Von Team
Donnerstag, 23. September 2021

DoorDash investiert in Flink (Bewertung: 2,1 Milliarden) – CoachHub übernimmt MoovOne – Mitratech kauft Alyne

Der #DealMonitor, unsere Übersicht über Investments und Exits, bietet werktäglich alle Deals des Tages. Heute geht es um Flink, Gorillas, Wingcopter, the plate, Climatiq, Secfix, Tune Insight, Mitratech und Alyne, CoachHub und MoovOne, Roomle und Homag Group, Grover sowie HomeToGo.

Im aktuellen #DealMonitor für den 23. September werfen wir wieder einen Blick auf die wichtigsten, spannendsten und interessantesten Investments und Exits des Tages in der DACH-Region. Alle Deals der Vortage gibt es im großen und übersichtlichen #DealMonitor-Archiv.

INVESTMENTS

Flink
+++ Der US-Lieferdienst DoorDash, der zuletzt beim Quick Commere-Überflieger Gorillas einsteigen wollte, investiert nun gemeinsam mit Altinvestoren wie Northzone “mehrere hundert Millionen Dollar” in den Flash-Supermarkt Flink – siehe manager magazin bzw. Bloomberg. Die Bewertung soll bei rund 2,1 Milliarden US-Dollar liegen – damit ist Flink nun ein Unicorn. “Der Einstieg des US-Riesen Doordash ist eine schlechte Nachricht für Delivery Hero: CEO Niklas Östberg, der bei Gorillas einsteigen will, wollte eigentlich Gorillas und Flink miteinander verschmelzen. Doch diese Pläne durchkreuzt der Einstieg von Doordash nun”, berichtet das manager magazin weiter. Delivery-Hero-Investor Prosus, der Staatsfonds Mubadala (Abu Dhabi) und US-Investor Bond (Airbnb, Uber) investierten erst im Sommer 240 Millionen US-Dollar in Flink. Die Bewertung lag damals bei rund 900 Millionen. Hinter Flink stecken vor allem Christoph Cordes (Fashion4Home, Home24), Oliver Merkel (Bain & Company) und Julian Dames (Foodora). Flink wurde als GmbH Anfang Dezember 2020 eingetragen. Knapp zehn Monate später ist das Unternehmen ein Unicorn. Wettbewerber Gorillas wurde im Mai 2020 gegründet und wurde knapp zwölf Monate später zum Unicorn. Und wie zu hören ist, soll der Einstieg von Delivery Hero bei Gorillas inzwischen auch über die Bühne gegangen sein. Gorillas soll nach einem Bericht von “The Information” 900 Millionen Dollar eingesammelten haben – bei einer Bewertung von 3 Milliarden. Mehr über Flink

Wingcopter 
+++ Uber-Gründer Garrett Camp investiert via Expa eine ungenannte Summe, vermutlich aber einen siebenstelligen Betrag, in Wingcopter. Das hessische Startup, das Transportdrohnen für humanitäre und zivile Anwendungen entwickelt, wurde von Tom Plümmer, Jonathan Hesselbarth und Ansgar Kadur gegründet. Xplorer Capital aus dem Silicon Valley und der hessische Geldgeber Futury Regio Growth Fund sowie Futury Ventures und Hessen Kapital investierten zuletzt 22 Millionen US-Dollar in Wingcopter. Mehr über Wingcopter

the plate
+++ Der Berliner Geldgeber Atlantic Food Labs, Village Global, GE Ventures und einige Angel-Investoren investieren 1,3 Millionen US-Dollar in the plate – siehe tech.eu. Das Berliner Food-Startup, das 2021 von Nadine Erk und Isabell Weiser gegründet wurde, positioniert sich als “creator platform for the culinary world”. Die Gründerinnen schreiben zum Konzept: “Our mission is to give creative control back to the cooks who inspire thousands to enjoy the satisfaction that comes with creating delicious food”.

Climatiq
+++ Jetzt offiziell: Der Berliner Geldgeber Cherry Ventures investiert gemeinsam mit einigen einigen Angel-Investoren wie Paul Forster und Jens Lapinski rund 2 Millionen in Climatiq. Das junge Unternehmen, das von Hessam Yosef Lavi, Philipp von Bieberstein und Isis T. Baulig gegründet wurde, setzt auf eine Software zur Verwaltung, Erfassung und zum Ausgleich der CO2-Bilanz. Auf der Website heißt es: “A complete data toolkit to guide your company’s journey to net-zero”. Über das Investment haben wir bereits Mitte Juli im Insider-Podcast berichtet.

Secfix 
+++ Business Angels wie Torsten Sturm, Heinz Raufer und Reinhard Wick (Gründer von hotel.de), Heinrich Arnold, Paul Taffee, Sarah Wolff und Andrea Lederer investieren eine sechsstellige Summe in Secfix, bisher als requestee bekannt. Das Berliner Startup, das 2021 von Fabiola Munguia und Grigory Emelianov gegründet wurde, möchte “kleineren und mittleren Unternehmen (KMU) helfen, ihre IT-Sicherheit und Compliance schnell und einfach zu automatisieren”.

Tune Insight
+++ Wingman Ventures investiert in Tune Insight. Das Startup aus Lausanne, das von Juan Troncoso Pastoriza, Romain Bouyé, Frederic Pont und Jean-Pierre Hubaux gegründet wurde, möchte Unternehmen helfen, bessere Entscheidungen zu treffen. “Tune Insight software orchestrates secure collaborations on sensitive data between organizations. We allow them to extract collective insights, while each organization remains in full control of its own data”, teilt das Startup in eigener Sache mit.

