Die Höhle der Löwen - was sagt Felix? #dhdl Kommunikation ist manchmal schwerer als gedacht!

Was mir in der ersten Woche aufgefallen ist, dass ich manchmal nicht verstanden habe, was der GoG mir grad erzählen will. Ein bisschen durch den Ring zu tanzen ist toll, aber nicht so lang bis man vorn überfällt. Hier wäre es doch ganz sinnvoll gewesen, wenn man sich an die eigene Struktur gehalten hätte.
Kommunikation ist manchmal schwerer als gedacht!

Dann schauen wir uns doch mal an, was so passiert ist bei “Die Höhle der Löwen” und vor allem werfen wir mal einen Blick darauf, was wir als GoG daraus lernen können. Was ein GoG ist? Das kläre ich gerne auf. GoG ist meine selbst kreierte Wortschöpfung für “Gründerinnen oder Gründer”. Ich finde das macht den Lesefluss für unsere kleinen Reviews einfach angenehmer. Ich hoffe, ich trete niemand auf die Füße wenn ich hier festlege das es “der GoG” ist. Dafür ist der Plural dann “die Gogs”. Das ist doch fair oder?

Aber jetzt Schluss mit dem GoG und auf in unserer erstes kleines Review zur Sendung. Wir haben fünf Präsentationen zu völlig unterschiedlichen Produkten gesehen. Und nicht nur die Produkte waren sehr verschieden, sondern auch die Präsentation der jeweiligen GoGs. Der eine wagt sich offensiv in den Ring, der andere muss regelrecht aufgefordert werden mal ein paar Informationen von sich zu geben. Jetzt könnten wir uns stundenlang darüber unterhalten welche Methode letztendlich die Beste ist. Letztendlich kommen da aber eine ganze Menge Faktoren zusammen. Haben die Löwen das Geschäftsmodell verstanden? Wenn nein, liegt es am GoG oder liegt es vielleicht daran, dass die Löwen nicht richtig zugehört haben oder vielleicht heute kein Kapital investieren wollten? Die Frage können wir nur schwer beantworten. Also, was ziehen wir für uns aus der ganzen Sache? Ich packe das mal in eine schöne Listenform, das liest sich immer so schön übersichtlich. Heimatgut, Sixtyone Minute, Tragfix, Thronjuwel und Kape Skateboards haben sich diese Woche vor die Löwen gestellt.

Tanz durch den Ring

Was mir in der ersten Woche ganz besonders aufgefallen ist, das ich manchmal nicht wirklich verstanden habe, was der GoG mir da grad erzählen will. Ein bisschen durch den Ring zu tanzen ist ja toll, aber bitte nicht so lang bis man vorn überfällt. Hier wäre es an der ein oder anderen Stelle doch ganz sinnvoll gewesen, wenn man sich an die eigene Struktur gehalten hätte. Klar, am besten wird man in kürzester Zeit alle Informationen los. Wobei, nein eigentlich ist das Quatsch. Welche Informationen sind relevant und was lenkt letztendlich nur ab? Wenn ich eine schöne Frau in einer Bar ansprechen will, dann quatsche ich sie schließlich auch nicht erstmal zehn Minuten voll, bevor Sie vor Langweile einschläft.

Was war nochmal die Frage?

An manchen Stellen musste ich dann doch ein bisschen schmunzeln. Vielleicht liegt es an mir, aber bei manchen Antworten hatte ich das Gefühl, dass ich die Frage etwas anders verstanden habe. Nun gut, als Berater kann ich auch gerne mal um den heißen Brei herum reden. Aber wenn man keine Ahnung hat, dann. Aber genauso hatte ich das Gefühl, dass die Löwen an der ein oder anderen Stelle vielleicht lieber eine andere Antwort erwartet hätten. Dann hätte man aber auch eine andere Frage stellen sollen. Also Kommunikation ist halt manchmal dann doch schwerer als gedacht. Den Eindruck hatte ich bei SixtyOne Minute an der ein oder anderen Stelle. Aber naja, man kennt sich eben auch nicht.

