“Unser Anspruch ist es, erste Anlaufstelle für das Thema Babyshopping zu werden” – Björn Anton von miBaby

Das Münchner Start-up miBaby (www.mibaby.de) positioniert sich als “persönlicher Berater für alle Anschaffungen fürs Baby”. Christian Göttsch (Experteer), Jochen Schweizer, Marlon Ikels (monatsgeschenke.de), Stefan Menden (squeaker.net), Ludwig Preller und weitere nicht genannte Business […]

Das Münchner Start-up miBaby (www.mibaby.de) positioniert sich als “persönlicher Berater für alle Anschaffungen fürs Baby”. Christian Göttsch (Experteer), Jochen Schweizer, Marlon Ikels (monatsgeschenke.de), Stefan Menden (squeaker.net), Ludwig Preller und weitere nicht genannte Business Angels pumpten gerade “einen mittleren sechsstelligen Betrag” in die Jungfirma. Im Gründer-Kurzinterview mit deutsche-startups.de spricht Björn Anton, der das Start-up gemeinsam mit Tim Kettenring gegründet hat, über Mütter und Väter, Unsicherheiten beim Kauf von Babysachen sowie unabhängige Beratung.

Welche Idee steckt hinter Ihrem Start-up?
Jährlich werden knapp 700.000 Frauen in Deutschland schwanger – knapp dreiviertel davon mit dem ersten Kind. Auf einmal stehen Sie vor mehreren Dutzend Anschaffungen mit denen sie sich noch nie beschäftigt haben. Gleichzeitig wollen Sie aber Alles richtig machen – es ist ja das erste Kind. Vor miBaby gab es kein unabhängiges Portal in Deutschland, was sich dem Thema Babyshopping angenommen hat. Es gab viele Shops mit verschiedenem Fokus, aber nichts wo ich mich als Mutter oder Vater umfassend und objektiv beraten lassen kann und ein Austausch möglich ist. miBaby versucht alle Aspekte, die früher sehr ineffizient offline geschahen, online zu bringen. Ich sehe als Schwangere auf einen Blick, was Testinstitute zu Produkten sagen, welche Tipps Experten geben und was andere Mamis kaufen und welche Erfahrungen sie gemacht haben.

Wie sehr bzw. in welchen Punkten hat sich ihr Konzept von der ersten Idee bis zur Gründung verändert?
Im Laufe der Zeit hat sich miBaby von der allerersten Idee zu dem was es heute ist stark entwickelt. In vielen Gesprächen mit Müttern, Vätern aber auch Experten wie Hebammen haben wir gemerkt, dass es zahlreiche Unsicherheiten gibt, die jede Schwangere hat. Entsprechend ist die Beratung und die Hilfe bei diesen Unsicherheiten stärker in den Fokus gerückt, als es zu Anfang der Fall war. Wir haben versucht, sehr genau zu verstehen, worüber sich werdende Eltern genau informieren und wann sie dies tun. Ich bin selbst vor kurzem Vater geworden und habe mitbekommen, wie man sich auf einmal über Themen Gedanken macht, von denen man vorher noch nicht einmal wusste, dass es sie gibt. Und an der Stelle versucht miBaby seine Mitglieder zu unterstützen. Den sozialen Aspekt des Austauschs unter Gleichgesinnten haben wir dabei versucht zu bewahren. Am Ende soll das Einkaufen für den ersten Nachwuchs ja auch Spaß machen.

Wer sind Ihre Mitbewerber und wie grenzen Sie sich von ihnen ab?
Ehrlich gesagt finde ich es bis heute faszinierend, dass es keine wirklichen Wettbewerber gibt. Es gibt zahlreiche Mütter-Communities, in denen über viele Themen diskutiert und berichtet wird, die sich aber aufgrund der Breite der Themen nie wirklich als Anlaufstelle fürs Babyshopping etablieren konnten. Gleichzeitig gibt es zahlreiche – größtenteils auch sehr gute – Shops im Internet, die sich dem Thema annehmen, aber nicht wirklich als unabhängiger Berater wahrgenommen werden und dies aufgrund ihrer Position auch nicht werden können. Zudem tun sich unserer Einschätzung nach alle Shops – mit Ausnahme von Amazon – sehr schwer Nutzer–Content zu generieren. Die Kundenbindung scheint uns da häufig nicht stark genug. Bei miBaby geht es ausschließlich um Babysachen und was man kaufen sollte, wovon man lieber die Finger lässt und wo man es am günstigsten, unkompliziertesten bekommt.

Was ist der entscheidendste Faktor, damit Ihr Start-up den Durchbruch schafft?
Am Ende des Tages müssen wir es schaffen, das Thema individuelle Empfehlungen für unsere Mitglieder so umzusetzen, dass unsere Nutzerinnen das Gefühl haben, bei uns genau die Produkte vorgeschlagen und erklärt zu bekommen, die sie gerade wirklich brauchen. Unser Anspruch ist es, erste Anlaufstelle für das Thema Babyshopping zu werden und durch eine optimale unabhängige Beratung glauben wir, eine deutliche höhere Kundenbindung erreichen zu können, als ein einfacher Babyshop.

Wie wollen Sie Geld verdienen und wann schreiben sie schwarze Zahlen?
Wir haben die letzten Monate sehr stark am Produkt gefeilt und die Rückmeldung unserer Nutzerinnen und Nutzer aus der Beta-Phase versucht einfließen zu lassen. Geld verdienen wir mit der Vermittlung an unsere Partnershops – Affiliate-Marketing – und exklusiven Werbe-Vereinbarungen mit Premium-Partnern. Ziel ist es, bis Anfang nächsten Jahres zu zeigen, dass jeder Kunde mehr als seine Akquisitionskosten einbringt und damit eine sehr gute Grundlage für eine weitere Expansion von miBaby zu haben.

Welche Märkte wollen Sie mittel- und langfristig erobern?
Das Produkt lässt sich sehr gut auf das gesamte deutschsprachige Ausland übertragen. Gerne würden wir das Konzept aber auch für weitere europäische Länder adaptieren. Wir glauben, dass der Bedarf in diesen Märkten sehr ähnlich zum deutschen Markt sein sollte. Mit weitergehenden Expansionsplänen spielen wir zwar hin und wieder gedanklich, derzeit liegt unser Fokus aber darauf, in Deutschland die gesteckten Ziele zu erreichen.

Welche Meilensteine wollen Sie in den kommenden zwölf Monaten auf jeden Fall erreichen?
Nach unserer aktuell abgeschlossenen Angel-Runde ist es unser Ziel, einen schnellen “Proof of Concept” für miBaby und das dahinterliegende Geschäftsmodell zu erreichen um dann eine größere Finanzierungsrunde zur Expansion bestreiten zu können.

Im Fokus: Weitere Interviews mit jungen Gründern gibt es im Special Gründerinterviews

Zur Person
Björn Anton, Jahrgang 1981, gründete miBaby gemeinsam mit Tim Kettenring. Davor baute er das Elite-Netzwerks TUMfast auf und leitete es. Mitgründer Kettenring lernete er als Doktorand an der TU München kennen, wo beide erfolgreich promoviert (BWL) haben.

Alexander Hüsing, Chefredakteur von deutsche-startups.de, arbeitet seit 1996 als Journalist. Während des New Economy-Booms volontierte er beim Branchendienst kressreport. Schon in dieser Zeit beschäftigte er sich mit jungen, aufstrebenden Internet-Start-ups. 2007 startete er deutsche-startups.de.

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