Von Yvonne Ortmann
Dienstag, 2. Juli 2013

Sharing Economy: Konzepte und Dienste auf einen Blick

Die Sharing Economy ist derzeit in aller Munde. Eine Schwierigkeit ist, dass unter dem simplen Begriff Sharing aktuell vieles in einen Topf geworfen wird, was differenziert werden müsste. Wir starten hiermit eine Übersicht über sämtliche deutschen Sharing-Konzepte und –Plattformen.

Manche hielten den Trend, Dinge zu teilen und zu tauschen, für einen kurzen Hype – doch er hält sich wacker und führt zu immer neuen Ideen und Plattformen. Wir haben aufgelistet, in welchen Bereichen und auf welchen Portalen in Deutschland geteilt, verschenkt und getauscht wird. Und wollen mit Hilfe unserer Leser zu Deutschlands umfassendster Datenbank für Sharing-Konzepte werden.

Spätestens dann, wenn die renommierten deutschen Tageszeitungen darüber berichten, ist aus Entwicklungen in der digitalen Welt ein echter Trend geworden. Dies passiert aktuell der „Sharing Economy“, die von sämtlichen großen Blättern aufgegriffen und erklärt wird. Laut „Die Süddeutsche“ plant nun das Verlagshaus Hubert Burda Media sogar, eine eigene Zeitschrift zum Teilen-Trend herauszubringen. Auch verschiedene Studien beschäftigen sich mit dem Konzept, so zum Beispiel die Studie “Sharity: Die Zukunft des Teilens” vom Schweizer Gottlieb Duttweiler Institut (GDI) und eine Bitkom-Studie. Eines ihrer Ergebnisse ist, dass 85 Prozent der Internetnutzer dem Teilen gegenüber aufgeschlossen sind.

Eine Schwierigkeit ist, dass unter dem Begriff „Sharing“ aktuell vieles in einen Topf geworfen wird, was differenziert werden müsste. So unterscheidet sich beispielsweise das gemeinsame Nutzen von Dingen wie Geräten und Autos von einem ebenfalls wachsenden Trend, den man mit „Mieten statt Besitzen“ bezeichnen könnte. Während beim Sharing-Ansatz Privatnutzer ihre Besitztümer oder Dienstleistungen anbieten, mischen beim „Mieten-statt-Besitzen“-Trend durchaus auch große Unternehmen wie die Deutsche Bahn mit, um Nutzern günstig Autos, Fahrräder oder ähnliches zu vermieten.

Wir starten hiermit eine Übersicht über sämtliche deutschen Sharing-Konzepte und -Plattformen, bei denen es ums verleihen, verschenken, tauschen und teilen geht. In einer zweiten Übersicht werden wir demnächst den Trend „Mieten statt Besitzen“ aufgreifen. Wir freuen uns über Ergänzungen, die wir beständig einpflegen!

Lebensmittel

foodsharing.de
„Lebensmittel teilen statt wegwerfen“ heißt es bei foodsharing.de (www.foodsharing.de). Wer Reste von der letzten Party übrig hat, in den Urlaub fährt oder als Bäcker ständig Brötchen wegschmeißen muss, kann die Lebensmittel bei foodsharing.de kostenlos anbieten. Umgekehrt finden Nutzer über die Plattform Nahrungsmittel in ihrer Umgebung, die sie bei Bedarf schnell abholen können. Auch kann man sich zum gemeinsamen Kochen verabreden, um überschüssige Lebensmittel loszuwerden.

Medien

leih-ein-buch.de
Speziell für Bücherwürmer gibt es die Plattform leih-ein-buch.de (www.leih-ein-buch.de). Optisch nicht sehr ansprechend wird sie ihrer Funktion dennoch gerecht und organisiert das Ver- und Ausleihen von Büchern. Leseratten erhalten ihr Wunschbuch für 28 Tage und bezahlen dafür Porto, die Systemgebühr von 33 Cent und eine variierende Anzahl von Punkten. Beim sogenannten Regio-Verleih kann man sein Buch sogar persönlich abholen um Portokosten zu sparen – und sein Gegenüber, das anscheinend einen ähnlichen Büchergeschmack hat, näher kennen lernen.

hitflip
Den Tausch von Medien wie DVDs, CDs, (Hör-) Bücher oder Games können Nutzer über die Plattform Hitflip (www.hitflip.de) organisieren. Fordert ein Mitglied einen Artikel aus der eigenen Bibliothek an, erscheint eine Versandaufforderung. Sobald der Artikel versendet ist, bekommt der Verleiher den Wert des Produkts in Form von „Flips“ aufgebucht. Es besteht auch die Möglichkeit, Medienartikel mit anderen Nutzern zu tauschen.

