau von User-Generated-Content, der verstärkten Einbindung von Video und dem Aufbau von vielfältigen Communities ein enormes Wachstumspotential in den nächsten Jahren.

Sehen Sie Anknüpfungspunkte zu bestehenden Beteiligungen?
Unsere Beteiligung an Sport1 ist eine strategisch optimale Erweiterung unseres Netzwerks im Bereich Sport/Freizeit und Social Networks/Communities. Wir sehen viele neue Möglichkeiten, wie unsere zahlreichen Investments im Web 2.0, Social Networks und Communities mit unserem neuen Partner Sport1 für beide Seiten sehr interessante Partnerschaften eingehen können. Wir werden unseren Beteiligungen das gesamte Netzwerk von Sport1 öffnen.

Neben der neuen Sport1-Community “sportsfreunde” buhlen bereits eine Vielzahl Social Networks für Sportler um Nutzer. Hat Sport1 in diesem heiß umkämpften Markt überhaupt eine Chance gegen die vielen Konkurrenten?
Wir sind davon überzeugt, dass wir als frühe Investoren von Web-2.0-Erfolgen wie studiVZ und MyVideo durch unsere Kompetenz und Erfahrung bei User-Generated-Content, Video und Communities, aber auch durch unser Netzwerk, bestens positioniert sind, um strategisch zu helfen, dass sich Sport1 weiter erfolgreich entwickelt. Zum anderen ist der entscheidende Unterschied, dass es sich bei Sport1 um eine der größten deutschen Websites überhaupt handelt. Anders als Social Networks, die gerade erst gestartet sind und bei Null beginnen müssen, hat Sport1 heute schon weit über 2 Millionen Unique User im Monat. Für Sport1 wird es deutlich einfacher sein, aus dem aktuellen Angebot und den bestehenden Nutzern heraus viele verschiedene Sport-Communities aufzubauen als für ein noch völlig unbekanntes Start-up.

Ist die Beteiligung an Sport1 eine Ausnahme, oder planen Sie weitere Investments an größeren Unternehmen?
Wir sind sehr offen und interessiert an vergleichbaren Investmentmöglichkeiten. Entscheidend ist für uns, dass das Unternehmen stark wachsen will. Wir können bei Wachstum, neuen Geschäftsfeldern und Internationalisierung mit unserem Wissen, unserer Erfahrung und unserem Netzwerk bestmöglich helfen. Wir schauen uns derzeit zum Beispiel gerade einige größere Internet-Unternehmen im Bereich Finanzen, E-Commerce und Entertainment an.

Zur Person
(auch an “deutsche-startups.de” beteiligt) ins Leben und unterstützten seitdem aktiv die deutsche Startup-Szene.

Artikel zum Thema
* Die Beteiligungen des European Founders Fund im Überblick
* Samwer-Brüder steigen bei Internet-Plattform Sport1 ein

Alexander Hüsing, Chefredakteur von deutsche-startups.de, arbeitet seit 1996 als Journalist. Während des New Economy-Booms volontierte er beim Branchendienst kressreport. Schon in dieser Zeit beschäftigte er sich mit jungen, aufstrebenden Internet-Start-ups. 2007 startete er deutsche-startups.de.

  1. Man liest es mal wieder ganz deutlich: Wer die Samwers am Tollsten findet, sind und bleiben die Samwers. Mir ist jedenfalls schlecht.



  2. Peter

    @sebastian: du weißt aber, wem die seite hier gehört bzw wer dahintersteckt?



  3. Michael Munderer

    @sebastian: nein, scheinbar weiß er es nicht! Vielleicht sollten wir ihn einmal aufklären, was hälst davon?



  4. Jan

    Selbstverständlich weiss Sebastian das *lach*. Trotzdem sagt er seine Meinung :-)

  5. *lach* ohne Worte :-)

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  7. Erfolgreich sind sie dennoch, ob man es nun gut findet oder eben nicht.



  8. Dirk

    “…Erfolgreich sind sie dennoch, ob man es nun gut findet oder eben nicht.”

