#Interview

„Wer investieren kann, sollte es tun“

Mehr als 350 Investments, zahlreiche Unicorns im Portfolio und seit Jahren in Deutschland aktiv: XAnge gehört zu den etablierten Frühphasen-Investoren Europas. Partnerin Valerie Bures spricht über die aktuelle Investmentlage, Chancen für Gründer und die Technologien der Zukunft.
„Wer investieren kann, sollte es tun“
Mittwoch, 28. Oktober 2026VonAlexander

Der französische Frühphasen-Investor XAnge gehört längst zu den festen Größen der deutschen Startup-Szene. Bereits seit 2008 investiert das 2004 gegründete Unternehmen hierzulande. Zu den bekannten Beteiligungen zählen Flink, Raisin, Mister Spex und Knowunity. Europaweit hat XAnge inzwischen mehr als 350 Investments getätigt.

Aktuell verwaltet XAnge seinen fünften Fonds mit einem Volumen von mindestens 200 Millionen Euro. Im Fokus stehen vor allem KI, DeepTech und Nachhaltigkeit. Die ersten Investments in ein Startup liegen üblicherweise zwischen 300.000 und 4 Millionen Euro.

Für den deutschen Markt ist Valerie Bures als Partnerin und General Manager DACH verantwortlich. Sie sieht Deutschland und Frankreich als wichtige Standorte für die nächste Generation europäischer Technologieunternehmen. Auch die aktuelle Investmentsituation in Deutschland bewertet sie positiv.

Im Interview mit deutsche-startups.de spricht Bures über die Chancen für Startups auf Kapitalsuche, ihre Erwartungen an die kommenden Monate und darüber, warum gerade schwierige Zeiten interessante Gründungen hervorbringen können.

Wie würdest Du deiner Großmutter XAnge erklären?
XAnge stellt Kapital für eine sorgfältig ausgewählte Gruppe außergewöhnlicher Teams bereit, die in wachsenden Märkten ein herausragendes Produkt entwickeln. Dabei wissen wir: Nicht jede dieser Wetten geht auf, aber einige wenige können zu echten Riesenerfolgen werden. Entscheidend ist für mich außerdem, dass wir mehr als nur Geld mitbringen. Wenn wir unseren Teams mit unserem Netzwerk und unserer Erfahrung Zeit und Geld sparen können und ihnen so schneller zum Erfolg verhelfen, macht das einen enormen Unterschied.

Wie bewertest Du die aktuelle Investmentsituation in Deutschland?
Ich sehe sie positiv. Schwierige Zeiten bringen erfahrungsgemäß eine wachsende Welle großartiger Gründerinnen und Gründer hervor, denn in solchen Phasen sind Menschen eher bereit, Risiken einzugehen. Deshalb gilt: Wer investieren kann, sollte es gerade in den kommenden Jahren tun.

Mit welchen Erwartungen blickst Du auf die kommenden Monate?
Mit großer, positiver Neugier. Es ist für mich ein echtes Privileg, mit einigen der klügsten Köpfe Europas zu sprechen und sie bei ihrer Arbeit zu unterstützen.

Was rätst Du Gründer:innen, die derzeit auf Kapitalsuche sind?
„Glück ist, wenn Vorbereitung auf Gelegenheit trifft““ Ich denke das Zitat des römischen Philosophen Seneca trifft es ziemlich gut. Denn es ist entscheidend, aktiv an beidem zu arbeiten: sich gründlich vorzubereiten und gleichzeitig selbst Gelegenheiten zu schaffen.

Welche Startups begeistern Dich derzeit ganz besonders?
Yasp.ai fasziniert mich. Die Schnittstelle zwischen Hardware und Software wird im Zeitalter von KI enorm an Bedeutung gewinnen. In einer der jüngsten Folgen von Navals Podcast („Live in the Future“) wird die Zukunft treffend beschrieben: Es geht darum, an KI zu arbeiten, in einer Zeit, in der Hard- und Software selbst zunehmend zur Commodity werden.

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Foto (oben): Xange

Alexander

Alexander Hüsing, Chefredakteur von deutsche-startups.de, arbeitet seit 1996 als Journalist. Während des New Economy-Booms volontierte er beim Branchendienst kressreport. Schon in dieser Zeit beschäftigte er sich mit jungen, aufstrebenden Internet-Start-ups. 2007 startete er deutsche-startups.de.