Auf der Überholspur: tolingo peilt 30 Millionen Euro Umsatz an

Wer aktuell von Start-ups spricht, die mehr als einen flüchtigen Blick wert sind, sollte sich einmal den Übersetzungsmarktplatz tolingo (www.tolingo.de) ansehen. In den vergangenen zwei Jahren legte das Start-up ein ordentliches Wachstum aufs […]

Wer aktuell von Start-ups spricht, die mehr als einen flüchtigen Blick wert sind, sollte sich einmal den Übersetzungsmarktplatz tolingo (www.tolingo.de) ansehen. In den vergangenen zwei Jahren legte das Start-up ein ordentliches Wachstum aufs Parkett: Anfangs residierte das kleine Dreierteam noch auf 12 Quadratmetern in einem Gründerzentrum (siehe Hausbesuch bei tolingo), inzwischen verbesserte sich die nun 23-köpfige Mannschaft auf über 200 Quadratmeter. Die Zahl der Kunden stieg gleichzeitig von 10 auf über 3.000. Über tolingo können Privatleute und Unternehmen Übersetzungen von Texten aller Art in Auftrag geben. Die Übersetzungen werden von Fachübersetzern durchgeführt. Neben der Qualitätkontrolle durch weitere Übersetzer übernimmt Tolingo auch die Abrechnung. Kunden zahlen direkt an das Unternehmen und die Übersetzer bekommen anschließend ihr Geld von Tolingo.

Eine Provision verbleibt beim Übersetzungsmarktplatz. Monatlich kommt so inzwischen ein Umsatz in sechsstelliger Höhe zusammen. In einem Gespräch mit dem “Handelsblatt” verrieten die Hanseaten ihre Prognose für die kommenden Monate: 2010 und 2011 ist ein Umsatz in Höhe von 30 Millionen Euro geplant. Und nach oben sei noch sehr viel Luft, sagt Geschäftsführer Roman Reimer, der seit Sommer des vergangenen Jahres bei tolingo wirkt. Eine stattliche Zahl, die im Vergleich zum Gesamtmarkt für Übersetzungen, der auf über 700 Millionen Euro jährlich geschätzt wird, in der Tat noch viel Luft nach oben lässt. Für das weitere Wachstum sind die Gründer Johan Wenz und Hanno von der Decken gut gerüstet: Erst Anfang dieses Jahres investierte der Risikokapitalgeber Neuhaus Partners gemeinsam mit der KfW Mittelstandsbank in den Übersetzungsmarktplatz. Insgesamt sicherte sich das junge Start-up in dieser Finanzierungsrunde eine einstellige Millionensumme.

blau.de-Gründer halfen in der Anfangszeit

Zuvor statteten Martin Ostermayer, Thorsten Rehling und Dirk Freise, die Gründer des Telefondienstleisters blau.de, tolingo mit Kapital aus. Bei solchen starken Partnern und den vorzeigbaren Zahlen wirkt die Anekdote aus der Anfangszeit wie ein schlechter Scherz:  Kurz nach dem Start erhielt das tolingo-Team den Anruf eines Investors. “Eine der großen deutschen Verlagsgruppen wollte sofort einen sechsstelligen Betrag für25 % der Firmenanteile auf den Tisch legen”, schreibt das Handelsblatt. Die Hamburger winkten ab – zu Recht.

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Alexander Hüsing, Chefredakteur von deutsche-startups.de, arbeitet seit 1996 als Journalist. Während des New Economy-Booms volontierte er beim Branchendienst kressreport. Schon in dieser Zeit beschäftigte er sich mit jungen, aufstrebenden Internet-Start-ups. 2007 startete er deutsche-startups.de.

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  2. Rob

    30 Mio Umsatz?? Kann es sein, dass das Komma mindestens eine Stelle zuweit nach rechts gerutscht ist?

    unvorstellbar..



