Fünfzehn Fragen an Alexander Beyer von Stockflock

Was bedeutet es Ihnen, Ihr eigener Chef zu sein? Was bedeutet es Ihnen, Ihr eigener Chef zu sein? Realistisch gesehen bedeutet die Chef-Rolle, die Zwänge des Arbeitgebers gegen die Zwänge des Kapitals zu […]
  • Von Christina Cassala
    Freitag, 30. Januar 2009
  • 7 Kommentare

Was bedeutet es Ihnen, Ihr eigener Chef zu sein? Was bedeutet es Ihnen, Ihr eigener Chef zu sein?
Realistisch gesehen bedeutet die Chef-Rolle, die Zwänge des Arbeitgebers gegen die Zwänge des Kapitals zu tauschen. Wichtig für mich ist, meine Ideen direkt, ohne große Abstimmungsrunden oder firmenpolitische Bedenken, in die Tat umsetzen zu können. Ich habe von der Sixt AG die Rückendeckung, unternehmerische Risiken ohne direkte Rechtfertigung eingehen zu können, um aus der resultierenden Geschwindigkeit einen Wettbewerbsvorteil zu gewinnen. Für mich sind Zwänge des Kapitals angenehmer, da sie langfristiger und eigenverantwortlicher wirken.

Bei welcher Gelegenheit kam Ihnen die Idee zu Ihrem Start-up?
Es war Mitte 2006 in einem inspirierenden Gespräch mit Erich Sixt zum Versagen der Investmentberatung. Wir waren uns einig, dass Investmentberater und insbesondere Bankberater meist miserable Investmenttipps geben und zudem sicher, dass es immer einen gibt, der sich besser mit dem Unternehmen auskennt als die entsprechenden Analysten. Somit stellte sich die Frage, wie wir an dieses Wissen heran kommen können: Die Antwort ist eine Plattform auf der Analysen und entsprechende Nutzermeinungen gesammelt und strukturiert werden: stockflock.de.

Woher stammte das Kapital für Ihr Unternehmen?
Erich Sixt war direkt von dieser Idee begeistert und entschied allein, um selbst den Tipps folgen zu können die Plattform und deren Aufbau zu finanzieren.

Was waren bei der Gründung Ihres Start-ups die größten Stolpersteine?
Der Aufbau eines kompetenten Teams. Gerade im Finanzbereich ist es sehr schwierig, Mitarbeiter mit entsprechendem Know-How, gepaart mit der für ein Start-up notwendigen Affinität zum Medium Internet und dem Bereich des UGC zu finden.
Neben dem Team haben sich auch die rechtlichen Fragen als starke Herausforderung dargestellt, da das Finanzwesen im Bereich von Meinungen sehr stark reglementiert ist.

Was würden Sie rückblickend in der Gründungsphase anders machen?
Ich würde früher versuchen, Nutzer in die Entwicklung des Portals einzubeziehen. Die Wünsche der Nutzer als bester am Markt zu befriedigen ist das entscheidende Ziel. Je früher man diese einbindet, desto mehr Anpassungsschleifen spart man sich.

Jedes Start-up muss bekannt werden. Welche Marketingspielart ist für Sie besonders wichtig?
Ich halte Kooperationen mit reichweitestarken Partnern für besonders wichtig. Hier ist insbesondere die Integration der Inhalte in andere Portale ein zentraler Erfolgsfaktor. Dieses schafft Mehrwerte für Nutzer und macht die Plattform über ihre Inhalte bekannt.

Welche Person hat Sie bei der Gründung besonders unterstützt?
Hier muss ich insbesondere der Familie Sixt danken, die sowohl finanziell, aber ins besonders auch inhaltlich einen großen Anteil an der Entwicklung des Portals haben.