Kleider

fashionlend
Bei Fashionlend (www.fashionlend.com) verleihen Nutzer ihre Klamotten und Accessoires (zum Artikel). Auf diese Weise lassen sich auch teure Kleidungsstücke gegenfinanzieren und natürlich geht es – wie beim gesamten Sharing-Ansatz – auch darum, nette Leute kennen zu lernen. Wie meistens, wenn es um Mode geht, besteht die Zielgruppe bei Fashionlend aus Frauen. Diese stellen Produktfotos von den eigenen Klamotten auf die Plattform und legen sowohl Mietpreis als auch Konditionen für die Miete fest. Meldet sich eine Interessentin, verschickt Fashionlend an beide Parteien ein Übergabeprotokoll. Darin wird festgehalten, ob das Kleidungsstück schon irgendwelche Mängel hat und ob die Mieterin eine Kaution hinterlegt – schließlich soll es keinen Ärger und Streit geben.

kleiderkreisel
 “Echtes Social Shopping statt kommerziellen Handel” bietet die Second-Hand-Plattform Kleiderkreisel (www.kleiderkreisel.de). Die Online-Tauschbörse für Kleidung, Accessoires und Selbstgemachtes stammt ursprünglich aus Litauen, wo schon über 35.000 Mitglieder tauschen was das Zeug hält. Auch beim deutschen Ableger sind bereits über 6000 Nutzer registriert und bieten insgesamt 45.000 Artikel an. Anmeldung und Nutzung des Dienstes sind kostenlos. Seit Kurzem gibt es mit kleiderkreisel.at nun auch einen österreichisches Pendant.

Mädchenflohmarkt
Gebrauchte Kleider, Taschen, Schuhe, Hosen, T-Shirts und Jacken gibt es auch bei Mädchenflohmarkt (www.maedchenflohmarkt.de). Auf der ansehnlichen Plattform kann die weibliche Zielgruppe gebrauchte Kleidung und Accessoires kaufen und vor allem verkaufen (siehe Artikel). Unterstützt und finanziert wird das überwiegend weibliche Mädchenflohmarkt-Team von der Mannschaft der Shopping Community edelight (www.edelight.de).

Common Vintage
„Nie mehr nix zum Anziehen“ ist der Slogan von Common Vintage (www.commonvintage.com). Über die Plattform können Menschen ihre Kleider miteinander tauschen (siehe Artikel). Dahinter steckt die Idee, „Nachhaltigkeit mit Freude an der Mode zu verbinden“. Der Schwerpunkt liegt dabei auf Vintage-Kleidern, die sich in manchen Fällen auch kaufen lassen. In Berlin veranstaltet Common Vintage regelmäßig Kleidertausch – Parties.

Kinderspezifisches

Mamikreisel
Mamikreisel (www.mamikreisel.de) ist eine Tochter-Plattform von Kleiderkreisel, bei der es laut Sophie Utikal um mütterspezifische Themen und Produkte geht, darunter Umstandskleidung, Kinderspielzeug und Babyzubehör. Zusätzlich gibt es eine Community und viele redaktionelle Tipps.

Mylittlebigswap
Bei mylittlebigswap aus Berlin (www.mylittlebigswap.de) können Eltern Kleidung, Bücher oder Spielzeug ihrer Kinder (bis 12 Jahre) im Online-Marktplatz tauschen (siehe Artikel). So müssen benutzte aber guterhaltene Textilien oder Spielsachen nicht auf dem Müll landen. Ein Vorteil ist, dass Eltern ihre Artikel nicht mühsam fotografieren, beschreiben und einstellen müssen, sondern einfach nur an Mylittlebigswap schicken. Um den Rest kümmert sich das Team. Nach der Qualitätsprüfung bekommen die Artikel eine bestimmte Anzahl an Credits, die gegen andere Ware eingetauscht werden können.