MERGERS & ACQUISITIONS

Alyne
+++ Das amerikanische Unternehmen Mitratech, ein Anbieter von Software für Recht und Compliance, übernimmt Alyne.  Das Münchner Startup, das 2015 von Matthias Danner, Manuel Reil, Stefan Sulistyo und Karl Viertel gegründet wurde, versucht Regulierungsthemen den Schrecken zu nehmen. Das RegTech liefert seinen Kunden eine Software, mit der diese einen Überblick darüber bekommen, welche regulatorischen und gesetzlichen Vorgaben sie aktuell erfüllen müssen. Alstin Capital und die Hannover Digital Investment investierten bereits 2018 rund 3 Millionen Euro in das Startup. Insgesamt flossen mehr als 4 Millionen in Alyne. Alstin Capital hielt rund 16,5 % am Unternehmen. Hannover Digital Investments rund 15 %. Die Gründer waren beim Exit ebenfalls noch jeweils mit rund 15 % beteiligt. Wie Gründerszene berichtet, zahlte Mitratech für die Übernahme 40 Millionen Dollar. Mehr über Alyne

MoovOne
+++ Das Berliner Coaching-Startup CoachHub übernimmt den französischen Wettbewerber MoovOne. “Die Übernahme stärkt die europäische Position im digitalen Coaching – CoachHubs Position als Weltmarktführer in diesem Bereich wird gefestigt”, teilt das Unternehmen mit. CoachHub wurde 2018 von den Seriengründern Yannis und Matti Niebelschütz (MyParfüm) ins Leben gerufen. Führungskräfte und Mitarbeiter von Unternehmen können über die Coachhub-App mit Coaches sprechen, der Algorithmus schlägt jeweils passende vor. Draper Esprit, RTP Global, HV Capital, Signals Venture Capital, Partech und Speedinvest investierten kürzlich weitere 80 Millionen US-Dollar in die Berliner Coaching-Plattform. Insgesamt flossen nun schon 130 Millionen in die Jungfirma. “Bis Ende des Jahres werden beide Unternehmen zusammen mehr als 500 Mitarbeitende beschäftigen”, heißt es zur Übernahme. Mehr über CoachHub

Roomle 
+++ Die Homag Group, ein Unternehmen für integrierte Lösungen in der Möbelproduktion, übernimmt die Mehrheit an Roomle. Das Startup aus Linz, das 2014 aus der Albert Ortigs Linzer Digitalagentur Netural hervorging, setzt auf das Thema 3D-Möbel-Konfiguration. Roomle-Gründer Ortig bleibt weiter geschäftsführender Gesellschafter von Roomle. In den vergangenen Jahren investierten aws Gründerfonds, OÖ HightechFonds und Michael Grabner Medien in Roomle.

STOCK MARKET

Grover
+++ Der Berliner Unternehmen Grover, das insbesondere Unterhaltungselektronik vermietet, denkt über einen SPAC-IPO nach – siehe FinanceFWD. Das Unternehmen kommentiert den Bericht nicht. Der englische Kapitalgeber Fasanara Capital stellt Grover im Rahmen einer sogenannten Asset-Backed-Finanzierung zuletzt rund 1 Milliarde US-Dollar zur Verfügung. Zudem erweiterte die Jungfirma ihre Serie-B-Finanzierungsrunde auf 100 Millionen. Zu den Investoren von Grover gehören unter anderem JMS Capital-Everglen, Augmentum, Viola Fintech, Seedcamp, Circularity Capital, coparion und Samsung Next. Das Berliner Startup wurde 2015 von Michael Cassau gegründet. Bereits 2020 sicherte sich das Grownup, das 275 Mitarbeiter:innen beschäftigt, eine sogenannte Asset-Backed-Finanzierung in Höhe von 250 Millionen Euro. Mehr über Grover

HomeToGo
+++ Der Berliner Ferienhausvermittler HomeToGo ist via SPAC (Special Purpose Acquisition Company) an die Börse gegangen. Bei der Übernahme durch die Mantelfirma Lakestar SPAC I, hinter der insbesondere der bekannte Investor Klaus Hommels steckt, konnte das Unternehmen rund 250 Millionen Euro einsammeln. “Etwa 37 % der SPAC-Aktionäre gaben ihre Papiere zurück und tauschten sie nicht in Aktien des neuen Unternehmens. Damit nahm HomeToGo nur 250 statt der ursprünglich erwarteten 350 Millionen Euro ein”, schreibt Der Aktionär zum SPAC-IPO. Der Aufbau von HomeToGo kostete bisher rund 66,6 Millionen Euro. Im Vor-Corona-Jahr 2019 lief es gut für das Unternehmen: Der Umsatz der kleinen Travel-Gruppe stieg auf 73,3 Millionen. Der Verlust stieg auf 22,3 Millionen. Für das Corona-Jahr 2020 verweist das Unternehmen auf “eine leichte Zunahme beim Umsatz”. In den vergangenen Jahren flossen 150 Millionen US-Dollar in HomeToGo – unter anderem von Lakestar. Der Geldgeber hielt zuletzt rund 4 % am Unternehmen. Mehr über HomeToGo

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Foto (oben): azrael74