Fünfzehn Fragen an Verena Röthlingshöfer von MyOma

Was bedeutet es Ihnen, Ihr eigener Chef zu sein? Es ist eine neue Situation, die auf der einen Seite Spaß macht, da ich sehr kreativ sein kann und neue Ideen schnell umzusetzen sind. […]

Was bedeutet es Ihnen, Ihr eigener Chef zu sein?
Es ist eine neue Situation, die auf der einen Seite Spaß macht, da ich sehr kreativ sein kann und neue Ideen schnell umzusetzen sind. Auf der anderen Seite trägt man auch die volle Verantwortung für die Firma und muss lernen, Entscheidungen schnell zu treffen.

Woher stammt das Kapital für Ihr Unternehmen?
MyOma ist eigenfinanziert.

Was waren bei der Gründung Ihres Start-ups die größten Stolpersteine?
Der Beginn war nicht einfach. Wir drei Gründer von MyOma hatten so viele Ideen, die wir gut fanden. Es war eine Herausforderung, sich zu überlegen, was im ersten Schritt realisierbar ist und wo die Prioritäten liegen. Es gab so viel Punkte, die beachtet und organisiert werden mussten, da war es wichtig, nicht den Überblick zu verlieren. Ich würde von daher sagen, die größte Hürde ist es, den Anfang zu finden.

Was würden Sie rückblickend in der Gründungsphase anders machen?
Wir hatten großes Glück, dass alles so reibungslos verlief und wir so viele gute Kontakte und Freunde hatten, die uns unterstützt und an uns geglaubt haben. Ich bin sehr zufrieden, wie es bisher gelaufen ist.

Jedes Start-up muss bekannt werden. Welche Marketingspielart ist für Sie besonders wichtig?
Da wir eigenfinanziert sind, haben wir kein Budget für große Werbemaßnahmen. Wir hoffen, dass durch unsere PR die Menschen von MyOma über die Medien erfahren und das Konzept gut finden.

Welche Person hat Sie bei der Gründung besonders unterstützt?
Das kann ich nicht an einer Person festmachen. Das waren sehr viele, die uns unterstützt haben – Freunde, die aus den verschiedensten Berufen kommen – Fotograf, Grafiker, Designerin, unsere damalige MyOma-Praktikantin, aber auch meine Eltern, die immer helfen, wenn Not am Mann ist.

Welchen Tipp geben Sie anderen Gründern mit auf dem Weg?
Versuchen, nicht den Kopf zu verlieren, eins nach dem anderen angehen und seine Gedanken zu strukturieren. Ansonsten steht man vor einem großen Berg und weiß nicht, wo man anfangen soll.

Sie treffen den Bundeswirtschaftsminister – was würden Sie sich für den Gründungsstandort Deutschland von ihm wünschen?
Es gibt viele staatliche Förderungen für junge Unternehmen, jedoch sind diese Programme oftmals mit hohem bürokratischen Aufwand verbunden. Deshalb fände ich eine bürokratische Vereinfachung toll, da junge Unternehmen oftmals extrem unter Zeitdruck stehen.

Was würden Sie beruflich machen, wenn Sie kein Start-up gegründet hätten?
Ich arbeite nach wie vor für die PR-Agentur factum aus München, in der ich vier Jahre Vollzeit beschäftigt war. Mein Bruder ist Geschäftsführer dieser Agentur. Mittlerweile arbeite ich für factum von unserem neuen Büro in Fürth aus. Hätten wir MyOma nicht gegründet, wäre ich, wie vorher auch, Vollzeit bei factum beschäftigt, mittlerweile sind es nur noch 50%.

Bei welchem deutschen Start-up würden Sie gerne mal Mäuschen spielen?
Einmal bei einem Start-up, das klein angefangen hat, wie z.B. mymuesli.de und außerdem bei einem Unternehmen, in das sehr viel Geld investiert wurde. Mich würde interessieren, wie andere die Dinge angehen und sich organisieren. Man kennt ja nur seine eigene Herangehensweise.

Sie dürften eine Zeitreise unternehmen: In welche Epoche reisen Sie?
Ich würde viel lieber für einen kurzen Moment in die Zukunft reisen und wissen wollen, wie es in zwei Jahren um MyOma steht.

Sie haben eine Million Euro zur persönlichen Verfügung: Was machen Sie mit dem ganzen Geld?
Auch nichts anderes als jetzt. Ich würde genauso arbeiten, wohnen und meine Freizeit gestalten. Vielleicht würde ich mir erst einmal ein Auto kaufen – ich habe nämlich keines.

Wie verbringen Sie einen schönen Sonntag?
Mit meinen Freunden frühstücken und dann in die Natur fahren, sehr gerne in die Berge zum Wandern oder Skifahren. Abends dann auf dem Sofa entspannen.

Mit wem würden Sie sich gerne einmal auf einen Kaffee oder ein Bier verabreden?
Da gibt es einige. Mit Astrid Lindgren hätte ich mich z.B. gerne getroffen, da ich ihre Kinderbücher liebe und ihre Geschichten mein ganzes Leben begleitet haben. Von den noch lebenden Künstlern würde ich mich vielleicht mal gerne mit Herbert Grönemeyer treffen, da ich ihn sympathisch finde und er schon sehr viel erlebt hat.

Zur Person
Verena Röthlingshöfer (31) ist Dipl. Kommunikationswirtin (BAW) und Geschäftsführerin von MyOma (www.myoma.de). Nebenbei macht die PR-Beraterin weiterhin Presse- und Öffentlichkeitsarbeit für die Münchner Agentur factum.

Seit Mai 2009 schreibt Yvonne für deutsche-startups.de Gründerportraits, Start-up-Geschichten und mehr – ihre besondere Begeisterung gilt Geschäftsideen mit gesellschaftlich-sozialer Relevanz. Sie tummelt sich auch im Ausland – immer auf der Suche nach spannenden Gründerpersönlichkeiten und Geschäftsideen.

  1. Bei der Frage “Welche Person hat Sie bei der Gründung besonders unterstützt?” hätte mir die Antwort “Meine Oma” gut gefallen.

    :)



  2. viola heß

    Sehr geehrte Frau Röthlingshöfer, Ihr Artikel in der Zeit vom 22.12 hat mich sehr angesprochen, Würde gerne mehr darüber erfahren, wie man dabei mit machen kann. Bin auch eine einsame strickende Oma, ebenfalls Enkel in USA, 100% schwerbehindert , außergewöhnlich Gebehindert, und stricke um meine kleine Rente aufzubessern. Wohne in Altensteig zwischen Nagold und Freudenstadt, bin 68 Jahre. Ob ich eine Antwort von Ihnen bekomme???
    Mit freundlichem Gruß Viola Heß

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