Mit becoacht passende Sport-Trainer und -Idole online buchen

Die Fitnesswelle rollt. Online-Fitness-Studios sprießen wie Pilze aus dem Boden – siehe 7 mal Bewegung und Fitness aus dem Internet oder Gymondo legt die Yogamatte bereit… – eine App, um sportliche Aktivitäten zu tracken, jagt die nächste. Und nun tritt die Online-Plattform becoacht (www.becoacht.com) aus München an, damit Sportmotivierte Coaches oder Idole direkt online buchen können.

Nach der Kurzvorstellung im Start-up-Radar schauen wir uns das Unternehmen heute genauer an. Seit dem 12. August in der offiziellen Version live, kann der Nutzer über eine einfache Eingabemaske nach dem Sport-Coach seiner Wahl an einem beliebigen Ort zu einer beliebigen Zeit zu suchen. Originelles i-Tüpfelchen: Nicht nur nach Sportcoaches kann gesucht werden, sondern auch nach so genannten ‘Idolen’, also Cracks einer bestimmten Sportart, die bereit sind, ihr Wissen und Können weiterzugeben.

Interessant ist die Plattform zum Beispiel für folgende Szenarien:

  • 1:1-Sessions: Ein Nutzer sucht zum Beispiel einen Tennislehrer für sich selbst
  • n:1-Sessions: Eine Familie sucht zum Beispiel einen Skilehrer für sich oder eine Gruppe von Freunden möchte einen Tennislehrer buchen
  • 1:n-Sessions: Ein Nutzer sucht einen verfügbaren Slot in zum Beispiel einem Spinning-, Tanz-, Ski- oder Tenniskurs

Die dynamische Plattform bildet dann tagesaktuelle und verfügbare Angebote ab. Zusammen mit den Userbewertungen sollen so Enttäuschungen am Trainingstag ausgeschlossen oder zumindest minimiert werden.

Für die registrierten Sporttrainer ist die Plattform eine Möglichkeit, neue Kunden zu generieren. Sie haben die Möglichkeit, sich auf ihrer Set-Card mittels Foto- und Film-Material, Informationen über ihren professionellen Background und einem Interview ausführlich zu präsentieren.

Kosten fallen für die Sportcoaches und Idole bei der Registrierung nicht an, bei erfolgreicher Vermittlung wird allerdings eine – nicht zu knappe – Provision an becoacht fällig: Sportcoaches müssen 20 Prozent der über die Plattform verdienten Einnahmen an becoacht abführen, ‘Idole’ sogar 25 Prozent.

Diese Art des Splittings erscheint nicht schlüssig. Logischer wäre, dass die abzuführende Provision der ‘Idole’ niedriger ist als die der ‘normalen’ Trainer, denn die prominenten Namen üben ja sicher eine besondere Zugkraft auf die User aus, wovon becoacht profitieren wird. Promis also mit der höchstmöglichen Provision zu ‘vergrätzen’, erscheint nicht schlau.

Wer mehr wissen möchte: Auf der hy! im Januar 2013 stellte Gründer Frederik Roever becoacht vor:

Investment-Banking in London, Rocket-Internet in München und nun becoacht

Gründer Frederik Roever ist beileibe kein Frischling in Sachen Betriebswirtschaft und Entrepreneurship: Bevor er becoacht gründete – dessen Team inzwischen neben ihm aus 8 weiteren Mitarbeitern besteht -, war er lange im Investment Banking in London, wo er sich auf Transaktionen im Bereich der erneuerbaren Energien spezialisiert hatte. Anschließend baute er für Rocket Internet das Münchner Büro auf und begleitete verschiedene Ventures aus dem Rocket Universum.

Und während seiner Rocket-Zeit kam ihm auch die Idee zu becoacht: “Während meiner Zeit bei Rocket Internet habe ich viele Geschäftsideen kennengelernt und das mögliche Potential dieser verstanden. Marktplätze wie becoacht.com bergen ein riesiges Potential und können mit einem relativ schmalen Budget entwickelt werden.

Als ich dann noch gesehen habe, dass es im Sportbereich kein dynamisches Angebot für die Suche eines passenden Coaches gibt, war die Entscheidung schnell gefallen: Großes Marktpotential, wenig Wettbewerb und ein großes persönliches Interesse.”

Bislang ist becoacht von Roever selbst finanziert, hat aber gerade unter die Fittiche von Wayra schlüpfen dürfen. Ab September 2013 bietet dieses Accelerator Programm becoacht neben einer idealen Infrastruktur, Coachings und ein attraktives Wandeldarlehen im mittleren 5-stelligen Euro-Bereich.

Außerdem befindet man sich gerade in der ersten externen Finanzierungsrunde.

Monetarisiert werden soll zunächst über die Provisionen der Coaches, aber mittelfristig gibt es noch weitere Modelle zum Geldverdienen: Konkret geplant ist ein Affiliate-Programm im Zusammenhang mit dem Equipment der Coaches, das dann auch auf becoacht dargestellt werden soll.

Der von Roever formulierte Nutzen für die Coaches, ihr Equipment abzubilden, wirkt allerdings etwas konstruiert: “User bekommen somit noch mehr Einsicht in das Leben des Coaches und der Markt für Sportcoaching wird entsprechend noch transparenter.” Na ja…

Zu vermuten ist, wenn man von der Darstellung des Equipments hört, dass sicher auch Online-Werbung in den Ideen zur Monetarisierung vorkommen dürfte.

Insgesamt jedenfalls ein spannendes Start-up, das zudem bislang auf dem europäischen Festland keine Mitbewerber hat. Erfolgsentscheidend sein wird natürlich wie bei allen solchen Plattformen, die zwischen Nutzer und Anbieter vermitteln, ob möglichst schnell eine kritische Masse an Anbietern erreicht wird, um für die Nutzer interessant zu sein. Bislang ist das Angebot an Coaches noch recht dünn.