Gastbeitrag von Martina Kölsch Mobile Friendly? – Dies müssen Start-ups wirklich wissen

Sind mobile Webseiten wichtig für Google? – Ein Rückblick auf Googles Ankündigung, und was dann wirklich passiert ist. Momentan scheint das Mobile Friendly Update die Ergebnisse noch nicht stark zu beeinflussen. Die Mobiltauglichkeit einer Webseite wird aber zukünftig mehr Einfluss auf Rankings haben.
Mobile Friendly? – Dies müssen Start-ups wirklich wissen

Google hatte angekündigt, dass am 21. April weitreichende Änderungen in den Suchergebnissen für Mobilgeräte stattfinden würden. Webseiten, die bis dahin noch nicht optimal auf Smartphones dargestellt wurden, sollten in Zukunft weniger häufig in den Suchergebnissen angezeigt werden, als es zuvor der Fall war. Erste Ergebnisse zeigen, dass das aber nicht immer so ist. Wie jetzt der Stand ist und wann sich mit dem Thema “für Mobilgeräte geeignete Webseiten” bereits in der Gründungsphase befasst werden sollte, fasse ich im nachfolgenden Beitrag zusammen.

1. Mobilfreundlichkeit als Ranking-Faktor

Laut Google wird mittlerweile bereits in zehn Ländern weltweit mehr über mobile Geräte als über den Desktop-PC gesucht. Das ist Grund genug, um Webseiten auch entsprechend an die besonderen Anforderungen für Mobilgeräte anzupassen. Auch Google fährt regelmäßig neue Tests, um die Nutzererfahrung auf Mobilgeräten weiter zu verbessern, damit die Nutzer auch mobil der Google-Suche treu bleiben.

Folgerichtig kündigte Google Anfang des Jahres an, dass die Mobiltauglichkeit von Webseiten ein Faktor für gute Rankings in Googles Suche werden soll. Der Anbieter gibt Webmastern dazu eine Vielzahl an Hilfen zur Hand: Unter dem Hashtag #mobilemadness gab Google dazu viele hilfreiche Tipps, um den eigenen Besuchern einen möglichst guten Webauftritt zu bieten. Zudem erweiterte der Suchmaschinen-Anbieter bereits einige Monate zuvor das bekannte PageSpeed Insights – ein Analysetool zur Verbesserung der Webseiten-Geschwindigkeit – um den Bereich  „Mobil“, der bei Abfrage des Tools mittlerweile prominent dargestellt wird.

pagespeed

Schlussendlich waren dann am Stichtag, den 21. April, ausschließlich Suchanfragen mit Mobilgeräten betroffen. Und auch hier gestand Google ein, dass die Änderung der Bewertung von Webseiten nicht schlagartig verläuft, sondern mit der Zeit geschehen wird.

Im Zuge der Ankündigung hatten viele Betreiber ihre Webseiten mobiltauglich gemacht, und die Frage ist nun: Hat sich der Aufwand dennoch gelohnt?

2. Erfahrungen aus der Praxis

Um dieser möglicherweise weitreichenden Änderung gerecht zu werden, unterscheiden viele der professionellen SEO-Tool-Anbieter mittlerweile zwischen mobilen und Desktop-Rankings. Auch wenn noch andere Faktoren in ein mobiles Ranking einspielen als nur eine optimale Anzeige der Webseite auf kleineren Geräten, können solche Tools einen ersten Einblick verschaffen.

Ein Indikator dafür, wie gut eine Domain für Suchanfragen in der Google-Suche zu finden ist, ist der SISTRIX Sichtbarkeitsindex. Dieser ist beispielsweise für unsere eigene, mobil optimierte Seite www.mindshape.de für den Smartphone-Bereich höher als für die normale Google-Suche:

sitrix-mind

Ob es wirkliche Unterschiede in der Sichtbarkeit gibt, hängt sehr von der Branche ab, aber auch von der Art des Inhalts. Haben viele Wettbewerber bereits eine mobile Seite, Sie selbst aber noch nicht, wird eher ein Unterschied vorzufinden sein als wenn Ihre Branche weniger technisch fortschrittlich ist.

So ist beispielsweise ein Projekt aus dem Freizeit-Bereich, welches nicht optimiert wurde, weiterhin auf denselben Platzierungen:

positionen

In unseren größeren Projekten konnten wir bisher keine Änderungen feststellen, die sich eindeutig auf den Stichtag des “Mobile Friendly Updates” herunterbrechen lassen.

3. Wann sollte eine mobiltaugliche Webseite in Betracht gezogen werden?

Das Ergebnis zeigt: Momentan scheint das Mobile Friendly Update die Ergebnisse noch nicht allzu stark zu beeinflussen. Da die Nutzung von Mobilgeräten aber weiter steigt und auch immer mehr Webseiten auf den Zug aufspringen, ist es wahrscheinlich, dass die Mobiltauglichkeit einer Webseite zukünftig mehr Einfluss auf Rankings haben wird. Allerdings kann nicht pauschal gesagt werden, dass sich deswegen direkt in der Gründungsphase eine Entscheidung für oder gegen eine mobiltaugliche Webseite getroffen werden muss. Denn:

1. Viele bekannte Content-Management-Systeme wie WordPress bieten heutzutage bereits automatisch spezielle, so genannte „responsive“ Templates an, die auch auf Smartphones gut darstellbar sind.

2. Je nach Zweck Ihrer Webseite ist eine mobiltaugliche Seite gar nicht notwendig. Falls Sie die Webseite nur als Visitenkarte verwenden (was keine Empfehlung ist, aber durchaus häufig der Fall), dann ist der Aufwand nicht gerechtfertigt. Falls Sie auf Ihrer Webseite dagegen umfangreiche Informationen oder sogar eine Shop-Funktion haben, sollten Sie die Mobiltauglichkeit überprüfen.

3. Falls der Anteil an mobilen Besuchern auf Ihrer Webseite momentan nicht hoch ist, sind auch nach der Optimierung für Mobilgeräte keine starken Traffic-Zuwächse zu erwarten. Auch hier lohnt der Aufwand womöglich nicht.

4. Ist Suchmaschinenoptimierung überhaupt Teil Ihrer Marketing-Strategie? Falls Ihre tatsächlichen Kunden eher über andere Kanäle generiert werden, sind kurzfristig Investitionen in diese Kanäle sinnvoller.

Zusammenfassend lässt sich sagen: Wenn Sie sowieso noch keine Webseite haben, sollten Sie einfach prüfen, ob Sie nicht direkt eine responsiv dargestellte Webseite erstellen lassen. Denn das kann, je nach System und Ihren sonstigen Anforderungen, eine günstige Entscheidung für die Zukunft sein. Falls Sie bereits eine Webseite haben, diese aber nicht mobiltauglich ist, sollten Sie prüfen, inwiefern mobiler Traffic momentan überhaupt eine Rolle spielt. Spätestens beim nächsten Relaunch empfiehlt es sich aber, auch hier die Mobiltauglichkeit zu berücksichtigen. Denn neben den Rankings und dem möglichen Traffic über Suchmaschinen sprechen auch Faktoren wie die Konversionsoptimierung und Nutzerfreundlichkeit für eine Beschäftigung mit dem Thema.

Zur Person
Martina Kölsch arbeitet bei der Internetagentur mindshape in Köln. Sie betreut seit mehreren Jahren als Online Marketing Consultant Webseiten von Unternehmen verschiedener Größen.

Foto: Sunglasses, starfish, red love heart and different objects on the wave beach sand from Shutterstock

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