    Muss meinen Vorredner “leider” recht geben. Glaube dieses Portal ist die einzige Investition von wirklichem Nutzen, die von den Samwers bisher getätigt wurde.

    Zwar auch keine neue Idee, aber so eine Infoplattform ist schon sinnvoll, so lange Sie auch redaktionell unabhängig agieren kann.

    Ansonsten wird ja eh nur dort investiert, wa es schon kleine “Vorgaben” aus Übersee gibt. Von neuen Ideen oder gar Innovationen keine Spur, was ich sehr schade finde, aber na ja.

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  10. > Erfolgreich sind sie dennoch, ob man es nun gut findet oder eben nicht.

    Kommt drauf an, wie man für sich Erfolg definiert. Mich würde das ganz sicher nicht glücklich machen.

    Das Ergebnis mag stimmen. Für mich zählt aber auch der Weg dorthin und die Tatsache, jeden Morgen mit einem guten Gefühl in den Spiegel gucken zu können.

    Viele Grüße vom Wannsee,

    Sebastian



  11. hanno

    na na na, sicherlich sind die angebote der samwers umstritten und das vorgehen trifft nicht immer den persönlichen geschmack, aber ob man deshalb gleich nicht mehr in den eigenen spiegel schauen kann morgens?! der erfolg ihrer angebote zeigt ja auch, dass sie bei den usern gewisse bedürfnisse bedienen und diese damit (in der mehrheit) irgendwo glücklich machen. sie haben es halt einfach raus, sich zur richtigen zeit an den richtigen tisch zu setzen.



  12. argh

    die bildzeitung, 9live, blackwater, und die katholische kirche sind auch erfolgreich.

  13. > gleich nicht mehr in den eigenen spiegel schauen kann morgens?!

    Das können sie gewiss! Sonst wären sie ja nicht immer so schön gekämmt ;-) Aber ich sprach von “einem guten Gefühl” und das würde mir abhanden kommen, wenn mir nicht weiter einfiele, als die Ideen anderer Leute zu …..



  14. Cheater

    Würde mich auch interessieren, was die Samwers morgens vor dem Spiegel so denken. Oder die anderen BAs, die ihr Vermögen in einer rechtlichen Grauzone erwirtschaftet haben. Muß man denn den Kids das Taschengeld mit halb-legalen Handy-Abos abknöpfen, nur weil man dafür nicht sofort in den Knast kommt?

    Die Samwers sind sehr erfolgreich, ohne Zweifel. Aber sie verdienen dafür keinen Respekt. Das sind zwei grundlegend verschiedene Dinge.

    Ich hab den Samwers auch schon die Hand geschüttelt und Smalltalk gehalten. Aber im Hinterkopf war doch immer der Gedanke “ich weiß genau Freundchen, wie du deine Kohle gemacht hast.”



  15. hanno

    sebastian, ich kann deine sichtweise durchaus nachvollziehen, aber ich denke man muss schon etwas differenzieren. ich denke beispielsweise ebay hätte es damals zum deutschland-start damals ohne die alando akquise wesentlich schwerer gehabt hier fuss zu fassen und sicherlich nicht unbedingt günstiger (selbst ohne großen wettbewerb). desweiteren bleiben einfach viele deutsche user ausgesperrt dadurch, dass erfolgreiche plattformen wie facebook oder youtube nicht wirklich internationalisieren und nicht einmal in einer deutschen sprachversion zur verfügung stehen. natürlich ist man im internet immer irgendwo ‘international’ und jeder kann kann diese plattformen nutzen, aber denke jedem hier ist klar dass gerade bei einem großteil des jungen publikums eine englische plattform eine definitive hürde darstellt. wieso sollte man diesen leute die erwiesenermaßen spannenden funktionalitäten vorenthalten, nur weil ein youtube oder myspace nicht aus demhintern kommt ein lokales teamfür einen großen markt wie deutschland aufzubauen. oder deutschland ist für diese plattformen eben nicht attraktiv genug, doch dann sind auch die copycats kein großer dorn im auge.

    wie auch immer, ich will copycats nicht schön reden und derzeit wird definitiv zu viel abgekupfert, aber für viele amerikanische plattformen ist deutschland eben zu speziell, um dort eigene angebote zu betreiben.

    ganz unabhängig davon ist es natürlich erst recht nicht sehr löblich, minderjährigen teure klingelton-abos unterzujubeln!!



