Auf Wiedersehen, eCareer – Experteer sammelt Nutzer auf

Der Karrieredienst eCareer (www.ecareer.de), eine Stellenbörse für Jobs über 50.000 Euro Jahresgehalt, trat im vergangenen Jahr an, um dem Platzhirschen Experteer (www.experteer.de) das Leben schwer zu machen. Der Großangriff der Macher Pierluigi Ferrari und Christopher Muhr, der nur bis Ende des vergangenen Jahres bei eCareer tätig war und inzwischen bei Groupon Deutschland arbeitet, gelang nicht. Trotz Kapitalgeber wie Rocket Internet, dem Inkubator der Samwerbrüder Alexander, Marc und Oliver (auch an deutsche-startups.de beteiligt) und der Verlagsgruppe Ippen (unter anderem Münchner Merkur). Vor wenigen Tagen zogen die Investoren den Stecker: eCareer ist nicht mehr. Gerüchte über ein rasches Ableben der Jobbörse und teilweise heftige Gegenreaktionen, dass man weitermache, gab es zuvor zahlreich.

“Die Ippen Unternehmensgruppe soll sich laut unbestätigten Quellen mit Ecareer ursprünglich auf eine Nachfinanzierung verständigt haben, hatte es sich dann aber kurzfristig anders überlegt”, schreibt Gründerszene zum Ende von eCareer. Das Ende kam vermutlich auch, weil das eCareer-Team dem großen Konkurrenten – trotz anfänglicher Achtungserfolge in Sachen Marketing – nicht annähernd das Wasser reichen konnte. Ein Branchenkenner, der namentlich nicht genannt werden möche, geht davon aus, dass eCareer nicht einmal im Monat die Anmeldezahlen von Experteer an einem Tag vorweisen konnte. Auch die passende Grundhaltung, der richtige Ton und das Fingerspitzengefühl im Umgang mit den seriösen Kunden habe dem Start-up und seinen jugendlichen Machern gefehlt.

Rechtschreibfehler inklusive

Erfahrungen, die Experteer vermutlich auch alle gemacht hat – nur viel früher. Inzwischen ist die Stellenbörse für hochdotierte Jobs aber längst etabliert und beschäftigt rund 100 Mitarbeiter. Profitabel ist Experteer sowieso. Was das Konzept ja so attraktiv macht. Sicherlich einer der Gründe, warum die Samwerbrüder im vergangenen Jahr beim Münchner Unternehmen einsteigen wollten. Sie kamen aber nicht zum Zug. Stattdessen stieg dann eCareer aus dem Inkubator. Die Adaption des Erfolgsmodells war nah am deutschen Vorbild. Selbst Rechtschreibfehler von der Experteer-Website fanden sich bei eCareer wieder. Geholfen hat es alles nicht: Am Ende ist Experteer der Sieger. Nutzer, die heute nach eCareer im Netz stöbern und auf der Website landen, lesen eine Empfehlung des alten Konkurrenten: “Vielen Dank für Ihr Interesse an eCareer. Leider haben wir unseren Dienst eingestellt. Für Ihre Karriereplanung empfehlen wir Ihnen zukünftig den Karrieredienst Experteer”. Für diese freundliche Empfehlung und die vermittelten Nutzer bekommen die eCareer-Macher künftig eine Provision. So bleibt von eCareer eine Art Affiliatepartnerschaft. Vor eCareer gingen im Hause Rocket Internet bereits bei Dealstreet, mybrands und Beautydeal die Lichter aus. Zudem fusionierten enamora und 7Trends.

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