Dies und Das

Frents
Bei frents (www.frents.com) – die Abkürzung bedeutet “Friends rent things” – leiht man sich Gegenstände in seiner Nachbarschaft aus, ohne an der Haustür nebenan klingeln zu müssen (siehe Artikel). Wer in der eigenen Umgebung welche Dinge verleiht, sieht man auf einer “Karte der nutzbaren Dinge einer Gesellschaft”. So kann man gezielt und virtuell auskundschaften, ob der junge Mann drei Straßen weiter einem die Nintendoo Wii borgt. Jeder Vermieter legt den Mietpreis für seine Gegenstände selbst fest.

leihdirwas.de
Ähnlich funktioniert die “Leih-, Miet- und Buchungsplattform” leihdirwas.com (www.leihdirwas.com). Sicherheitsbedürftige Verleiher haben sogar die Möglichkeit, ihre Produkte nur Menschen zur Verfügung zu stellen, die sich dem freiwilligen SMS-Verifizierungs-Verfahren unterzogen haben. Dies ist bei manchen der Produkte vielleicht auch angeraten: Im Ausleih-Sortiment befinden sich Dinge wie Abbruchhammer, Betonmischer und ein Porsche. Bei verifizierten Mitgliedern greift im Schadensfall eine Garantie von bis zu 1000 Euro.

wir.de
Wer nach Geräten, Gegenständen oder Dienstleistungen aus der unmittelbaren Umgebung sucht, wird bei Wir.de (www.wir.de) fündig. Über die Plattform können Nutzer Dinge ausleihen und tauschen: nicht nur Dinge sondern auch Hilfeleistungen wie Babysitten, Nachhilfe oder Rasenmähen.

Whyownit
Die schick designte Smartphone-Applikation Whyownit (http://de.whyownit.com/) soll das Teilen von Gegenständen unter Freunden ermöglichen. Gründer Philipp Gloeckler denkt dabei an Bücher, Bohrmaschinen und teure Handtaschen. Dabei ist die Plattform als Leihdienst unter Menschen, die sich kennen, positioniert. Angenehmer Nebeneffekt dieser Idee: Die jeweiligen Freunde müssen sich zum Weitergeben der Leihwaren treffen. Für’s Hochladen von Produkten bekommen Nutzer Punkte, die sie gegen Gutscheine von Whyownit-Partnern eintauschen können.

Gnibble.com
„Ein gnibble ist ein Gegenstand, der sich von mehreren gemeinsam nutzen lässt. Wer ein gnibble verleiht oder ausleiht, der gnibbelt“, verrät das Team von Gnibble (www.gnibble.com) auf der Webseite. Jeder kann über die Plattform „gnibbles“ ausleihen sowie anbieten (siehe Artikel). Nutzer können dabei angeben, ob sie den gewünschten Gegenstand geschenkt oder geliehen haben möchten.

Netcycler
Bei Netcycler (www.netcycler.de) wünschen sich Nutzer Dinge, die sie auf der Plattform sehen, und geben an, was sie dafür hergeben würden: Tauschen, verschenken oder handeln lautet die Devise. Netcycler kombiniert automatisch Sachen mit Wünschen und formt Tauschringe, in denen jeweils bis zu fünf Mitglieder handeln können, denn „Tauschringe vervielfachen die Wahrscheinlichkeit für einen guten Tausch“.

Tauschticket
Ein echtes Urgestein unter den Tauschbörsen ist Tauschticket (www.tauschticket.de). Gestartet für zunächst nur Bücher können Nutzer mittlerweile Artikel aller Art auf der Plattform tauschen. Mitglieder, die eigene Artikel anbieten, legen fest wieviele „Tauschtickets“ ihr eingestelltes Produtk wert ist (zwischen eins und fünf). Mit den virtuellen Tauschtickets können wiederum andere Artikel erworben werden. Als Prämie erhalten neue Mitglieder nach SMS-Validierung für das Anbieten von mindestens fünf Artikeln ein Bonusticket.