In zwei Jahren ist mein Unternehmen unbezahlbar

Was gibt es schöneres als die wunderbare Welt der Unternehmensbewertung. Ich glaube, wir sollten uns alle die Daumen patentiere lassen mit denen wir den Firmenwert berechnen. Manchmal komm ich mir vor wie auf einem Basar. Verstehen Sie mich nicht falsch, ich liebe den Basar. Aber wenn beide Seiten mal ein wenig mehr Verstandins für die Seite des anderen hätten, dann wäre sicher beiden geholfen. Der Dreisatz zur Berechnung ist sicher auch nicht aller Tage Abend. Oder wie sehen Sie das? Ich bin ja auch nicht unfehlbar. Aber wenn es kein Patent, keine Umsätze und keine Kunden gibt und das Produkt noch ganz am Anfang steht, dann ist das Unternehmen ja nicht gleich ein paar Millionen Euro wert. Und auf der anderen Seite kann man von einem Unternehmen, das gerade erst gestartet hat, sicher nicht gleich Millionenumsätze erwarten. Wo sollen die bitte herkommen?

Der Markt ist ein Universum aus Schokolade

Marktberechnungen sind was feines, oder? Natürlich ist es schwer abzuschätzen wie groß das Kundenpotenzial so ist. Aber manchmal ist da ein Blick in die Marketingbasisliteratur (gruseliges Wort) doch sehr hilfreich. Ich glaube, es gibt nur wenige Produkte, die wirklich jeder braucht. Da stimmen Sie mir hoffentlich zu. Ok, Klopapier und Wasser braucht jeder. Wobei man auch den ganzen Tag Wein trinken kann. Aber das ist nicht gesund. Ab und an sollte man auch seine eigene Idee kritisch hinterfragen. Ja, ich muss den Löwen überzeugen, aber ein wenig Realismus schadet doch nicht. Kape und sein Gründer war zu jedem Zeitpunkt bewusst, dass er noch ganz am Anfang steht und das eine Massenproduktion nicht so einfach möglich ist – das wirkt einfach authentisch.

Wer sitzt da eigentlich?

Es ist ja schon ein wenig länger bekannt, wer die Löwen sind. Also sollte man sich dazu doch bitte vorher Gedanken machen. Jeder davon hat seine Eigenarten. Manche erkennt man schon nach einer Folge. Dass Frank Thelen Bock auf IT und Apps hat ist doch keine neue Information mehr und dass Jochen Schweizer “Erlebnisse” verkauft ist auch nichts Neues. Das muss mir als GoG klar sein. Personen vor Zahlen. Zumindest ist das meine
Erfahrung. Also sollte ich mir den oder die relevanten Löwen aussuchen und ein Spektakel entfachen, das den Löwen komplett in Feuer setzt (bitte unbedingt bildlich verstehen). Heimatgut ist das meiner Meinung nach diese Woche eigentlich ganz gut gelungen und das trotz des zunächst vielleicht etwas speziellerem Produkt.

Was ist ihnen aufgefallen bei den fünf Teilnehmern aufgefallen? Was fanden Sie gut oder was war ganz gruselig? Ihre Kommentare interessieren mich. Vielleicht habe ich mit meiner Einschätzung auch völlig Unrecht.

Zur Person
ds-erfolgreich-gruendenFelix Thönnessen ist Coach der Sendung “Die Höhle der Löwen” und macht die Teilnehmer fit für den Pitch vor den Investoren – siehe auch “Dos und Don’ts beim Pitch vor Löwen und Investoren“. Er arbeitet ansonsten als Gründungsberater und ist Inhaber der Unternehmensberatung thoennessenpartner. Für deutsche-startups.de analysiert Thönnessen in diesem Jahr die Auftritte der Kandidaten der zweiten Staffel von “Die Höhle der Löwen”. In seinem Buch “Erfolgreich Unternehmen gründen“, das gerade erschienen ist, gibt Thönnessen Tipps und Anleitungen, die für eine erfolgreiche Gründung wichtig sind: von der Ideenbildung über den Businessplan bis hin zur ersten Büroorganisation.

Fotogalerie: “Die Höhle der Löwen” (2. Staffel)

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Wir werfen ein Blick hinter die Kulissen von “Die Höhle der Löwen” und stellen die Jury vor. Einige Eindrücke der etwas anderen Gründer-Show gibt es in unserer kleinen, aber feinen Fotogalerie.

Foto: © VOX/ Bernd-Michael Maurer