Von Team
Freitag, 28. Januar 2022

“Nach dem Aufstehen hole ich frisches Futter für unsere Ziegen und Hasen”

Gründeralltag - gibt es das überhaupt? "Unser Team bei Storyblok operiert komplett ortsunabhängig und in verschiedenen Zeitzonen. Ich lebe mit meiner Familie beispielsweise in Brasilien", sagt Alexander Feiglstorfer, Gründer von Storyblok.

Wie starten ganz normale Gründerinnen und Gründer so in einen ganz normalen Startup-Arbeitsalltag? Wie schalten junge Unternehmerinnen und Unternehmer nach der Arbeit mal so richtig ab und was hätten die aufstrebenden Firmenlenker gerne gewusst bevor sie ihr Startup gegründet haben? Wir haben genau diese Sachen abgefragt. Heute antwortet Alexander Feiglstorfer, Gründer von Storyblok. Das Unternehmen aus Linz bietet eine Headless Content Management-Software an.

Wie startest du in einen ganz normalen Startup-Arbeitsalltag?
Unser Team bei Storyblok operiert komplett ortsunabhängig und in verschiedenen Zeitzonen. Ich lebe mit meiner Familie beispielsweise in Brasilien. Nach dem Aufstehen um ca. 5:30 Uhr gehe ich ins Feld und hole frisches Futter für unsere Ziegen und Hasen. Dann geht’s weiter ins Arbeitszimmer – und normalerweise finde ich dann schon einige ungelesene Slack-Nachrichten vor, die ich direkt beantworte.

Wie schaltest du nach der Arbeit ab?
Wenn man liebt, was man tut, muss man nicht abschalten. Ich bin stets in Gedanken beim Unternehmen und finde das auch nicht stressig.

Was über das Gründer:innen-Dasein hättest du gerne vor der Gründung gewusst?
Think big! Schon bei der Gründung kann es helfen, wenn man sich Gedanken macht, wie das Unternehmen mit 1000 Mitarbeitern aussehen könnte. Mit diesem Perspektivenwechsel kann man schnell erkennen, welche Schlüsselpositionen es braucht. Vor allem, um ein Unternehmen erfolgreich zu machen und darauf hinzuarbeiten.

Was waren die größten Hürden, die du auf dem Weg zur Gründung überwinden musstet?
Als Perfektionist musste ich lernen, manche Aufgaben abzugeben – auch wenn ich es unheimlich liebe in allen Bereichen eines Unternehmen und bei der Entwicklung eines Produkts umfassend involviert zu sein.

Was waren die größten Fehler, die du bisher gemacht hast – und was hast du aus diesen gelernt?
Ein klassischer Fehler: an zu vielen Produkten arbeiten, statt sich zu 100 % auf ein Thema zu fokussieren. Hat man erst einmal Kunden, die diese Produkte auch nutzen, muss man kontinuierlich viele Ressourcen für die Wartung aufwenden.

Wie findet man die passenden Mitarbeiter für sein Startup?
Es kommt auf die Abteilung an. In Sales und Operations und im Marketing kann ein klassisches Job-Listing erfolgreich sein. Im Development und Design kommt es eher auf ein gutes Netzwerk und Empfehlungen an.

Welchen Tipp hast du für andere Gründer:innen?
Im SaaS-Bereich ist es wichtig, schnell Kundenfeedback zu sammeln. Sonst läuft man Gefahr etwas zu entwickeln, das gar nicht gebraucht wird.

Ohne welches externe Tool würde dein Startup quasi nicht mehr existieren?
Als 100% remote-first Unternehmen? Ganz klar: Slack. Per E-Mail wäre die Kommunikation im Team sehr mühsam und extrem zeitraubend.

Wie sorgt ihr bei eurem Team für gute Stimmung?
Wer bei uns arbeitet, schätzt vor allem die Freiheit und Flexibilität durch das Fully-Remote-Setup. Leider haben wir es seit der Gründung noch nicht geschafft ein globales Event mit allen zu organisieren. Mittlerweile besteht das Team aus 26 Nationalitäten, die von überall auf der Welt arbeiten. Zumindest gibt es aber, soweit das Pandemie-Geschehen es zulässt, ab und an regionale Treffen, die wir mit virtuellen Events kombinieren.

Was war Dein bisher wildestes Startup-Erlebnis?
Wild war vor allem die Geschwindigkeit, mit der wir in letzter Zeit gewachsen sind. Wir sind inzwischen mehr als 100 Leute – dass unser Team einmal so groß sein würde, hätte mir vor ein paar Jahren nicht träumen lassen.

Tipp: Wie sieht ein Startup-Arbeitsalltag? Noch mehr Interviews gibt es in unserem Themenschwerpunkt Gründeralltag.

Foto (oben): Storyblok