From Scratch “Für mich ist jeder Späti-Betreiber ein Entrepreneur“

Im Rahmen der Masterclass-Serie “From Scratch” von Startup Notes und Digital McKinsey spricht Ex-Lieferando-Gründer Christoph Gerber mit Christian Miele von e.ventures über gute und schlechte Motive für eine Unternehmensgründung.
“Für mich ist jeder Späti-Betreiber ein Entrepreneur“

Vor einem Jahr sprach Christoph Gerber im Podcast-Interview mit Startup Notes bereits unter anderem darüber, warum er nach dem Lieferando-Exit in 2014 (für 62,9 Mio. Euro an die holländische Takeaway-Gruppe verkauft) so schnell mit seinem zweiten Startup Talon.One erneut von vorne begann, weshalb er den Hype um die Berliner Startup-Szene kritisch sieht und wieso er überzeugt ist, dass das Company-Builder-Modell von Rocket Internet ausgedient hat.

Mit nicht minder deutlichen Worten nahm er sich nun zum Auftakt der Veranstaltungsreihe “From Scratch” erneut den Umstand vor, dass die Gründer von digitalen Startups mittlerweile die neuen “Rockstars” unserer Zeit sind. “Es scheint heutzutage eine Lifestyle-Entscheidung zu sein, Gründer werden zu wollen”, wie Gerber kritisch anmerkt. Dabei sei jeder Kiosk-Besitzer in Berlin genauso ein “Entrepreneur” wie diejenigen, “die in der Factory versuchen, an verrückten Ideen zu basteln”. So sei es laut Gerber in dieser Hinsicht insbesondere auch die falsche Motivation, ein Startup zu gründen, nur um damit möglichst reich zu werden. Es gäbe leichtere Wege, um viel Geld zu verdienen – etwa ein Job im Investmentbanking. Allen angehenden Gründern gibt er dennoch einen Ratschlag mit auf den Weg: “Auch wenn es schwer ist, einfach immer weitermachen.” Dennoch sei es wichtig, auch als Gründer auf eine gesunde Work-Life-Balance zu achten. “Es bringt nichts, 10 bis 12 Stunden am Tag zu arbeiten. Man muss sein Leben auch genießen”, wie der passionierte Kitesurfer betont.

Dass Konzerne wie z.B. die Big Four (Deloitte, KPMG, PwC, EY) es jedoch schwer haben, digitaler zu werden und eine Startup-Mentalität zu entwickeln, sei dabei ein hausgemachtes Problem. “Diese Unternehmen sind nicht darauf ausgelegt, Kreativität oder Entrepreneurship zu fördern”, wie Gerber kritisiert. So seien beispielsweise Fehler in der Regel ein Hindernis um etwa befördert zu werden. Dabei müsse man diese zulassen und insbesondere dann Lösungen finden, wenn Dinge nicht funktionieren. “Um seinen Horizont und seine Fähigkeiten zu erweitern, muss man dort sein, wo auch mal Sachen kaputt gehen.”

Eher bekannt für seine Kritik an Rocket Internet, fand der bekannte Gründer jedoch auch anerkennende Worte für den Berliner Startup-Giganten: “Ich kann Rocket keinen Ratschlag geben. Es ist nicht leicht, über eine Milliarde Euro für Investments zu Verfügung zu haben und diese möglichst richtig anzulegen. Aber Oli Samwer weiß genau, was er macht – nur sagt er das nicht immer der breiten Öffentlichkeit.”

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Foto (oben): Talon.One

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