Givebox
Das Prinzip „Givebox“ (http://www.facebook.com/Givebox) greift in immer mehr Städten um sich: Menschen können Dinge, die sie nicht mehr brauchen, in sogenannten „Giveboxes“ abgeben: Die kleinen, zusammengezimmerten Hütten gibt es an verschiedenen Standorten. Andere Menschen können an den lokalen Ständen vorbeigehen und mitnehmen, was sie benötigen. „Das Konzept fördert Nachhaltigkeit, schont Ressourcen, stärkt die Nachbarschaft, hilft anderen Menschen, befreit von Krempel und schafft ein neues Bewusstsein jenseits von klassischen Konsum und Besitz“, erklären die Initiatoren.

Mobile Flohmärkte

Stuffle
Als „mobiler Flohmarkt“ präsentiert sich die iPhone- sowie Android-App Stuffle (www.stuffle.it). Nach dem Download von Stuffle – einer Wortkreation aus ‘Stuff’ und ‘Sale’ – können Nutzer nach Dingen stöbern oder selbst etwas verkaufen. Da die Anwendung sehr einfach ist, sind Spontankäufe und -verkäufe kein Problem. Einfach stöbern, auf der Karte nach dem entsprechenden Ort schauen und mit dem Verkäufer Ort und Zeit der Übergabe und Bezahlung vereinbaren. Verkäufer können aktuelle Angebota auch per Twitter, Facebook, SMS oder E-Mail an Freunde weiterleiten und so im erweiterten Freundeskreis nach einem Käufer suchen (siehe Artikel).

Shpock
Auch die Wiener Smartphone-App (für iPhone und Android) mit dem seltsamen Namen Shpock (www.shpock.com) will eine Art Flohmarkt für die Hosentasche sein. Die angebotenen Gegenstände werden nach Entfernung vom eigenen Standort sortiert angezeigt: So soll es besonders einfach sein, Angebote in der eigenen Umgebung zu finden. Nutzern, die besonders interessante Dinge anbieten, kann man auch folgen. Laut Gründer Armin Strbac dauert das Erstellen eines Angebots in der Flohmarkt-App nur 30 Sekunden.

Wohnung

airbnb
Der Betten-Vermittler airbnb (www.airbnb.com) hat Wohnungs-Sharing berühmt gemacht. Das Start-up stammt aus San Francisco, hat aber mittlerweile auch einen Sitz in Berlin und vielen anderen, weltweit verstreuten Städten. Im Zuge der Expansion übernahm Airbnb den deutschen Anbieter Accoleo. Letztlich handelt es sich dabei um eine Weiterentwicklung des Couchsurfing-Gedankens (www.couchsurfing.org): Während beim Vorreiter noch der soziale Gedanke im Vordergrund stand, geht es bei den neueren Modellen auch darum, als Privatanbieter Geld zu verdienen.

Wimdu
Vor zwei Jahren erblickte Wimdu (www.wimdu.com) das Licht der Welt (siehe Artikel). Die Vermittlungsplattform für Privatübernachtungen entstammt dem Hause Rocket Internet, dem Inkubator der Samwerbrüder, und orientiert sich stark am Vorbild Airbnb. Pate stand das US-amerikanische Vorbild airbnb (www.airbnb.com). Momentan bewegt die Frage, ob – und wann – jemand das Unternehmen, das 90 Millionen US-Dollar einsammelte, kaufen wird?

9flats
Nur kurz nach Wimdu gab Stephan Uhrenbacher sein Projekt 9flats.com (www.9flats.com) bekannt. Die Vermittlungsplattform für Privatübernachtungen ist ebenfalls eine deutsche Version von airbnb (siehe Artikel). Reisenden stehen auch hier unzählige Übernachtungsmöglichkeiten offen: kleines, billiges WG-Zimmer im Studentenviertel oder Metropolen-Loft mit Blick auf die Alster? Ferienwohnung oder Stadtrandvilla? Auch in 9flats wurde einiges investiert, so dass nun eigentlich ein Kauf anstehen müsste.