  3. Melf

    @ Rob,
    wirklich kaum vorstellbar…..

    bei durchschnittlich 0,15 Euro Vergütung macht dies pro Jahr ca. 200.000.000 Wörter die übersetzt werden.

    sind pro Tag 547.945 Wörter bei non stop 24 Stunden arbeiten. Bei einem 24 Stundenbetrieb sind das 22.831 Wörter pro Stunde und pro Minute immer noch 380 Wörter!

    Anders gesagt übersetzt Tolingo ( oder schafft entsprechendes business ran ) jeden Tag 782 ohne Absätze geschriebene DIN A4 Seiten und dies rund um die Uhr.

    Wenn die Zahlen korrekt sind Hut ab und meinen Glückwunsch.



  4. jackson

    30 Mio Umsatz mit 3000 Kuunden => 10000EUR/Kunde…. is klar ;-)



  5. Melf

    285.430 DIN A 4 Seiten ohne Absätz pro Jahr, müssten die damit nicht der größte “Translator” weltweit sein?

    Ergibt übereinander gestapelt einen Turm von DINA4 Seiten mit einer Höhe von knapp 28,5 Metern….

  6. Im Artikel werden die 30 Millionen Umsatz als Ziel für 2011 genannt und bis dahin sollten die Nutzerzahlen dann auch noch weiter steigen. Mir hat der Dienst für Übersetzungen von Webseitentexten schon gute Dienste erwiesen.
    Der Markt ist vorhanden und der Einsatz eines Marktplatzes für Übersetzer und Kunden sollte eigentlich funktionieren.



  7. maikcapetown

    klingt irgendwie nach geschönten Zahlen



  8. VanDamme

    An sich ein gutes Online Angebot mit viel Mehrwert. Allerdings wird man diese Umsatzzahlen nur schwer erreichen. Wenn mehr Konkurrenten am Markt sind, werden die Preise für Übersetzungen sinken, oder man wird die Übersetzer höher vergüten müssen.

  9. Die Zahlen beindrucken mich auch sehr. Wenn man die Rechnung von Melf anschaut und die Arbeit auf 300 Übersetzer verteilt sind die immernoch gut beschäftigt, aber auch nicht grade überlastet. Wenn die jeweils EUR 3000,- im Monat verdienen sind wir bei EUR 900k pro Monat was sich mit dem Artikel deckt und recht plausibel klingt.

    Man darf nicht vergessen (wie könnte man), dass das Internet riesig ist. eBay verkauft über seinen Marktplatz weit mehr als USD 1000,- pro *Sekunde*. Und die Zahlen sind alt.

  10. mmh, dann wären Sie größer als http://www.trados.de/de/ :-) Gut zu wissen!
    Viel Erfolg!



  11. Klaus Brenner

    30 Mio ist schon sehr viel und entspricht ja 30000000 = einem Umsatz im achtstelligen Bereich. Momentan setzt tolingo nach eigenen Angaben einen sechsstelligen Betrag um, also maximal 999999 sprich unter 1 Mio. €.

    30 Mio. halte ich für eine reine Publicity-Meldung.

    Darüber hinaus hat Tolingo starke Konkurrenten und ist auch eher den teueren und ncht den – wie schlicht weg falsch von denen kommuniziert – besonders günstigen Anbietern zuzuordnen.

    Wer Google mal mit ‘Übersetzungsagentur’ bemüht, kann bei näherer Betrachtung der ersten zehn Ergebnisse sofort erkennen, wer teuerer und wer günstiger ist. Naja, günstiger heißt nicht immer besser. Aber man sollte sich bei so viel Brummrumm mal genauer anschauen, was da an Infos verbreitet wird und wie der Markt tatsächlich aussieht.