  16. jan

    ich glaube das youtube in deutschland sehr erfolgreich ist. die englische sprache steht dem nicht im wege. meistens wird doch auf youtube verlinkt und das video spiel sofort.
    der content von youtube ist einfach nicht zu schlagen. dadrauf kommt es an.



  17. hanno

    scheint aber ja noch immer genug anhänger der deutschen sprache zu geben, so dass myvideo, sevenload und clipfish jedenfalls von diesen leben können. wie gesagt, natürlich kann man englisch voraussetzen, aber bei der heutigen zielgruppe bis 16 jahre (und darüber sicher auch) ist es für einen gewissen prozentsatz der konsumenten-masse gewiss eine hürde.

  18. > “ich weiß genau Freundchen, wie du deine Kohle gemacht hast.”

    *schlapplach*

    You made my day!

  19. Traditionelle Venture Capital Fonds wie Atlas Venture, Wellington oder Earlybird haben noch wesentlich weniger “Exit-Druck”, da sie normalerweise bis zu 10 Jahre Laufzeit festgelegt haben (und auch diese nochmal verlängert werden kann). Die durchschnittliche Haltefrist bei Portfoliounternehmen von europäischen Top-VCs ist zwischen 5 und 6 Jahren.

    Ich denke längere Haltedauer ist nicht das Hauptargument um Geld vom EFF zu nehmen, sondern es ist das ausgezeichnete Netzwerk und die Beratung von Unternehmern wie Oliver und Marc. Die besten Investitionen vom EFF werden dann entweder sehr gut verkauft oder landen bei den TOP VCs Europas. Da soll nochmal jemand sagen in Europa hätten wir kein gutes Ecosystem!



  20. Cheater

    Welche Rolle spielt Ethik für einen Gründer? Kann man sich diesen Luxus überhaupt leisten und Geld ablehnen, das erwiesenermaßen unethisch erwirtschaftet wurde? Soll man einen BA oder VC ablehnen, weil er sein Geld in einer rechtlichen Grauzone erwirtschaftet hat, die ihn nach neuester Rechtsprechung in den Knast bringen würde? Wo muß man da die Grenze ziehen? Sind Handy-Abos und Dialer-Programme noch ok, oder vielleicht Anlagebetrug und Waffenhandel, oder doch erst Drogenhandel, um ein schlechtes Gewissen zu bekommen? Manche Fonds verwalten die Gelder russischer Oligarchen, die unter “feindlicher Übernahme” noch immer einen Kopfschuß verstehen.

    Alles scheißegal, Hauptsache Profit machen? Augen zu und sich vorlügen, man habe ja keine Ahnung gehabt? Oder lieber mit gutem Gewissen die Finanzierung des eigenen Startups riskieren?

    @Max, die Grundpfeiler dieses “Ecosystems” sind zum Teil ziemlich schmutzig.



  21. Stefan

    Ich muss mich anschliessen und finde die Art, wie die Samwers kopieren (und nicht nur Projekte aus USA, sondern Themen, bei denen sie auch in Deutschland den BPlan gesehen haben), mehr als grenzwertig – da gibt es auch keinen Grund, stolz drauf zu sein. Aber interessanterweise scheinen denen inzwischen die Rekrutierungsmöglichkeiten an der WHU zu versiegen …

  22. Ich habe mit den dreien bei jamba mehrere Monate zusammengearbeitet (2000/2001, ich war jung und brauchte das geld) und muss folgendes sagen:
    einer von den dreien hat echt Ahnung und ist klever
    einer von den dreien spielt sich gerne als chef auf, macht auf seriös, ist aber eher (technisch) unbedarft
    und der dritte ist ein armer choleriker, der von den anderen beiden nur mitgeschleppt wird.
    aber ich sage nicht, wer wer ist :-)

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