Taufe bei Rocket Internet: Stripe-Klon heißt Paymill

EXKLUSIV In den vergangenen Wochen wurde in der Berliner Szene viel darüber gemunkelt, dass Rocket Internet nach dem Mobile Payment-Dienst payleven (www.payleven.de) ein weiteres Payment-Start-up auf die Bahn schiebt. “Glaubt man den Gerüchten in der Szene, bastelt der Samwer-Inkubator derzeit an einem Klon der US-amerikanischen Payment-Plattform Stripe (www.stripe.com)”, schrieb beispielsweise Gründerszene. Diese Gerüchte werden nun konkret! Der zweite samwersche Paymentdienst, der wie Stripe auf sehr einfache Art Kreditkartenzahlungen auf Webseiten möglich machen soll, hört nach Informationen von deutsche-startups.de auf den Namen Paymill (www.paymill.com).

Stripe wurde von den Brüdern Patrick und John Collison gegründet. Zu den Investoren des “Online Payment Processing Services” gehören namhafte Investoren wie Sequoia Capital, Andreessen-Horowitz und Peter Thiel. Insgesamt sammelte das 2011 gestartete Start-up bereits 38 Millionen US-Dollar ein. Zum Konzept von Spripe: Die Jungfirma bietet eine technisch simple Lösung, Kreditkartenzahlungen zu ermöglichen. Stripe sorgt dafür, dass die Daten sicher sind. Die jeweiligen Partner müssen sich dabei um nichts kümmern und im Grunde Stripe nur auf ihre Plattform einbauen. Damit positioniert sich Stripe als kleiner, netter Gegenentwurf zum Zahlgiganten Paypal (www.paypal.com). Zu den Kosten: Stripe verlangt pro Transaktion eine Gebühr in Höhe von 2,9 % und 30 Cent pro erfolgreicher Buchung.

Paymill wird vermutlich sehr ähnlich gestrickt sein. Zu sehen gibt es von Paymill noch nichts im Netz. Rocket Internet äußerst sich – wie immer – nicht zum möglichen Konzept und dem Namen. Das junge Start-up selbst beschreibt sich wie folgt: “Paymill provides you with an easy and fast solution to accept credit card payments”. Womit alle Zweifel ausgeräumt sein sollen, dass Paymill etwas anderes als ein Stripe-Klon ist. Mit Paymill und Payleven, einer Kopie von Square (www.squareup.com) verfügt Rocket Internet somit bald über zwei Payment-Start-ups im Portfolio. Das große payleven-Vorbild Square trat schon 2009 an, um das Bezahlen mit der Kreditkarte zu revolutionieren. Square funktioniert über einem kleinen Hardwarezusatz, den man an sein iPhone oder iPad anschließen muss. Mit der iPad-App verwandelt sich quasi jedes Apple-Tablet in eine virtuelle Registrierkasse. Mit den Apps von Sqaure kann praktisch jeder Flohmarkthändler, jeder Straßenverkäufer und jeder kleine Ladenbesitzer, der bisher keine Kreditkarten angenommen hat, Zahlungen mittels Plastikkarten abwickeln. Nach Informationen von deutsche-startups.de investierten New Enterprise Associates (NEA), die russische Beteiligungsfirma ru.net und Holtzbrinck Ventures kürzlich einen zweistelligen Millonenbetrag in payleven.

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