Gloveler
Beim Karlsruher Start-up gloveler (www.gloveler.de) steht im Vergleich zu den Mitbewerbern noch mehr der Aspekt des günstigen Wohnens im Vordergrund. Das Versprechen: Über die Plattform wird die Buchung eines Privatzimmers so günstig wie die Buchung eines Hotelzimmers. Bei einer erfolgreichen Vermittlung wandern 10 % Bearbeitungsgebühr in die Kasse von gloveler.

Autos

nachbarschaftsauto
Der Carsharing-Anbieter mit dem aussagekräftigsten Namen ist sicherlich nachbarschaftsauto (www.nachbarschaftsauto.de). Über welche Bezahlart der Vermieter sein Geld einzieht, legt er selbst fest: nachbarschaftsauto empfiehlt die Bezahlung in Bar, per Überweisung oder PayPal. Auto-Leiher bezahlen die vom Verleiher festgelegte Leihgebühr plus eine Buchungsgebühr (von 1,50 Euro) und Versicherung (je nach Verleihdauer und Motorleistung zwischen 5,80 Euro und 10,50 Euro am Tag) direkt an Nachbarschaftsauto.

tamyca
Wer sein Auto verleihen möchte, weil es die meiste Zeit rumsteht und nutzlos Geld frisst, kann das auch über die Plattform tamyca (www.tamyca.de) tun. Auf der tamyca-Karte ist sofort ersichtlich, wer in der Nachbarschaft welches Auto vermietet (siehe Artikel). Als Ausleiher bezahlt man die Benzinkosten, die vom Vermieter festgelegte Gebühren und eine Versicherungs- und Gebührenpauschale an tamyca, die ab 4,90 Euro beginnt. Eine Kooperation mit der “Württembergischen” sorgt für den nötigen Versicherungsschutz.

Rent’n’roll
Auch das Hamburger Start-up rent’n’roll (www.rent-n-roll.de) ist im Carsharing-Segment unterwegs. Automieter müssen bei rent’n’roll mindestens 23 Jahre alt sein und dürfen in den vergangenen fünf Jahren keine Strafe wegen Trunkenheit am Steuer oder wegen Fahren ohne Führerschein bzw. Versicherung bekommen haben. Dies soll vor allem Autobesitzer vor schwarzen, unvernünftigen Schafen schützen. Mieter bezahlen bei rent’n’roll zwei Euro pro Aktion an die Plattformbetreiber, Vermieter gar 15 % des Autoverleih-Preises. Die Abrechnung sieht so aus, dass rent’n’roll einmal im Monat den Vermietungserlös überweist. Damit kann man zwar nicht sehr kurzfristig Geld verdienen, dafür ist die Umsetzung unkompliziert.

autonetzer
Als Carsharing-Community bietet Autonetzer.de (www.autonetzer.de) Fahrzeugbesitzern die Möglichkeit, ihr Auto interessierten Fahrzeugnutzern zur Verfügung zu stellen. Das Stuttgarter Unternehmen tritt dabei als Plattform auf, auf der alle Carsharing-Interessierte zusammenfinden und Informationen rund um den Ausleihvorgang, den umfassenden Versicherungsschutz sowie Tarifvorschläge zur Kostenbeteiligung der Fahrer erhalten. Den Mietpreis bestimmen die Autobesitzer dabei selbst, versichert sind die Ausleihvorgänge automatisch bei jeder Buchung. Auto-Leiher bezahlen für die Zusatzversicherung ab 5,90 Euro.

Carzapp
Auch das Start-up Carzapp (www.carzapp.net) hebt Carsharing auf eine neue Stufe: In Zukunft müssen Menschen, die ihr Auto vermieten, die Autoleiher nicht einmal mehr zur Schlüsselübergabe persönlich treffen (siehe Artikel). Bei carzapp läuft die gesamte Vermietaktion – inklusive dem Öffnen des Wagens – über das Smartphone ab. Damit hält das flinkster-Konzept der Deutschen Bahn (www.flinkster.de), bei dem Nutzer die DB-Autos per Karte öffnen, nun auch im privaten Carsharing-Markt Einzug.

