Simpleshow: Legetrick-Videos bescheren mehrjährliches, starkes Wachstum

Auf Videoportalen wie YouTube und Co. finden sich, neben Massen an albernen, sinnlosen und nervigen Dödel-Clips, auch sehr viele unterhaltende Filme zur Informationsvermittlung. Was dort funktioniert, bietet simpleshow (www.simpleshow.com/de) seinen Unternehmenskunden seit etwa […]
Simpleshow: Legetrick-Videos bescheren mehrjährliches, starkes Wachstum

Auf Videoportalen wie YouTube und Co. finden sich, neben Massen an albernen, sinnlosen und nervigen Dödel-Clips, auch sehr viele unterhaltende Filme zur Informationsvermittlung. Was dort funktioniert, bietet simpleshow (www.simpleshow.com/de) seinen Unternehmenskunden seit etwa fünf Jahren an: Kurzweilige und verständliche Erklärvideos, die Sachverhalte in maximal drei Minuten vermitteln.

Den ausgeschnittenen Comiczeichnungen wird durch reale Hände Leben eingehaucht, ein Sprecher und passende Musik ergänzen das Format. Zu den Kunden, die solche Videos bereits für ihre Zwecke genutzt haben, gehören zum Beispiel Microsoft, Mercedes Benz oder die Postbank.

In der heutigen Zeit wird die Aufmerksamkeitsspanne der Menschen anscheinend immer kürzer, und neben der reinen Informationsvermittlung darf durchaus auch etwas Unterhaltung dabei sein. Lassen sich diese zwei Ansprüche, neben der Anwendung in der Werbung, auch für unternehmensinterne Schulungen, Change-Prozesse und im E-Learning vereinbaren? Simpleshow aus Stuttgart meint: ja. Seit 2008 offeriert die Firma ihren Kunden Erklärvideos im S/W-Comicstil, die mit einer Legetechnik animiert werden. Hauptziel ist es dabei, Informationen verständlich und effektiv zu vermitteln – in maximal drei Minuten.

Dazu kombiniert der Dienst Zeichnungen, Sprechertexte und Musik zu einem Informationsvideo. Die Bewegung von Figuren und Objekten wird mit realen Händen erreicht, automatische Animationen werden nicht verwendet. Durch die Konzentration auf Symbolik statt Texten sind die Videos auch für Menschen anderer Herkunft verständlich; im Extremfall sogar für Analphabeten. Audio-visuell Lernende nehmen die Informationen leicht auf. Um die Qualität der Videos für verschiedene Kunden zu erhalten, unterhält simpleshow seine eigene Akademie, in der Konzepter und Producer sowohl ausgebildet als auch zertifiziert werden. Neben der gerade erwähnten “klassischen” Version bietet simpleshow seinen Kunden zusätzlich noch die Möglichkeit, gewünschte Videos sowohl stilistisch als auch farblich zu gestalten.

Aus dem Start-up im Keller zum prozessoptimierten Unternehmen

2008 begann es mit den drei Studenten Jens Schmelzle, Adrian Thoma und Kai Blisch, die noch im eigenen Stuttgarter Keller ihre ersten Videos produzierten. Als sich die Kundenanfragen immer mehr häuften, gründeten sie die simpleshow GmbH, die sich seither rein aus dem Cashflow finanziert. Inzwischen unterhält die Firma neben dem Hauptsitz in Stuttgart weitere Büros in Berlin, London, New York und Singapur und beschäftigt 50 feste Mitarbeiter. Sein Geld verdient der Dienst über die Beratung und Produktion der Videos und nimmt dafür einen Pauschalbetrag von circa 8.000 Euro pro drei Minuten, inklusive komplettem Service und Nutzungsrechten. Nach eigenen Aussagen erwirtschaftet die GmbH jährlich einen Umsatz im mittleren siebenstelligen Bereich und wächst kontinuierlich um etwa 100 Prozent per annum.

Die simpleshow-Macher fürchten die bestehende Konkurrenz nicht, im Gegenteil helfe ihnen der Einstieg ähnlicher Dienste, das Bewusstsein bei potenziellen Kunden zu wecken oder zu schärfen. Beispielsweise offerieren Explainity (www.explainity.com), HQ Know Motion (www.hq-knowmotion.com), infotainweb (www.infotainweb.com) und anastrophic (www.anastrophic.de) aus Deutschland ihren Kunden ebenfalls Erklärvideos im Comicstil mit Legetechnik, teilweise gemischt mit automatischen Animationen. HQ Know Motion scheint seinen Mitbewerber simpleshow schon auf der eigenen Startseite herausfordern zu wollen, dort biete man “mehr als nur eine simple show!” Die Wortwahl wird kaum Zufall sein… simpleshow setzt selbstbewusst auf seine Erfahrung, komplexe Sachverhalte für verschiedene Branchen verständlich darzustellen.

Kontinuierliches, schnelles Wachstum als Herausforderung

Die Entwicklung vom Drei-Mann-Betrieb zum Unternehmen mit 50 Mitarbeitern bedingt naturgemäß viele Änderungen. Schmelzle fasst den selbst erlebten Wandel zusammen: “Seit fünf Jahren legen wir ein jährliches Wachstum von ca. 100% an den Tag, das bringt natürlich auch Herausforderungen mit sich. Es bilden sich neue Strukturen und Verantwortlichkeiten, man befindet sich in einem Zustand ständiger Veränderung. Das alles muss man kommunikativ und organisatorisch in den Griff bekommen, außerdem darf die Produktqualität auf keinen Fall darunter leiden. Wir sind von Anfang an aus dem reinen Cash Flow gewachsen und mussten dann eine Umstellung von einem extrem schlanken zu einem prozessoptimierten Unternehmen durchführen. Wir wollen vor allem die Identifikation mit unserem Produkt und unserer Firma hochhalten, dafür haben wir eine sehr familiäre, offene Kultur.”

Kommt beruflich aus den Bereichen der Mediengestaltung und der Betreuung demenziell erkrankter Menschen. Seit Ende 2012 ist er freier Journalist mit dem Schwerpunkt Start-ups, interessiert sich aber auch für E-Reading und Open Source.