Delivery Hero holt sich 25 Millionen Euro und übernimmt OnlinePizza-Gruppe

Nach der Fusion von Delivery Hero (www.deliveryhero.com) und Lieferheld (www.lieferheld.de) ruht sich das Team um Oberheld Fabian Siegel nicht aus. Jetzt holt sich die Jungfirma, die bereits 15 Millionen Euro eingesammelt hat, von ihren Altgesellschaftern, darunter Team Europe, Holtzbrinck Ventures, Tengelmann Ventures, Kite Ventures und ru-net, mal eben weitere 25 Millionen Euro Risikokapital. Einen zweistelligen Millionenbetrag in bar davon stecken die Berliner direkt in die Übernahme der OnlinePizza Norden Group, zu der unter anderem OnlinePizza.se (onlinepizza.se) in Schweden, PizzaOnline (www.pizzaonline.fi) in Finland und PizzaPortal (www.pizzaportal.pl) in Polen gehören.

18 Monate nach dem Start von Lieferheld in Deutschland ist aus dem lokalen deutschen Lieferdienstvermittler somit inzwischen ein wichtiger Anbieter mit Ablegern in der Schweiz, Großbritannien, Schweden, Finnland, Polen, Österreich, Russland, Mexiko und Australien geworden. Auch Mjam (www.mjam.net) aus Österreich, quasi das technische Gründgerüst für den Start in Deutschland, verleibte sich Delivery Hero mit der Übernahme ein. In der Alpenrepublik gehört zudem jetzt auch WillEssen (www.willessen.at) zur Heldentruppe. Zu guter Letzt ist im Zuge der Übernahme noch Mat24 (www.mat24.se) aus Schweden neu in der globalen Delivery Hero-Familie. Erst Ende Februar hatte Delivery Hero zudem einen maßgeblichen Anteil am britischen Essenvermittler hungryhouse.co.uk (www.hungryhouse.co.uk) übernommen.

Geplant: 225 Millionen Euro Restaurant-Umsatz

Recht hilfreich bei der Übernahme der profitablen schwedischen OnlinePizza-Gruppe dürfte Niklas Östberg, Mit-Geschäftsführer von Delivery Hero, gewesen sein. Von 2008 bis 2011 war er Chairman und Partner bei der OnlinePizza-Gruppe. “Weil er an dieser auch beteiligt war, streicht er durch den Verkauf einen niedrigen einstelligen Millionenbetrag ein”, berichtet die “FTD“. Spannende Randnotiz bei der Übernahme: OnlinePizza war auch mit dem großen Delivery Hero-Konkurrenten Just-Eat (www.just-eat.com), dem internationalen Marktführer im Segment, verbandelt. Siegel und Östberg haben dem großen Wettbewerber somit einen wichtigen Verbündeten gemopst. Delivery Hero-Macher Siegel sieht sich seinem Ziel, “der eindeutige Marktführer in Europa” nun wieder ein Stückchen näher. Rund 350 Mitarbeiter arbeiten nun für die heldenhafte Pizzafamilie mit Sitz in der deutschen Hauptstadt. Im laufenden Jahr plant das Unternehmen 225 Millionen Euro Umsatz an die Partner-Restaurants weiterzuleiten. Vor der Übernahme lag die Planzahl bei 150 Millionen Euro.

Hungrig ist die Delivery Hero-Mannschaft auch nach dieser Übernahme noch. Offenbar sowohl was Übernahmen von bestehenden Anbietern in aller Welt angeht, als auch in Sachen Finanzierungsrunden. “Die aktuelle Kapitalrunde wird nicht die letzte gewesen sein”, sagt Delivery Hero-Chef Siegel gegenüber deutsche-startups.de. “Wir sind noch nicht durchfianziert!” Dabei hat die Heldentruppe bisher bereits beachtliche 40 Millionen Euro eingesammelt. Die Hauptstädter und die Investoren im Hintergrund denken aber weiter in ganz großen Dimensionen. Mit dem Satz “Unser Ziel ist es, einen Weltmarktführer aufzubauen” unterstreicht Siegel die großen Ambitionen des Unternehmens noch einmal deutlich.

“Wir sind noch nicht durchfianziert!”

Momentan ist Just-Eat, der wichtigste Konkurrent von Deliver Hero, in 16 Ländern aktiv. Darunter auch Länder wie Argentinien, Brasilien, Indien und Kanada. In Frankreich verbündete sich Just-Eat kürzlich mit Alloresto (www.alloresto.fr), dem größten Lieferdienstvermittler des Landes. Der Lieferdienstvermittler aus London ging 2001 in Dänemark an den Start. Um Deutschland macht die Firma, die von Klaus Nyengaard geführt wird, bisher einen Bogen. Erst Anfang 2011 sammelte Just-Eat stattliche 48 Millionen US-Dollar, umgerechnet momentan rund 36 Millionen Euro, ein.

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Hausbesuch bei Lieferheld

Anfang November 2011 durfte sich deutsche-startups.de beim Berliner Start-up Lieferheld einmal ganz genau umsehen. In den riesigen Büroräumen – umweit der Friedrichstraße – arbeiten über 100 Lieferhelden in sehr schicken Räumlichkeiten. Das Büro ist vollgepackt mit Bildern von Superhelden aller Art, etlichen großen Pappkameraden und ganz ganz vielen leeren Pizzakartons. Einige heldenhafte Eindrücke gibt es in unserer kunterbunten Fotogalerie.

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