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Von Sensorik bis Avatar: Smarte Tools für Events im „Neuen Normal“

IAA? Abgesagt. Sting-Konzert? Verschoben. Gamescom? Ausschließlich online. Die Corona-Krise hat die Veranstaltungsbranche 2020 stark verändert. Wie digitale Lösungen von Startups des TechBoost-Programms dabei helfen, Events und Messen für das „neue Normal“ zu wappnen.
Von Sensorik bis Avatar: Smarte Tools für Events im „Neuen Normal“
Dienstag, 15. September 2020Vonds-Team

Ob Leipziger Buchmesse, Genfer Autosalon oder der Mobile World Congress in Barcelona: Großveranstaltungen mit tausenden Besuchern waren monatelang nicht mehr denkbar. Laut Statista wurden durch den Ausbruch der Corona-Pandemie allein in Deutschland mehr als 620 Messen verschoben oder abgesagt. Auch wenn kleinere Konzerte oder berufliche Meetings heute wieder möglich sind, müssen Messegesellschaften und Eventagenturen ihre Veranstaltungskonzepte an das „neue Normal“ anpassen. Dazu zählen strenge Hygienemaßnahmen genauso wie der Online-Ticketverkauf und das Tracking der Besucher. Zwar werden Live-Veranstaltungen noch lange nicht die Größenordnung der Vor-Corona-Zeit erreichen. Doch es gibt zahlreiche smarte Lösungen, die die Organisation vor Ort erleichtern und dabei helfen, Events in die digitale Welt zu verlängern. Die Bereitschaft zum Umdenken ist da: Erachteten vor Beginn der Corona-Krise nur 27 Prozent der Veranstalter hybride Events als zukunftsweisend, waren es nach dem 9. März 2020 bereits 60 Prozent.

Besucherströme in Echtzeit analysieren und smart lenken

Digitale Anwendungen unterstützen Messebetreiber beispielsweise bei der Einhaltung von Hygienekonzepten. So können intelligente Systeme erfassen, wie viele Menschen sich in einer Location befinden und Besucherströme so lenken, dass sich Abstandsregeln gut einhalten lassen. Das Tech-Startup Sensalytics aus Stuttgart etwa bietet eine Lösung, die hochsensible Sensoren mit einer Analyse-Plattform kombiniert. Das unter anderen in der Open Telekom Cloud gehostete System erfasst Verweildauer und Pfad jedes einzelnen Besuchers und erstellt sogenannte Motion-Heat-Maps. Die Anonymität der Besucher ist dabei stets gewährleistet: Die DSGVO-konforme Software erkennt lediglich, ob die Person Mann oder Frau, Kind oder Erwachsener ist. Auf diese Weise können Anwender in Echtzeit nachvollziehen, welche Bereiche besonders stark frequentiert sind und gegensteuern – etwa mit Ampelsystemen oder Warndurchsagen. In der Messe Frankfurt zum Beispiel regelt das System nicht nur den Besucherstrom, sondern sorgt auch für die bedarfsgerechte Reinigung der Sanitäranlagen: mit optimiertem Personaleinsatz, über Bluetooth-Sender erfassten Putzzeiten sowie digitalen Reinigungstafeln.

Der digitale Messestand für den virtuellen Raum

In den vergangenen Monaten hat sich gezeigt, dass es durchaus möglich ist, Kongresse, Events und sogar ganze Messen in die digitale Welt zu übertragen. Die rooom AG aus Jena, bietet Unternehmen dafür eine virtuelle Plattform. EXPO-X heißt ihr digitales Messegelände, in dem sich jeder Aussteller seinen Stand selbst gestaltet – entweder kuratiert mit vordesignten Elementen oder nach 3D-Modellen des eigenen Messebauers. Tresen, Monitore oder Rollups lassen sich individuell ans Corporate Design anpassen. 3D-Avatare der Ansprechpartner begrüßen die Besucher persönlich vor Ort. Auch Vortragsreihen oder Kongresse finden mit rooom ihren passenden digitalen Rahmen – und erreichen auf diesem Weg auch Personen, die an einem Live-Event nicht teilgenommen hätten. Das vor allem bei Messegesellschaften und internationalen Konzernen gefragte Konzept Expo-X ergänzt das Startup um eine Showroom-Lösung, die auch kleineren und mittelständischen Unternehmen den Weg in einen digitalen Verkaufsraum ebnet. So lassen sich die eigenen Geschäftsräume anhand von Grundrissdaten und 3D-Zeichnungen mit wenigen Klicks in eine 3D-Umgebung umwandeln und einrichten. Schnell über Website oder Social-Media-Kanäle geteilt, erhalten Kunden rund um die Uhr Einblick ins Sortiment.

Mit eigenem Avatar zur nächsten Konferenz 

Messen digital besuchen, Vorträgen via Bildschirm oder VR-Brille folgen: Das Düsseldorfer Startup doob geht mit seiner Alternative zur Präsenzkonferenz noch einen Schritt weiter. Mit seiner in der Open Telekom Cloud gehosteten Lösung, baut das Unternehmen nicht nur Meeting-, Event- und Konferenzräume digital nach, es erstellt auch personalisierte Avatare, die auf virtuellen Veranstaltungen in Echtzeit miteinander interagieren. Dafür kommen neueste IT-Lösungen wie hochauflösende Face- und Bodyscanner sowie Motioncapture-Anzüge zum Einsatz: Diese erfassen Körperbau, Mimik und Gestik einer Person und erzeugen einen digitalen Zwilling. Was bislang teuren Filmproduktionen vorbehalten war, ist dank Software-Automatisierung und Maschine Learning bald für verschiedenste Anlässe im beruflichen und privaten Umfeld denkbar. Für die Veranstaltung erhalten die Teilnehmer VR-Brillen, mit deren Hilfe sie sich im Raum bewegen und ihre Bewegungen auf ihren Avatar übertragen können – vergleichbar mit einem Computerspiel. Die Lösung, die bei der Telekom sowie anderen großen Unternehmen bereits im Einsatz ist, eignet sich besonders für Veranstaltungen mit bis zu 200 Teilnehmern. 

Erfolgreiche Förderung von innovativen Startup-Lösungen durch TechBoost

Sensalytics, rooom und doob sind Teilnehmer von TechBoost, dem Start-up-Programm der Deutschen Telekom. Derzeit werden mehr als 450 Startups mit digitalen Geschäftsideen von TechBoost unterstützt. Gründer erhalten hierbei bis zu 100.000 Euro Startguthaben für die Open Telekom Cloud sowie Kontakte zu potenziellen Partnern und Kunden aus dem Geschäftskundennetzwerk der Telekom. Darüber hinaus profitieren sie von weiterer Unterstützung im Marketing oder Vertrieb. Mehr Informationen zum Startup-Programm und zum Bewerbungsverfahren gibt es unter www.telekom.de/techboost.

Foto (oben): TechBoost