“Wir sind der festen Überzeugung, dass wir sehr schnell wachsen können” – Tobias Mazet von Miflora

Wer nicht gerade den eigenen Garten vor der Haustür hat und sich die eigenen Blümchen direkt aus der Natur ins Haus holen kann, dem bleibt entweder der Gang zum Blumenhändler oder neuerdings an […]

Wer nicht gerade den eigenen Garten vor der Haustür hat und sich die eigenen Blümchen direkt aus der Natur ins Haus holen kann, dem bleibt entweder der Gang zum Blumenhändler oder neuerdings an den Rechner. Seit einiger Zeit buhlen mehrere Blumen-Anbieter um die Vasen der Kunden auf heimischen Tischen. So wie auch Miflora (www.miflora.de). Das Start-up verspricht frische Schnittblumen in individuellen Arrangements per Post, die auch im Abo bezogen werden können. Im Gründer-Kurzinterview mit deutsche-startups spricht Gründer Tobias Mazet über Lieferketten und den neuen Geschmack der Kunden.

Welche Idee steckt hinter Ihrem Start-up?
Gemäß unserem Claim „immer frische Blumen“ bietet Miflora frische, hochwertige Schnittblumen-Arrangements, die einmalig oder regelmäßig per Post geliefert werden. Die losen Arrangements werden von international erfahrenen Top-Floristen entworfen und setzen auf einen reduzierten Style im Gegensatz zu den altmodischen, gedrungenen Sträußen, die man aus der Vergangenheit kennt.

Neben der Einzellieferung der Blumen zu diversen Geschenkanlässen wie Muttertag, Hochzeitstag oder zur Geburt, bietet Miflora auch die Möglichkeit sich Blumen wöchentlich, 2-wöchentlich oder alle 4 Wochen als regelmäßige Dekoration frei Haus liefern zu lassen. Im Gegensatz zu einem Blumen-Abo gibt es bei Miflora keine Mindestlaufzeit und die Lieferungen können jederzeit pausiert oder beendet werden. Der Miflora Blumenservice ist fair, flexibel und unkompliziert.

Wie sehr bzw. in welchen Punkten hat sich ihr Konzept von der ersten Idee bis zur Gründung verändert?
Wir haben unser Konzept im Detail verfeinert, nicht aber im Grundsatz verändert. Vielmehr haben wir durch die Ergänzung unseres Produktangebots durch die Einzellieferungen, das Marktpotential noch erweitert und so einen attraktiven Weg ergänzt, um neue Kunden mit der Qualität von Miflora zu begeistern.

Wer sind Ihre Mitbewerber und wie grenzen Sie sich von ihnen ab?
Neben den anderen Online Blumenversendern ist vor allem die Summe der ca. 20.000 lokalen Blumenläden in Deutschland unser Wettbewerb. Denn diese kleinen Läden sind es nach wie vor, die ca. 90% des deutschen Schnittblumenmarktes bedienen. Gegenüber lokalen Floristen haben wir drei wesentliche Vorteile, die sich in einem klaren Kundennutzen äußern:

1. Wir haben eine kürzere Lieferkette und sparen dadurch Zeit. Die Blumen sind schlicht frischer wenn wir sie verschicken. Bis zu 4 Tage macht das aus, da sie nicht erst mehrere Tage bei Großhändlern oder im Blumenladen herumstehen bis sie gekauft werden. Die qualitativen Unterschiede sind dadurch sehr überzeugend und wir können unseren Kunden die MIFLORA Frischegarantie geben: Wenn die Blumen nicht mindestens 7 Tage schön sind, ersetzen wir sie kostenlos.

2. Da wir auf Zwischenhändler verzichten, können wir ein besseres Preis-/ Leistungsverhältnis bieten als der lokale Florist. Denn die leidet zusätzlich unter einem hohen Verschnitt, weil sich der Absatz schwer planen lässt. Außerdem kaufen wir natürlich größere Mengen ein und bekommen bessere Einkaufspreise. Beides führt dazu, dass wir unseren Kunden die Blumen bei gleicher Qualität bis zu 35% günstiger anbieten können, als ein lokaler Blumenladen.

3. Hinzu kommt Top-Design: wir lassen unsere Arrangements von den besten Floristen Deutschlands gestalten und machen somit Meisterfloristik verfügbar für Kunden in ganz Deutschland – ganz egal ob ich als Kunde einen mehr oder weniger kreativen Floristen in meiner Nachbarschaft habe. Wir legen dabei Maßstäbe an wie z.B. in der Automobilindustrie, wo auch nicht der lokale Händler über das Design des nächsten 3er BMWs entscheidet. Dadurch hauchen wir den stets langstieligen Blumen-Arrangements von Miflora Lifestyle und Urban Chique ein.

Was ist der entscheidendste Faktor, damit Ihr Start-up den Durchbruch schafft?
Den entscheidendsten Faktor sehen wir darin, unsere Kunden mit jeder einzelnen Blumenlieferung von der Qualität und Kreativität unserer Miflora Blumen-Arrangements zu überzeugen.
Durch unseren disruptiven Ansatz bieten wir unseren Kunden frischere Blumen, mit besserem Design, zu besseren Preisen. Wir sind der festen Überzeugung, dass wir in Kombination mit unseren Grundwerten Fairness und Qualität, sehr schnell werden wachsen können.

Wie wollen Sie Geld verdienen und wann schreiben sie schwarze Zahlen?
Finanziell betrachtet ist der Online Blumenhandel sehr attraktiv, da wir gegenüber lokalen Floristen deutlich günstiger einkaufen, eine relativ betrachtet geringere Fixkostenbasis haben. Im Gegensatz zu anderen eCommerce Geschäftsmodellen profitieren wir zusätzlich davon, dass wir ein verbrauchbares Gut verkaufen und somit überhaupt keine Retouren haben. Dadurch werden wir sehr schnell positive Deckungsbeiträge erwirtschaften können, um uns ganz auf unser Wachstum zu konzentrieren.

Welche Märkte wollen Sie mittel- und langfristig erobern?
Unser Ziel ist es, europäischer Marktführer im qualitativ hochwertigen Blumenversand zu werden.

Welche Meilensteine wollen Sie in den kommenden zwölf Monaten auf jeden Fall erreichen?
In den nächsten 12 Monaten werden wir unser Produktportfolio ausweiten, mit einer Smartphone App die Bestellung unserer Blumen noch leichter machen und gleichzeitig dafür sorgen, dass unsere Kunden keinen Geschenkanlass mehr vergessen.

Im Fokus: Weitere Interviews mit jungen Gründern gibt es im Special Gründerinterviews

Zur Person:
Tobias Mazet studierte BWL mit dem Schwerpunkt Unternehmensgründung und Entrepreneurship. Parallel wagte er bereits als Student den Weg in die Start-up-Welt und gründete eine Internet-Recruiting Plattform, die er 2003 verkaufte. Nach Abschluss seines Studiums 2004 arbeitete er als Unternehmensberater bei BCG, ehe er 2010 mit FlowerBox sein zweites Unternehmen gründete. Seit Ende 2012 bringt er seine Gründungs- und Beratungserfahrung sowie seine Kenntnis des Blumenmarktes nun ganz bei Miflora ein.

Christina Cassala, Redakteurin bei deutsche-startups.de, war schon zu ihren besten Uni- Zeiten in den 90er Jahren journalistisch tätig. Gleich nach dem Volontariat arbeitete sie bei einem Branchenfachverlag in Hamburg, ehe sie 2007 zu deutsche-startups.de stieß und seither die Entwicklungen der Start-up Szene in Deutschland mit großer Neugierde beobachtet.