Welchen Tipp geben Sie anderen Gründern mit auf den Weg?
Sucht euch einen guten CTO, der das Projekt von Anfang an im Griff hat und arbeitet euch selbst ebenfalls Tief in die technischen Themen ein. Ein gutes Verständnis für den Kern eures Startups – die Anwendung – hilft, ein gutes Produkt kosteneffizent und performant zu gestalten.

Sie treffen den Bundeswirtschaftsminister – was würden Sie sich für den Gründungsstandort Deutschland von ihm wünchen?
Hier würde ich mir eine klare Rechtsprechung im Bereich des Finanzrechts wünschen. In diesem Segment arbeitet man sich durch einen sehr dichten Nebel, gerade da die Rechtsprechung noch rar gesät ist.
Ich glaube allerdings auch, dass eine Vereinfachung des Zivilrechts bei Verträgen und Vereinbarungen viele Kooperation deutlich schneller und effektiver machen würden.

Was würden Sie beruflich machen, wenn Sie kein Start-up gegründet hätten?
Ich bin insgesamt stark unternehmerisch getrieben, daher würde ich eigentlich immer etwas eigenes machen. Ab wann man es Start-up oder klassisches Unternehmen nennt, vermag ich nicht zu differenzieren. Auf jeden Fall bliebe ich in der Online-Welt erhalten. Mich reizt neben nutzergenerierten Inhalten auch der E-Commerce.

Bei welchem deutschen Start-up würden Sie gerne mal Mäuschen spielen?
Dieses ist schwer zu beantworten, da mich eine Reihe von Start-ups sehr interessieren und ich auch bereits bei einigen schon „Mäuschen“ spielen durfte. Mich würde das Team von guut.de interessieren, wie diese die dauerhafte Fokussierung auf ein Produkt meistern und der Versuchung eines Shopaufbaus widerstehen.

Sie dürften eine Zeitreise unternehmen: In welche Epoche reisen Sie?
Mich interessiert stark, wie sich aktuelle Entwicklungen in der Zukunft auswirken, daher würde ich Zukunft sagen,. Da ich aber nicht an Vorbestimmung glaube , ist eine Zeitreise in die Zukunft wohl nicht möglich.
Ansonsten würde ich gern die Renaissance erleben, da der Aufbruchsgeist, das in Frage stellen geltender Paradigmen und die gesamte Energie dieser Epoche mich sehr reizen und meiner eher hinterfragenden Art sehr entgegenkommen.

Sie haben eine Million Euro zur persönlichen Verfügung: Was machen Sie mit dem ganzen Geld?
Ich würde hoffentlich nicht viel anderes machen als heute. Ich würde das Geld nutzen, um mir selbst mehr Zeit einzuräumen und über neue Ideen nachzudenken. Und diese dann mit dem Geld entsprechend finanzieren.

Wie verbringen Sie einen schönen Sonntag?
Die Wahrheit ist: häufig im Büro. Allerdings nehme ich mir auch gerne die Zeit zum golfen, da man bei diesem Sport gleich nach dem ersten Abschlag alle anderen Themen vergisst und nur noch an das Spiel und die Landschaft denkt. Als großer Bonus gilt auch ein Handy/Blackberry Verbot.

Mit wem würden Sie sich gerne einmal auf einen Kaffee oder ein Bier verabreden?
Von den Gebrüdern Albrecht (Aldi Gründer) würde ich gerne erfahren, wie die Idee wirklich entstand und wie sie den Aufbau des Unternehmens bewerkstelligt haben. Und, wie sie die Produktauswahl unter Berücksichtigung des Markenversprechens bewerkstelligen.

Christina Cassala, Redakteurin bei deutsche-startups.de, war schon zu ihren besten Uni- Zeiten in den 90er Jahren journalistisch tätig. Gleich nach dem Volontariat arbeitete sie bei einem Branchenfachverlag in Hamburg, ehe sie 2007 zu deutsche-startups.de stieß und seither die Entwicklungen der Start-up Szene in Deutschland mit großer Neugierde beobachtet.

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