  12. Respekt, wenn man bedenkt dass es Tolingo erst seit’08 gibt.
    @Brenner, dass Tolingo eher zu den ‘günstigeren’ Anbietern in der Übersetzerbranche gehört würde ich schon sagen. Für 10 – 12 Cent je Wort (je nach Textart) eine Übersetzung inkl. Zweitkorrektor zu bekommen ist ist schon recht ordentlich. Kommt natürlich auf die Perspektive an, wenn der BDUE (Übersetzerverband) Zeilenpreise oberhalb von 1 Euro je Zeile empfiehlt und man im Schnitt von 7 Wörtern je Normzeile ausgeht ist man bei ca. 14 Cent… für den Übersetzer.
    Dennoch, aus Online-Marketing-Sicht macht es Tolingo auf jeden Fall vor wie es geht.

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  15. Gemma

    Leute, lasst Euch nicht veräppeln. Schaut Euch unter unternehmensregister.de die Bilanz von vor ca. 12 Monaten an. Die haben einen ganz schönen Verlustvortrag. Die Verbindlichkeiten sind größer als die Forderungen. Fragt Ihr Euch eigentlich nicht, warum die Gesellschafter einsteigen und wieder aussteigen? Das Wunschdenken deckt sich nicht mit der Realität. Der Reimer ist im September 2010 ausgestiegen, obwohl er selbst folgendes Zitat abgab zu lesen gewesen am 20.04.2010 aufder Webseite der start up´s: “Eine Provision verbleibt beim Übersetzungsmarktplatz. Monatlich kommt so inzwischen ein Umsatz in sechsstelliger Höhe zusammen. In einem Gespräch mit dem “Handelsblatt” verrieten die Hanseaten ihre Prognose für die kommenden Monate: 2010 und 2011 ist ein Umsatz in Höhe von 30 Millionen Euro geplant. Und nach oben sei noch sehr viel Luft, sagt Geschäftsführer Roman Reimer, der seit Sommer des vergangenen Jahres bei tolingo wirkt.“



  16. Klaus Brenner

    Wie @Gemma schon sagte: lasst euch nicht veräppeln. 12,0 ct ist verglichen mit dem Markt teuer. Ich kann das bezeugen, da wir bei uns in der Firma sehr viel übersetzen lassen und würde ich bei meinem Chef nur Angebote von 12,0 ct vorlegen, würde er mich wegschicken.

    DIe Bilanz aus 2009 (ist öffentlich einsehbar) zeigt ganz deutlich:

    Tolingo hat zwar (Dank der Investoren) eine gut gefüllte EK-Kasse, aber aus 2008 wurde ein Verlustvortrag von 800.000 EUR mitgenommen. Das ist eine imense Summe, die erst einmal wieder reingeholt werden muss – an Gewinn nach Steuern. Das bedeutet die Jungs müssten 2010 mindestens das 1,6 fache an Reingewinn erwirtschaften. Das Tolingo dies nicht tun, zeigt die letzte Finanzierungsrunde: Hanno & Co besitzen NICHT mehr die Mehrheit an Tolingo. Mehr als 50% sind in fremder Hand. Sofern der Reimer seine Anteile nicht zurückgegeben hat.

    Toingo hat schlicht weg zu viele Mitarbeiter. Mein letzter Stand sind 35 Mitarbeiter. Wenn man von einem durchschnittlichen Bruttoeinkommen von 2500 EUR ausgeht (und die Coder werden weit mehr verdienen) dann sind das monatlich inkl. durchschnittlicher Lohnnebenkosten

    2500 EUR * 1,20 = 3000 EUR * 35 MA = 105.000 EUR alleine Personalkosten. Das bedeutet, dass man bei einer Provision von 25% monatlich 105000 EUR/0,20 = 420.000 EUR pro Monat umsetzen müsste was wiederum einem Umsatz von 420.000 EUR * 12 = 50,4 Mio. EUR bedeuten würde, um kostendeckend zu arbeiten.

    Sorry, aber so innovativ anfangs das Modell auch zu scheinen mag, auf kurz oder lang wird Tolingo entweder verkauft (und der/die neuen Investoren würden die MA-Anzahl reduzieren) oder der Laden wird dicht gemacht.

  17. @Klaus ich glaube du solltest deine Rechnungen noch mal überprüfen ;)

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