Mobilität

mitfahrzentrale.de
Zuerst entdeckten die Deutschen das übers Internet organisierte Teilen von Autoplätzen. Bereits seit 1998 vermittelt die Mitfahrzentrale (www.mitfahrzentrale.de) Fahrgemeinschaften. Das Prinzip ist zu einer echten Konkurrenz für die Deutsche Bahn geworden, denn es gibt bis heute keinen günstigeren Weg, an sein Ziel zu kommen, als freie Autoplätze miteinander zu teilen. Seit Anfang diesen Jahres gehört die Mitfahrzentrale nun zu Mikini Media. Das Münchner Unternehmen betreibt seit 1999 verschiedene Internetplattformen mit den Schwerpunkten Mobilität, unter anderem mitfahrgelegenheit.de (www.mitfahrgelegenheit.de).

flinc
Mit flinc (www.flinc.org) hat das bahnbrechende Mitfahr-Konzept bereits eine Weiterentwicklung erfahren. Über die mobile Mitfahrzentrale finden Reisende noch spontaner zueinander. Fahrer schalten ihre Bereitschaft zur Mitnahme in einem eingebauten Navigationssystem frei. Reisende, die per Handy ebenfalls einen Wunsch zur Mitnahme signalisieren und sich irgendwo auf der Route befinden, erhalten automatisiert entsprechende Daten und lassen sich bequem einsammeln. Das System handelt aus, wo und wann man zusteigen kann und wie hoch die Kosten sind.

pockettaxi
Mit der Smartphone-App PocketTaxi (www.pockettaxi.de) können Pendler in Sekundenschnelle spontane Fahrgemeinschaften bilden. “Mit PocketTaxi eröffnen wir Berufspendlern und Unternehmen neue Möglichkeiten”, erklärt Geschäftsführer Stefan Ostwald. “Zum einen werden Autos effizienter genutzt, was den Berufsverkehr und die Umwelt entlastet. Da die Benzinkosten geteilt werden, ist die Fahrgemeinschaft zudem eine echte Alternative zur Nutzung des öffentlichen Nahverkehrs.” Interessant sei das Angebot auch für Firmen: Unternehmen haben die Möglichkeit, die über PocketTaxi realisierten Fahrten ihrer Mitarbeiter auszuwerten und das dadurch eingesparte Co2 berechnen zu lassen.

deinbus.de
Eine weitere Revolution ist das Teilen von Busplätzen wie bei DeinBus.de (www.deinbus.de). Aufgrund der Monopolstellung der Deutschen Bahn, die auf das Personenbeförderungsgesetz von 1934 zurückgeht, gibt es in Deutschland kaum Bus-Fernverbindungen. Das Regelwerk verbietet Busverbindungen auf Fernstrecken, die von anderen Beförderern schon “befriedigend bedient” werden. Allerdings ist das private Mieten von Bussen erlaubt, und so kann man über die Plattform Busse für Fernverbindungen anmieten und die zahlreichen Plätze mit anderen Interessenten teilen – möglich macht es die Ausschreibung übers Internet.

Stauraum

MilkRun
Das Internet ermöglicht nicht nur das Teilen von Sitzplätzen sondern auch von Stauraum. Dank MilkRun (www.milkrun.info) können Verlader und Speditionen ihre Touren besser auslasten, indem sie sich mit anderen Unternehmen vernetzen. Die Idee kam im Zuge der Wirtschaftskrise auf, als zahlreiche Zulieferbetriebe der Automobilindustrie ihre LKW-Transporte aufgrund des Absatzeinbruchs nicht mehr auslasten konnten. Im Gegensatz zu üblichen Transportbörsen vermittelt MilkRun keine Einmalladungen sondern regelmäßige Touren, so dass Unternehmen ihre Lieferfrequenz gezielt erhöhen können.

raumobil
Bereits seit 2006 ist raumobil (www.raumobil.de) unterwegs, eine “Internet-Plattform für die kostenlose Vermittlung von freien Transport- und Raum-Kapazitäten”. Neben der Organisation freier Transportflächen geht es also auch um die Vermittlung von Mitfahrgelegenheiten, Zimmern und Lagerflächen. Für Privatpersonen ist die Nutzung von raumobil kostenlos.

