Lesestoff Was wir vom Genie hinter Tesla und SpaceX lernen können

Die neue Buchreihe "Inside Silicon Valley" erzählt in jeder Ausgabee die Geschichte eines erfolgreichen Unternehmers oder einer erfolgreichen Unternehmerin aus dem innovativsten Tal der Welt. Den Anfang der Reihe macht ein Buch über Elon Musk. Hier eine Leseprobe.
Was wir vom Genie hinter Tesla und SpaceX lernen können

Im neuen Digital-first-Verlag Electric Elephant Publishing erscheint aktuell eine Reihe über die Masterminds des Silicon Valley. In jedem Buch der Reihe Inside Silicon Valley will das junge Medienhaus die Geschichte eines erfolgreichen Unternehmers oder einer erfolgreichen Unternehmerin aus dem innovativsten Tal der Welt erzählen und so deren Unternehmerprinzipien und Erfolge für deutsche Unternehmerinnen und Unternehmer, die sich in ihrem Alltag vom amerikanischen Entrepreneurship-Mindset inspirieren lassen wollen, greifbar machen.

Den Anfang der Reihe macht ein Buch über Elon Musk. Seine Biographie leitet dazu an, Unternehmertum als Abenteuer zu erleben. deutsche Start-ups präsentiert an dieser Stelle einen Auszug aus dem Buch “Was wir vom Genie hinter Tesla und SpaceX lernen können”. Und jetzt viel Spaß mit der Leseprobe.

Von den Grundsätzen her denken

„If our small minds, for some convenience, divide this glass of wine, this universe, into parts — physics, biology, geology, astronomy, psychology, and so on — remember that Nature does not know it!“
– Richard Feynman

Wenn wir ein Problem angehen, sehen wir uns zunächst nach bereits vorhandenen Lösungswegen um. Schließlich hat vor uns meistens schon einmal jemand anderes das Gleiche oder so etwas Ähnliches getan. Und warum sollten wir uns die Mühe machen, das Rad neu zu erfinden, wenn es bereits gut funktionierende Erfolgsmodelle (Best Practices) gibt?

Doch die Möglichkeiten erprobter Lösungen versagen nicht nur, wenn wir etwas wirklich Neues in Angriff nehmen. Unser Vertrauen in Konventionen verstellt uns den Blick darauf, dass die gewohnten Wege nicht immer auch die besten sind, um einen gewünschten Zustand zu erreichen – selbst wenn es so aussieht, als würden sie funktionieren. Und das vor allem aus zwei Gründen: Erstens werden alle Konzepte und Lösungswege in einem ganz bestimmten Zusammenhang entwickelt. Wird ein Konzept in einen anderen Kontext übertragen, kann es schon nicht mehr funktionieren, auch wenn die Rahmenbedingungen erst einmal ähnlich aussehen. Zweitens unterdrückt die Wiederverwertung alter Lösungswege Innovationsfähigkeit und verhindert dadurch echte Differenzierung. Mit Best Practices ist es nicht möglich, Alleinstellungsmerkmale zu generieren. Diese brauchen wir aber, wenn wir im Wettbewerb bestehen wollen. Gleich ob wir ein Produkt, eine Dienstleistung oder uns selbst in einen Markt einbringen. Wenn wir nichts anbieten können, was nur wir haben und nicht um einige Größenordnungen besser sind als die anderen, bleibt uns nur noch ein Weg, um kurzfristig am Markt zu bestehen: billiger werden. Doch da dies andere auch können, würde das einen harten Kampf bedeuten, der auf lange Sicht aussichtslos ist. Peter Thiel schreibt: „Best Practices führen uns in eine Sackgasse; die besten Wege sind neu und unerprobt.“

Als Musk merkte, dass ihm die russischen Anbieter keine Raketen zu einem Preis verkaufen wollten, den er bereit und fähig war zu bezahlen, stellte er Berechnungen an, wie viel eine Rakete im Eigenbau kosten würde. Nach anfänglichen Schwierigkeiten mit der Materialbeschaffung verlegte sich Musk auf die Produktion der meisten benötigten Teile unter dem eigenen Dach. Fertigbausätze hatte er auch als Kind in Pretoria nicht, als er seine ersten Versuche mit dem Bau von Bomben und Miniaturraketen machte.

