“Viele Tech-Unternehmer sind Kitesurfer” – Christoph Jost vom FoundersKiteClub

Der FoundersKiteClub will in diesem Jahr erstmals sportliche Gründer und Investoren beim Kitesurfen zusammenschweißen. Im Interview mit deutsche-startups.de spricht FoundersKiteClub-Macher Christoph Jost, ehemals Absolventa, über risikofreudige Unternehmer, Gesprächsrunden am Strand und den Club-Gedanken. […]

Der FoundersKiteClub will in diesem Jahr erstmals sportliche Gründer und Investoren beim Kitesurfen zusammenschweißen. Im Interview mit deutsche-startups.de spricht FoundersKiteClub-Macher Christoph Jost, ehemals Absolventa, über risikofreudige Unternehmer, Gesprächsrunden am Strand und den Club-Gedanken.

Mit dem FoundersKiteClub wollen Sie sportliche Gründer und Investoren, unterstützt von Profi-Kiteboardern, zusammenbringen. Gibt es so viele Kitesurfer in der deutschen Gründer- und Investorenszene?
Eine genaue Anzahl kitesurfender Unternehmer in Deutschland kann ich gar nicht nennen. Unser persönlicher Eindruck im Rahmen von vielen Kite-Sessions war jedoch immer schon, dass überdurchschnittlich viele Unternehmer, vor allem aus dem Tech-Bereich, unter den Kitesurfern sind. Das haben wir dann bestätigt gefunden, als wir angefangen haben unsere Idee vom FoundersKiteClub ein wenig zu promoten. Das besondere ist in meinen Augen jedoch weniger die absolute Zahl, sondern der Typ Mensch, der unter der Flagge dieses Sports zusammen findet: unternehmerisch, risikofreudig aber gleichzeitig nicht so verbissen im Leben. Und schlussendlich sind Investoren in der Regel nicht besonders weit von erfolgreichen Gründern entfernt.

Den FoundersKiteClub gibt es in diesem Jahr zum ersten Mal. Bereits im vergangenen Jahr haben Sie aber schon einmal ein Kitesurfer-Gründer-Event veranstaltet. Wie lief das damals ab?
Naja, im letzten Jahr sind wir erst einmal nur im kleinen Unternehmerkreis zum Kiteboarden nach Soma Bay in Ägypten gefahren. Im Wesentlichen ging es darum genau zu verstehen, worauf es bei so einem Event für Unternehmer und Investoren ankommt. In diesem Jahr ergänzen wir gemeinsames Kiten mit Profi-Kiteboardern und kleine informelle Gesprächsrunden am Strand daher auch um Key Note Speeches und Pannels zu spezifischen Themen. Wir werden viel dafür tun um die richtigen Leute vor Ort ins Gespräch miteinander zu bringen. Am Ende des Tages ist Kitesurfen zwar ein sehr actionreicher aber eben doch kein verkniffener und allzu formalisierter Sport. Diesem Charakter bleiben unsere Events in Zukunft auf jeden Fall treu.

In den USA ist das MaiTai Kite Camp seit Jahren quasi eine Institution in Sachen Gründer und Kitesurfen. Ist der FoundersKiteClub nur eine Kopie dieser Veranstaltung?
Das Event auf Maui ist auf jeden Fall ein Vorbild für uns. Mai Tai hat übrigens auch die letzten Zweifel ausgeräumt, ob sich Kitesurfen und Business sinnvoll verbinden lässt. Leider ist Mai Tai nicht in Europa, und daher haben wir kurzerhand den FoundersKiteClub ins Leben gerufen. Perspektivisch werden wir über den reinen Event-Charakter hinausgehen und den Club-Gedanken mehr in der Vordergrund rücken. Wir wollen Unternehmer deutlich häufiger aufs Wasser bringen, als das ihr voller Terminkalender eigentlich zulassen würde. Aus eigener Erfahrung wissen wir, dass dafür das Angenehme schlicht mit dem Nützlichen verbunden sein muss. Wenn beim Kitesurfen die nächste Finanzierungsrunde initiiert oder ein entscheidender Impuls für ein neues Venture gesetzt wird, ist genau dieses Ziel erreicht.

Wer sollte sich auf jeden Fall für den FoundersKiteClub bewerben – und wer auf gar keinen Fall?
Der FoundersKiteClub steht grundsätzlich allen Unternehmern, echten Innovatoren und Investoren offen, die bereits leidenschaftlich kiteboarden oder es noch lernen wollen. Wichtig ist, dass jeder Teilnehmer für sein Unternehmen oder seine Organisation selbstständig weitreichenden Entscheidungen treffen kann. Kleinstunternehmer mit wenig innovativen Unternehmungen haben hingegen eher geringe Chancen, den Bewerbungsprozess zu überstehen.

Wie genau läuft die Bewerbung ab – und was kostet der Spaß?
Interessenten können sich über ein entsprechendes Kontaktformular auf unserer Homepage oder über unsere Facebook-Seite bewerben. Dort stellen wir übrigens auch Auszüge der Teilnehmerliste für unser Event vom 20. bis 26. Mai zur Verfügung und vermitteln erste Eindrücke. Innerhalb von wenigen Tagen schicken wir den Bewerbern eine Zu- oder Absage. Erfolgreiche Bewerber kaufen im Anschluss das Event-Ticket zum Preis von 500. Hinzu kommen Flug und Hotel.

Nun die alles entscheidende Frage: Wie gut sind Sie auf dem Kiteboard unterwegs?
Sagen wir mal so: Die Basics beherrsche ich ganz gut, auf dem FoundersKiteClub-Event in El Gouna dieses Jahr reicht das wahrscheinlich aber nur fürs Mittelfeld. Mit Youri Zoon, dem aktuellen Weltmeister, oder Kristin Böse, 9-malige Weltmeisterin, sind echte Profis mit von der Partie. Auch viele der Unternehmer fahren auf echtem Top-Niveau. Nachdem ich meiner Freundin jetzt aber bei jeder Kiteboarding-Session erzählen kann, dass ich damit schließlich etwas fürs Geschäft tue, bin ich guter Dinge noch ein wenig besser zu werden.

Zur Person
Christoph Jost gründete den FoundersKiteClub Ende 2012 gemeinsam mit Sebastian Heitmann. Unterstützt wurde das Duo dabei von Florian Behn und Florian Wilken. Heitmann bringt als CEO von BEST Kiteboarding das nötige Know How und Netzwerk rund um das Kitesurfen mit, Jost ist ein deutscher Internetunternehmer, der unter anderem die Online-Jobbörse Absolventa gründete. Kitesurfen nachhaltig als das neue “Golf” für energetische Unternehmerpersönlichkeiten zu etablieren ist das erklärte Ziel.

Alexander Hüsing, Chefredakteur von deutsche-startups.de, arbeitet seit 1996 als Journalist. Während des New Economy-Booms volontierte er beim Branchendienst kressreport. Schon in dieser Zeit beschäftigte er sich mit jungen, aufstrebenden Internet-Start-ups. 2007 startete er deutsche-startups.de.