“In einem Jahr beschäftigen wir 400 Mitarbeiter” – Christian Heitmeyer von brands4friends im Interview

Der Shopping-Club brands4friends (www.brands4friends.de) legte in den vergangenen zwei Jahren einen guten Lauf hin. Im Interview mit deutsche-startups.de spricht Mitgründer und Geschäftsführer Christian Heitmeyer über nach oben korrigierte Businesspläne, legendäre Firmenpartys und modelnde Gründer.

Im ersten Geschäftsjahr erwirtschaftete brands4friends 25 Millionen Euro Umsatz. Die Prognose für dieses Jahr liegt bei 85 Millionen Euro. Wollen Sie schon eine Umsatzprognose für das kommende Jahr wagen?
Festlegen möchte ich mich noch nicht. Klar ist aber: Wir werden weiterhin stark wachsen, also im Jahr 2010 noch deutlicher als im Vorjahr. Dieses Jahr mussten wir unsere Business-Pläne dreimal nach oben korrigieren. Wir haben zudem den Break Even pünktlich zum zweiten Geburtstag erreicht und freuen uns sehr, dass wir dies gemeinsam mit unserem mittlerweile 200-köpfigen-Team geschafft haben.

Kommt bei dieser enormen Anzahl an Mitarbeitern noch Start-up-Feeling im Unternehmen auf?
Sicher verändern sich mit dem enormen Wachstum auch die Strukturen und Prozesse – das ist auch gut so. Anders kann man ein 200-Mitarbeiter starkes, inzwischen ja mittelständisches Unternehmen, gar nicht steuern. Trotzdem pflegen wir unseren brands4friends-Spirit auch weiterhin. „brands4friends“ – dieser „friends-Gedanke“ steckt in all unserem Handeln, das gilt für Kunden als auch für Mitarbeiter. Wir achten darauf, dass sich alle wohl fühlen. Gemeinsame Aktivitäten oder verschiedene Sportangebote wie Yoga, Massagen oder eine eigene Fußballmannschaft sind wichtig um diesen Spirit zu erhalten. Und unsere Company-Partys sind schon legendär.

Aktuell hat brands4friends über 2 Millionen Mitglieder. Ist die Grenze des Wachstums damit erreicht?
Nein, auch als deutscher Marktführer haben wir noch Luft nach oben. Wir stehen ja noch am Anfang – sind aber auf dem allerbesten Weg unsere deutsche Marktführerschaft über den Heimat-Markt hinaus auf- und auszubauen. Es gibt auch in Deutschland noch sehr viele Menschen, die noch nicht bei brands4friends angemeldet sind. Aber das ist nur eine Frage der Zei. Trotzdem gibt es noch viel zu tun.

Wie ist der Stand beim Thema Internationalisierung? Bereits vor einem Jahr hatten Sie gesagt, dass Sie den polnischen Markt spannend fänden.
An möglichen Internationalisierungsplänen hat sich zunächst nichts verändert. Wir schauen uns nach wie vor einige, auch außereuropäische, Märkte an und geben Konkretes bekannt, wenn es an der Zeit ist.

Neben brands4friends existieren mit BuyVIP, Vente Privee und Private Outlet eine ganze Reihe weiterer Shopping-Clubs. Wer ist ihr härtester Konkurrent?
Wir haben unsere Marktführerschaft innerhalb kürzester Zeit aufgebaut und sind an anderen Clubs, die bereits im deutschen Markt aktiv waren, geradewegs vorbei gezogen. Wir haben eine sehr gute Basis geschaffen diese Marktführerschaft nachhaltig zu sichern und auszubauen,

BuyVIP konnte sich mit den Anteilseignern Gruner + Jahr und Bertelsmann zwei starke strategische Partner mit einem großen Portfolio an zielgruppenaffinen Angeboten angeln. Wäre so eine Konstellation nicht auch für brands4friends reizbar?
Wir haben bereits einige Partner an Bord, die strategisch sehr wichtig für uns waren und sind. Die gute Kooperation mit studiVZ sei hier erwähnt. Eine Partnerschaft mit einem Verlag ist sicher eine sehr reizvolle, gegebenenfalls strategisch interessante Möglichkeit – man muss nur darauf achtgeben, dass man sie auch klug nutzt. Wir sind hier bereits sehr gut aufgestellt.

In den vergangenen Monaten sind zahlreiche neue E-Commerce-Start-ups entstanden – darunter sehr viele Mode-Shops. Stellen diese Neueinsteiger langfristig eine ernste Konkurrenz für brands4friends dar?
Ich glaube, das habe ich gerade deutlich gemacht: Wir haben eine sehr gute Basis geschaffen, unsere Marktführerschaft nachhaltig zu sichern und auszubauen.

In den vergangenen zwei Jahren hat brands4friends massiv in sozialen Netzwerken wie studiVZ und wer-kennt-wen.de geworben. Bleibt dieser Marketingkanal auch künftig wichtig für Sie?
Diese Kooperationspartner sind wichtig für uns. Doch man muss hinzufügen, dass brands4friends mittlerweile deutlich über 50% viral, das heißt durch Weiterempfehlung, wächst. Partnerschaften sind ein Baustein, aber eben nur einer. Dass unsere Kunden brands4friends an Freunde weiterempfehlen ist nach wie vor der beste und wichtigste Kanal.

Auf welche anderen Werbemaßnahmen haben Sie in den vergangenen zwei Jahren gesetzt?
Im Wesentlichen ist es das. Viralität ist alles. Die Leute sollen über brands4friends sprechen und uns weiterempfehlen – und das tun sie auch.

Blicken Sie bitte einmal zurück: Was ist in den vergangenen zwei Jahren so richtig schief gegangen?
Ganz am Anfang, als wir weder derart professionelle Fotostudios, Fotografen, noch Foto-Modelle wie heute hatten, mussten sogar die Geschäftsführung modeln. Das geht besser – wie man heute sieht.

Und wo haben Sie Ihrer Meinung nach alles richtig gemacht?
Indem wir bei Shootings die Geschäftsführer gegen Models ausgetauscht haben.

Viele Nutzer beschweren sich über die langen Lieferzeiten bei brands4friends. Was wollen Sie in diesem Punkt unternehmen, damit die Nutzer deswegen nicht abspringen?
Unsere Lieferzeiten betragen im Durchschnitt 15 Tage, das ist deutlich kürzer als bei manch anderem Shopping Club. Die Lieferzeiten kommunizieren wir vorher auch an unsere Kunden. Dafür spart man auch bis zu 70 % gegenüber dem UVP.

Wo steht brands4friends in einem Jahr?
In einem Jahr? Wir werden 400 Mitarbeiter beschäftigen, unseren Umsatz deutlich erhöht haben und ein noch breiteres und attraktiveres Sortiment und Service anbieten. Wir werden weiterhin der beliebteste, beste und attraktivste Shopping-Club und Arbeitgeber in Deutschland sein.

Zur Person
Christian Heitmeyer, Jahgang 1966, gründete den geschlossenen Shoppingclub brands4friends im Jahre 2007 gemeinsam mit Constantin Bisanz, Nicolas Speeck und Mario Zimmermann. Zuvor war der Vater von vier Kindern Vice Präsident und COO der Delsey Group in Paris. In dieser Funktion war er verantwortlich für Marketing & Verkauf, Produktentwicklung, Sourcing & Logistik sowie Markenführung.

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