Fünfzehn Fragen an Alexander Bugge von MeinAuto.de

Was bedeutet es Ihnen, Ihr eigener Chef zu sein?  Selbstverwirklichung, Freiheit, Ideen umzusetzen und mit guten Leuten zusammenzuarbeiten. Bei welcher Gelegenheit kam Ihnen die Idee zu Ihrem Start-up?  Nachdem wir (mein Mitgründer Carsten […]

Was bedeutet es Ihnen, Ihr eigener Chef zu sein? 
Selbstverwirklichung, Freiheit, Ideen umzusetzen und mit guten Leuten zusammenzuarbeiten.

Bei welcher Gelegenheit kam Ihnen die Idee zu Ihrem Start-up? 
Nachdem wir (mein Mitgründer Carsten Seel und ich) unser erstes Start-up LetsWorkIt.de (Handwerkerauktionen) erfolgreich aufgebaut hatten, wollten wir gerne wieder unternehmerisch tätig sein. Wir haben uns in aller Ruhe überlegt, welche großen Konsumenten-Themen noch nicht mit einem guten Internetdienst bedient werden. Eine gewisse Affinität zu Autos war auch da. So kamen wir auf Neuwagen und am Ende auf MeinAuto.de.

Woher stammte das Kapital für Ihr Unternehmen? 
Wir hatten ein paar Euro mit dem Verkauf von LetsWorkIt verdient, die wir einsetzen konnten. Dazu konnten wir sehr früh die Samwer-Brüder, Holtzbrinck Ventures und einige Business Angel für uns gewinnen.

Was waren bei der Gründung Ihres Start-ups die größten Stolpersteine? 
Der Neuwagenmarkt ist äußerst komplex und sehr fragmentiert. Um MeinAuto.de zu dem funktionierenden und wachsenden Unternehmen zu machen, das es heute ist, mussten wir sehr viel über die Zusammenhänge in dieser Branche lernen. Wir brauchten ein paar Anläufe, um das richtige Modell zu finden, den Internet-Neuwagenmarkt zu bearbeiten bzw. zu entwickeln. Stück für Stück haben wir uns weiterentwickelt zu einem Dienstleister, der für Neuwagenkunden beim Kauf alles arrangiert: Von der Beratung zur Modellauswahl oder zur Ausstattung bis zu Finanzierung und Leasing und natürlich einen guten Preis bieten wir dem Kunden eine rundum Versorgung an. Unsere Händler kommen erst dann ins Spiel, wenn der Wagen schließlich ausgeliefert wird.

Was würden Sie rückblickend in der Gründungsphase anders machen? 
Ich würde mich noch mehr mit dem Markt beschäftigen, um noch schneller zu lernen.

Jedes Start-up muss bekannt werden. Welche Marketingspielart ist für Sie besonders wichtig? 
Ganz eindeutig ist Suchmaschinenmarketing unser wichtigster Marketingkanal. Für uns hat in letzter Zeit auch die Pressearbeit eine wichtige Bedeutung gewonnen.

Welche Person hat Sie bei der Gründung besonders unterstützt?
Sowohl im Privaten als auch in der Firma hatte ich wohl das richtige Team. Meine damalige Freundin und heutige Frau, Miriam, hat großen Anteil am Erfolg.
Für das Gründerteam war es ein großes Glück, dass mein Mitgründer, Carsten Seel, und ich sehr unterschiedlich waren. So haben wir uns persönlich wie fachlich zu einer sehr starken Einheit ergänzt.

Welchen Tipp geben Sie anderen Gründern mit auf den Weg? 
Hart arbeiten, an sich selber glauben und sich bei all der Arbeit genug Zeit zum Denken lassen.

Sie treffen den Bundeswirtschaftsminister – was würden Sie sich für den Gründungsstandort Deutschland von ihm wünschen? 
Man sollte sich etwas einfallen lassen, wie man so etwas wie Unternehmergeist in Deutschland zu einer Tugend macht. Viele Leute, die zu den sogenannten Potenzialträgern gehören, denken wesentlich mehr an Absicherung als daran, etwas Besonderes zu schaffen.

Was würden Sie beruflich machen, wenn Sie kein Start-up gegründet hätten? 
Ich bin jetzt seit acht Jahren in der Start-up Welt. Das kann ich mir nur schwer vorstellen.

Bei welchem deutschen Start-up würden Sie gerne mal Mäuschen spielen? 
Bei Zalando. So schnell zu wachsen und dabei komplexe Prozesse wie die Logistik aufzubauen ist eine hohe Kunst.

Sie dürften eine Zeitreise unternehmen: In welche Epoche reisen Sie? 
In die Zukunft.

Sie haben eine Million Euro zur persönlichen Verfügung: Was machen Sie mit dem ganzen Geld? 
Als Auto-Freund ist ein nettes Auto natürlich oben auf der Liste. Ich würde etwas Außergewöhnliches nehmen wie einen Fisker. Außerdem würde ich eine Weltreise machen und etwas spenden, bevor ich den größeren Teil der Summe investieren würde.

Wie verbringen Sie einen schönen Sonntag? 
Wir machen eine schöne Wanderung in der Eifel.

Mit wem würden Sie sich gerne einmal auf einen Kaffee oder ein Bier verabreden? 
Oliver Kahn. Er verkörpert für mich, dass man alles erreichen kann, wenn man hart genug an sich arbeitet.

Zur Person
Alexander Bugge ist Gründer und Sprecher der Geschäftsführung von MeinAuto.de (www.meinauto.de). Er verantwortet hauptsächlich die Bereiche Vertrieb, Finanzen, und Personal. Nach seinem BWL-Studium in Mannheim arbeitete er zunächst im Business Development bei ABB New Ventures (Corporate Incubator der ABB AG). Danach folgte eine Tätigkeit als Consultant für Geschäftsprozesse mit Einsätzen bei verschiedenen Herstellern und Werken der deutschen Automobilindustrie. Anschließend gründete Bugge zusammen mit Carsten Seel das Start-up LetsWorkIt.de.

Seit Mai 2009 schreibt Yvonne für deutsche-startups.de Gründerportraits, Start-up-Geschichten und mehr – ihre besondere Begeisterung gilt Geschäftsideen mit gesellschaftlich-sozialer Relevanz. Sie tummelt sich auch im Ausland – immer auf der Suche nach spannenden Gründerpersönlichkeiten und Geschäftsideen.