Nur indem er größtenteils auf Fertigteile und die Lösungswege etablierter Raumfahrtunternehmen ausblendete, konnte Musk mit SpaceX letztlich eine funktionstpchtige Rakete entwerfen, die heute einen Bruchteil dessen kostet, was vorher denkbar gewesen wäre.

Wir können dieses Vorgehen die „Methode der ersten Grundsätze“ nennen. Das bedeutet, dass wir uns nicht nach dem richten sollten, was andere tun oder denken (Denken in Analogien). Stattdessen sollten wir uns ein Problem genau anschauen und in seine fundamentalen Bestandteile zerlegen.

— Einschub Anfang —

Die Methode der First-Principle anhand eines lebensnahen Fallbeispiels

Gehen wir mal von einer klassischen Problemsituation aus. Der Selbstständige: irgendwann gestartet, irgendwie über Wasser gehalten und plötzlich kommt der Umsatzeinbruch. Grundannahme: vor einem halben Jahr haben wir uns mit einer aussichtsreichen Auftragslage in die Selbstständigkeit gewagt. Nach einem halben Jahr verändert sich plötzlich die Auftragslage.

Nun stehen wir vor einem Problem, denn wir haben uns nie wirklich um Folgeaufträge bemüht, sondern vielmehr von glücklichen Zufällen gezerrt. Wenn wir also nicht schnell genug an Jobs kommen, sitzen wir bald auf dem Trockenen. Was tun? Als kurzfristige Lösung greifen wir zum Telefon und kontaktieren alte Auftraggeber, Kollegen, Freunde, Bekannte und Familie, in der Hoffnung, dass jemand einen Auftrag für uns hat. Dies bringt uns jedoch rein garnichts, da selbst wenn sich weitere Aufträge ergeben, sich nichts an der Ursache unseres eigentlichen Problems ändert: wir haben kein Plan, was wir als Selbständiger da eigentlich tun!

Folgen wir den Annahmen der ersten Grundsätze, sollten wir uns als erstes Fragen: weshalb wir in die Selbständigkeit gegangen sind. Ging es um die Umsetzung einer Idee? Um die Verwirklichung eines lang herausgezögerten Wunsches? Oder einfach nur darum mehr Geld zu verdienen?

Angenommen im anfänglichen Fokus der Selbständigkeit stand der Wunsch nach einer freien, selbstbestimmten Arbeit als eigener Chef, die einen am Ende des Tages noch gut versorgt. Welche Fähigkeiten und welches Wissen besitzen wir also, wofür andere bezahlen würden, ohne das wir in eine Abhängigkeit geraten, die unseren ursprünglichen Wunsch boykottieren? Wenn wir diese Frage beantwortet haben kommen wir unmittelbar auch auf wirksame Ideen um die Art von Kunden zu Akquirieren.

— Einschub Ende —

Natürlich ist Musks Regel der ersten Grundsätze in ihrer Anwendung oft weit aufwendiger und vor allem mental herausfordernder als ein Vorgehen, das einfach vorhandene Lösungen kopiert, die „gut genug“ sind. Und im Tagesgeschäft hat es auch seine Berechtigung, nicht jede Arbeit, die anfällt, stur bis ins Kleinste zu hinterfragen. Bei der Erledigung von Standardauf- gaben sind Best Practices oft hinreichend und manchmal unumgänglich: „Wenn Sie versuchen, immer von den Grundsätzen auszugehen, würden Sie den Tag nicht durchstehen.”

Joscha Barisch: “Elon Musk: Was wir vom Genie hinter Tesla und SpaceX lernen können”, Electric Elephant Publishing, 113 Seiten, 6,99 Euro
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Achtung: Der erste Band der Inside Silicon Valley Buchreihe ist noch für kurze Zeit für 2,99 Euro erhältlich!

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