Finanzen und Versicherungen

auxmoney
Seit 2007 gibt es den Kreditmarktplatz auxmoney (www.auxmoney.com), bei dem Menschen Privatkredite von anderen Nutzern bekommen. „Geld schnell und einfach leihen – auch für Selbständige“, wirbt das Start-up, das schon 9,3 Millionen Euro VC eingesammelt hat. Nachdem das Unternehmen viel Kritik wegen überteuerten Angeboten und irreführender Werbung einstecken musste, änderte es seine Gebührenordnung.

smava
Auch die Kreditbörse smava (www.smava.de) vermittelt bereits seit 2007 Privatkredite, entwickelte sich mit den Jahren aber immer mehr zum ganzheitlichen Kreditmarktplatz, über den Nutzer auch Kredite von Banken bekommen.

Friendfund
Das Start-up Friendfund (www.friendfund.com) will die Organisation von Gruppen-Geschenkprozessen spürbar erleichtern (siehe Artikel). Das Prozedere für den gemeinsamen Geschenkpool ist einfach: Der Initiator wählt Empfänger und Geschenk aus, lädt Freunde per Klick über Facebook, Twitter oder Mail ein und schaut, ob das Geld zusammen kommt. Bei positivem Ausgang verschickt friendfund des Geschenk direkt an den glücklichen Empfänger. Klappt es nicht, kann immer noch ein Geschenkgutschein draus werden. Auch für Spendenorganisationen bietet die Plattform ihre Reize.

friendsurance
Seit einiger Zeit teilen die Deutschen auch ihre Versicherungskosten. Möglich macht es das Berliner Start-up friendsurance (www.friendsurance.de): Mitglieder vernetzen sich mit vertrauenswürdigen Bekannten – zum Beispiel aus ihrem Facebook-Freundeskreis – und springen bei Bagatellschäden mit einem vorher festgelegten Betrag füreinander ein (siehe Artikel). Teilnehmende Versicherungen in den Bereichen Hausrat, Haftpflicht, Rechtsschutz und Handy senken ihre Prämien um 30 bis 70 %, da sie von den zahlreichen Bagatellschäden verschont bleiben. Denn wenn ein Netzwerk-Mitglied einen finanziellen Schaden erleidet, geben die anderen Mitglieder ihren Beitrag. Nur wenn die Endsumme nicht ausreicht, sorgt die Versicherung für den Rest.

Sonstiges

BringWasMit
Zwar wird die Welt dank Internet und Billigflügen immer mehr zum Dorf, manche Ziele werden aber doch nicht so schnell erreicht, wie es schön wäre. Wer irgendwo auf der Welt etwas vergessen hat, seinen Lieblingswein aus der portugiesischen Provinz hätte, das spezielle Gewürz aus Neu Delhi oder ein hierzulande ausverkauftes Apple-Produkt, findet auf der Plattform BringWasMit (www.bringwasmit.de) Menschen, die in die gewünschte Region reisen und es einem mitbringen. Reisende wiederum können mit BringWasMit ihre Reisekasse ein bisschen aufstocken (siehe Artikel).

Passend zu diesem Artikel noch der Hinweis auf eine spannende Infografik zum Thema Sharing Economy: “Fast alle deutschen Sharing Economy-Start-ups, die man kennen muss“.

Und zu guter Letzt noch ein Hinweis auf unseren Artikel über Parkplatzsharing, einen weiteren Untertrend in der Sharing-Welt: Parkplatzsharing: Mit ampido, ParkingList und Co. Parkplätze mieten und vermieten“.

Fotos: Alle Shutterstock; Lizenzen: Melone: 3445128471; Lebensmittel: liza1979; Bücher: Maglara; Schuhe: Natali Glado; Babybild: margouillat photo; Werkzeug: Seregam; Sold!: Sunny_baby; Sofa: anekoho; Autoschlüssel: Alberto Zornetta; Hund: Annette Shaff; Kisten: Andresr; Geld: Mirco Vacca