Von Alexander Hüsing
Samstag, 2. Mai 2015

Tollabox findet keinen Retter – das Start-up wird beerdigt

"Im Büro räumen wir alles auf und schreiben Zeugnisse für die Mitarbeiter. Die wunderbare Idee der Tollabox hat nicht funktioniert", lautet das Fazit von Bea Beste, Mitgründerin der Tollabox. Es hat sich kein weißer Ritter gefunden, der die insolvente Berliner Abobastelkiste retten wollte. Leider!

Die Geschichte der Tollabox ist zu Ende. Es hat sich kein weißer Ritter gefunden, der die insolvente Berliner Abobastelkiste Tollabox retten wollte – siehe auch “5 simple Gründe, warum Tollabox gescheitert ist” und “Berliner Abobastelkiste Tollabox ist insolvent“. Das Hauptproblem bei Tollabox waren die geringen Abolaufzeiten und die hohen Marketingkosten. Es gab dem Hörensagen zwar mehrere Interessenten, aber nach dem Blick in die Zahlen wollte keiner mehr zuschlagen.

“Gesten habe ich alle Call-to-Action Buttons hier abgeschaltet, mit denen man die Tollabox kaufen konnte. Im Büro räumen wir alles auf und schreiben Zeugnisse für die Mitarbeiter. Die wunderbare Idee der Tollabox hat nicht funktioniert. Meine Idee, mein Baby muss ich “begraben”, und das tut weh. Ich bin ein positiver Mensch, und ich werde damit klar kommen”, schreibt Mitgründer Bea Beste in ihrem Abschiedsbrief bei Tollabox.

Weiter führt sie aus: “Möglicherweise hätte ich bei einer guten Portion Kaltschnäuzigkeit besser die Marktprobleme erkennen können. Dass Eltern zu beschäftigt sind und vom Alltag so überwältigt, dass sie keine richtige Zeit haben, die Box in Ruhe mit ihren Kindern zu spielen. Natürlich nicht alle! Ihr Lieben, ihr seid natürlich eine Ausnahme!!! Aber die breite Masse, die über 3 Millionen Familien, die potenziell als Käufer in Frage gekommen wären, ihnen konnten wir den Nutzen der Tollabox nicht verständlich machen. Die Marketingkosten blieben trotz zahlloser Versuche und Verbesserungen zu teuer. Oder die Abonnenten haben nach wenigen Monaten abbestellt. Hätte ich nicht ständig gedacht, dass sich das noch einrenkt, dass wir schon noch an Marketing und Produkt schrauben können, dann hätte ich der Realität ins Auge blicken können”.

Im Sommer 2013 sammelte Tollabox via Seedmatch stolze 600.000 Euro ein. Das Geld dürfen die vielen Crowdinvestoren nun abschreiben. Die Tollabox-Website will Gründerin Beste nicht abwickeln. Sie führt die Plattform als “Kreativ-Blog” weiter. Nur Boxen wird es bei Tollabox keine mehr geben.

Passend zum Thema: “Über 50 Start-ups, die 2014 leider gescheitert sind

Hausbesuch bei Tollabox

Für deutsche-startups.de öffnete Tollabox bereits 2013 ihre Türen. Wir durften damals einen Blick auf das kreative Chaos des Start-ups werfen. Einige Eindrücke gibt es in unserer Fotogalerie.