BeatJoe macht in Umfragen

Mit “BeatJoe” wollen Felix Geidt und Christoph Schrey die Weisheit der Massen auf den Prüfstand stellen. Ihren neuen Webdienst beschreibt Gründer Geidt als “Tippspiel 2.0”. Ganz im Web-2.0-Stil kann jeder registrierte Nutzer “BeatJoe” […]
BeatJoe macht in Umfragen

Mit “BeatJoe” wollen Felix Geidt und Christoph Schrey die Weisheit der Massen auf den Prüfstand stellen. Ihren neuen Webdienst beschreibt Gründer Geidt als “Tippspiel 2.0”. Ganz im Web-2.0-Stil kann jeder registrierte Nutzer “BeatJoe” selbst mit Inhalten füllen und kostenlos Umfragen zu allen möglichen Themengebieten einstellen. Aktuell will beispielsweise efix wissen: “Wo steht der DAX in zwei Monaten?”. Andere Umfragen lauten: “Wer wird Vorsitzender der CSU?”, “Wird es diesen Sommer eine Tornadosichtung in Deutschland geben?” oder “Produziert Dieter Bohlen 2007 noch einen Top Ten Hit?” Womit sich “BeatJoe” eindeutig von Frage- und Antwort-Communitys wie “Lycos IQ“, YahooClever” und “gutefrage.net” aber auch von Ranking-Plattformen wie “Rankaholics” und “woobby” abgrenzt.

Bei der Beantwortung der Umfragen setzen die “BeatJoe”-Macher auf einen sehr spielerischen Ansatz. Bei der Anmeldung erhält jeder Nutzer 100 Punkte. Bei allen Umfragen kann jeder User zwischen einem und fünf Punkte setzen und hoffen, dass seine Antwort richtig ist. So wird aus der Umfrage ein kleines Tippspiel. Alle Nutzer, die die Antwort richtig vorhergesagt haben, erhalten schließlich die eingesetzten Punkte der Verlierer. Das Prinzip für die Punkteverteilung haben sich Geidt und Schrey beim Pferderennen abgeschaut. Um den Anreiz für die Spieler zu erhöhen, erhält der erfolgreichste Nutzer am Ende des Monats einen Preis. Das Problem bei “BeatJoe” ist, dass derzeit viele Umfragen mit einer extrem langen Laufzeit im Angebot sind. Da bleibt der schnelle Spielspaß auf der Strecke.

Joe stimmt immer wie die Mehrheit ab

Zwei weitere wichtige Elemente in der “BeatJoe”-Welt sind Gruppen und der Mitspieler “Joe”. Der Namenspatron der Umfragen-Community ist sozusagen der personifizierte Mitläufer und schließt sich bei allen Tippspielen immer der Meinung der Mehrheit an. Mit diesem virtuellen Nutzer wollen die beiden Gründer die Weisheit der Massen überprüfen. “Nach dieser Theorie sollte Joe immer besser werden, je mehr User \’BeatJoe\’ hat”, sagt Geidt. Die Gruppen der Community teilen sich in Interessensgruppen und soziale Gruppen. In letzterer können Freunde, Vereine oder Arbeitskollegen “ohne Einblick anderer Nutzer, Fragen zum eigenen Umfeld stellen”. Die Interessensgruppen wiederum sollen überprüfen, ob vermeintliche Experten (Autofans, Fußballkenner, Apple-Anhänger) bei bestimmten Umfragen wirklich besser abschneiden.

Die Idee zu “BeatJoe” entstand der Legende nach zufällig während eines Telefonats. Ein internationales Vorbild existiere nicht, sagt Geidt. Kennen gelernt haben sich Geidt und Schrey während eines Auslandssemesters in Kanada. Geidt hat in Vallendar BWL und Schrey in Erlangen-Nürnberg Wirtschaftsinformatik studiert. Finanzielle Unterstützung beim Aufbau von “BeatJoe” hat sich das Duo unter anderem bei den beiden “Hitflip“-Machern Jan Miczaika und Gerald Schönbucher sowie bei Florian Heinemann (“justbooks”) geholt. Die Finanzierung des Tippspiel-Angebots soll zunächst über Werbung erfolgen.

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Alexander Hüsing, Chefredakteur von deutsche-startups.de, arbeitet seit 1996 als Journalist. Während des New Economy-Booms volontierte er beim Branchendienst kressreport. Schon in dieser Zeit beschäftigte er sich mit jungen, aufstrebenden Internet-Start-ups. 2007 startete er deutsche-startups.de.