Von Team
Dienstag, 3. September 2019

#EXKLUSIV Neunstelliger Exit: Armira, Movinga-Investoren und Zalando-Gründer Robert Gentz kaufen Toniebox

Die Münchner Industrieholding Armira, der Movinga-Investor Santo Venture Capital und Zalando-Gründer Robert Gentz kaufen das Düsseldorfer Unternehmen Boxine, bekannt für die Toniebox und die Tonies. Angeblich zahlt Armira mehr als zwei einhalbmal den Umsatz von 2019 als fixen Kaufpreis, also rund 300 Millionen

Im brandneuen ds-Podcast Startup-Insider können wir diesmal exklusiv einen waschechten Mega-Exit verkünden. Zusammen mit dem Lead Investor Armira kaufen die Hexal-Gründer Sprüngmann und Zalando-Gründer Robert Gentz das Unternehmen Boxine – für einen relevanten dreistelligen Millionenbetrag.

Boxine, ein Hidden Champion aus Düsseldorf, ist die Firma hinter den Tonieboxen und den sogenannten Tonies. Mit der Toniebox und den dazugehörigen Tonies haben die Gründer Patric Faßbender und Marcus Stahl 2014 ein Audiosystem für Kinder erschaffen. Die Toniebox, ein mit Stoff umhüllter Würfel mit integriertem Lautsprecher für kleine Kinder zum Abspielen von Hörbüchern und Musik, wurde zuerst vor knapp drei Jahren ausgeliefert und hat sich seitdem zu einem sehr großen Erfolg entwickelt. Die Toniebox funktioniert über eine Figur, die man auf die Box stellen muss. Dann beginnt die Box mit dem Abspielen des darauf gespeicherten Hörspiels. In den vergangenen Jahren verkauften die Rheinländer rund 1 Million ihrer Tonieboxen. Von einigen der stylischen Hörspielfiguren – genannt Tonies – legt das Unternehmen inzwischen bis zu 70.000 Stück auf. Die Figürchen kosten knapp 15 Euro pro Exemplar, die Box selber knapp 80 Euro. 2018 erwirtschaftete das junge Unternehmen einen Umsatz in Höhe von 60 Millionen Euro. 2019 soll sich der Umsatz auf rund 120 Millionen verdoppeln.

Bei Boxine waren neben den Gründern primär strategische Investoren an Bord. Die Boxine-Gesellschafter haben am Jahresanfang den Corporate Finance Berater GCA Altium beauftragt, einen sogenannten strukturierten Verkaufsprozess durchzuführen, um einen passenden Partner für die nächste Wachstumsphase der Firma zu finden. Die strategischen Investoren wollten Ihre Anteile komplett verkaufen, die Gründer nur einen Teil. Altium-nahe Kreise berichten, dass der Corporate Finance-Berater 13 Term Sheets, also Angebote, für Boxine erhalten habe. Diese sollen am unten Ende bei knapp zweimal den Umsatz von 2019 und am oberen Ende bei mehr als dreimal gelegen haben. Während in den USA für eine Firma wie Boxine primär Growth-Investoren geboten hätten, hat Altium wohl primär Gebote von deutschen Private Equity-Firmen erhalten. Dies mag daran liegen, dass das Produkt Toniebox angelsächsischen Investoren – noch – nicht bekannt ist.

Beim Lead Investor Armira handelt es sich um eine Münchner Industrieholding, die von Alexander Schemann und Korbinian Knoblach geführt und von reichen deutschen Familien finanziert wird. Schemann genießt in der Private Equity Branche einen sehr guten Ruf – wohl einer der Gründe, warum die Wahl auf Armina gefallen ist. Doch der Hauptgrund soll sein, dass das Gebot von Armira nicht an sogenannte Earn-Outs gekoppelt war. Angeblich zahlt Armira mehr als zwei einhalbmal den Umsatz 2019 als fixen Kaufpreis, also rund 300 Millionen. Mit dabei sind die Hexal-Gründer Sprüngmann – in der Berliner Szene unter anderem als Movinga-Investoren bekannt. Sie investieren über Ihr Family Office Santo Venture Capital. Dazu übernehmen bekannte Unternehmer wie Zalando-Gründer Robert Gentz Anteile am Unternehmen.

Was Armira mit Boxine vorhat, ob die Toniebox eine Plattform ist, was die Umsatzplanungen für die nächsten Jahr sind, ob Sven Schmidt investiert hätte – Hintergründe und Details zum Exit gibt es nur im ds-Podcast Startup-Insider (jetzt schnell reinhören).

Startup-Insider #51 – Tonies

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Foto (oben): Shutterstock