“Insgesamt sind wir 15 Leute, arbeiten aber für 50” – Mila Sukhareva von MeetOne im Interview

Vor wenigen Wochen ging die Freemium-Dating-Plattform MeetOne (www.meetone.com) an den Start. Die Kontaktbörse, bei der Bigpoint-Gründer Heiko Hubertz mitmischt, steht allen Nutzern kostenlos zur Verfügung. Lediglich einige Zusatzdienste kosten Geld. Im Interview mit deutsche-startups.de spricht MeetOne-Mitgründerin Mila Sukhareva, die zuvor bei Bigpoint wirkte, über zwangloses Kennenlernen, Auslandspläne und Luxusjachten.

Wie würden Sie ihrer Großmutter MeetOne erklären?
Oma, wenn du mal jemanden suchst, mit dem du Essen gehen kannst, oder vielleicht jemanden zum Aqua Jogging, oder falls du dich doch noch mal verlieben möchtest, guck doch mal im Internet bei meetOne. Da kannst du tolle neue Freunde finden. Und der Trend geht ja zum jüngeren Mann.

Ihre Oma ist somit auch Zielgruppe von MeetOne?
Meine Oma ist nicht die klassische Zielgruppe von meetOne, die ist natürlich deutlich jünger, durchschnittlich zwischen 20 und 40 Jahren. Aber es gibt auch durchaus Ausnahmen, und meine Oma ist ein lustiger Typ, ich freue mich, wenn ich sie das nächste Mal sehe und ihr meetOne erklären kann.

Es existieren gefühlt 2.356 Flirt-, Dating- und Kontaktbörsen, warum sollten Onliner ausgerechnet MeetOne nutzen?
Weil meetOne keine klassische Dating- oder Kontaktbörse ist. Bei meetOne geht es nicht darum endlose Fragen zu beantworten, dann viel Geld zu bezahlen um den Partner fürs Leben zu finden.

Worum geht es bei MeetOne dann?
Bei meetOne geht es um Spaß. Es ist ein Netzwerk von Leuten, die sich zum Essen treffen, gemeinsam Sport machen, sich Tipps in fremden Städten geben und sich vielleicht auch mal verlieben. Viele davon sind auch in einer Beziehung und wollen einfach nur nette Leute kennen lernen. Alles ohne Zwang, Mitgliedsbeitrag und psychologisches Profil.

Macht die Zielgruppe dies alles nicht bereits bei Facebook?
Nein, denn bei Facebook gibt es zum Beispiel keine vernünftige Suche. So kann man sich mit Freunden verabreden, maximal vielleicht noch mit Freundesfreunden, aber man lernt keine neuen Leute kennen.

Wenn Facebook keine Konkurrenz für MeetOne ist, wen sehen Sie dann als ihre größten Konkurrenten?
asmallworld und Badoo.

Warum ausgerechnet diese beiden Plattformen?
Gute Frage, denn eigentlich ist meetOne konkurrenzlos. asmallworld bietet den Ansatz, Menschen zu treffen, um gemeinsam etwas zu machen. Vom zusammen laufen gehen, als auch zusammen in einer fremden Stadt zu Abendessen. asmallworld ist aber nicht für jeden und meetOne hat auch ein völlig anderes Monetarisierungskonzept, viel mehr Spaß- und Gamification Elemente. Badoo hat da schon einen breiteren Ansatz, aber auch hier ist meetOne anders positioniert mit der Free2Flirt-Modell und vielen anderen Features.

Was haben Sie vor MeetOne gemacht und wer gehört noch zum MeetOne-Team?
Ich war vorher bei Bigpoint für den Bereich Country Management in Osteuropa und später für das Business Development weltweit zuständig. Ich habe angewandte Mathematik studiert und in Supercomputing und E-Commerce gearbeitet. Das Team von meetOne ist sehr jung und international. Alle haben Erfahrung in erfolgreichen Europäischen Startups gesammelt. Unser Creative Director und UI Designer Michael Bohne hat die Figur Moorhuhn erfunden, seine jetzigen Spiele kann man auf dem Bigpoint-Portal und im App-Store finden. Die Web-Developer bei meetOne haben Browsergames und bekannte soziale Netzwerke entwickelt. Der Community Manager hat internationale Spiel-Communities zusammen mit hunderten Moderatoren in seinem Team betreut und unser Produktmanager hat seine Erfahrungen bei Fon in Spanien gesammelt.

Wie viele Mitarbeiter sorgen insgesamt für den reibungslosen Ablauf bei MeetOne?
Insgesamt sind wir 15 Leute, arbeiten aber für 50.

Wie entstand die Idee zu MeetOne?
Ein großer Teil der Gründer, Heiko und Nils und auch ich selber kommen – wie gesagt – von Bigpoint. Dort haben wir gesehen, wie gut das Geschäftsmodell virtueller Güter bei Games funktioniert. Es kam der Gedanke, dieses Modell auf andere Branchen zu übertragen. Da die Akzeptanz für virtuelle Güter rasant wächst, wird sich der Massenmarkt schnell an Mikrotransaktionen gewöhnen. Laut Prognose, erreicht der Europäischer und Amerikanische Markt für virtuelle Güter fast drei Milliarden Euro in 2011. Als wir den Markt analysierten, haben wir gesehen, dass das Abo-Modell in manchen Ländern nahezu komplett durch Mikrotransaktionen verdrängt wurde.

Wofür sollen, müssen die Nutzer bei MeetOne zahlen?
Die einfachste Funktion ist ein bisschen vergleichbar mit Google AdWords. Für einen kleinen Betrag kann ich mein Profil auf die ersten Treffer bei der Suche bringen und werde so sofort gefunden. Ich kann aber zum Beispiel auch viele Geschenkitems kaufen, wie etwa eine Luxusjacht oder einen besonders schönen Blumenstrauß.

Welche Beträge müssen die MeetOne-Nutzer für diese Gimmicks zahlen?
Es geht los mit Beträgen von wenigen Cent und steigert sich bis zu ein paar Euros.

Wie viele Nutzer brauchen Sie, damit sich dieses Free2Flirt-Konzept rechnet?
Das kommt ja weniger auf die Nutzer als auf die Umsätze an, die wir über den einzelnen Nutzer generieren. Darüber sagen wir aber natürlich nichts.

MeetOne ist in einer deutschen und einer englischen Version online: Ist eine weitere Auslandsexpansion geplant?
Dieses Jahr fokussieren wir uns erst mal auf den deutschsprachigen Raum, nächstes Jahr ist bestimmt eine weitere Expansion möglich.

Sie schalten bereits TV-Spots, um MeetOne bekannt zu machen, lohnt sich dieses Werbeformat für Sie?
Ja, die TV Spots laufen super an, wir sind sehr zufrieden. Wir sehen heutzutage auch immer mehr Internetfirmen, die Ihre Marke über TV aufbauen.

Auf welche anderen Werbeformen setzen Sie?
Wir machen neben den TV-Spots auch noch Online-Marketing.

Bei der vielen Konkurrenz dürfte dies kein leichtes und kein billiges Vergnügen sein, oder?
Leicht und billig taugt nichts, sagt meine Oma immer, um beim Anfang des Interviews zu bleiben.

Wo steht MeetOne in einem Jahr?
Ganz oben bei Comscore.

Zur Person
Liudmila “Mila” Sukhareva, Jahrgang 1979, gründete die Kontaktbörse MeetOne gemeinsam mit Bigpoint-Gründer Heiko Hubertz und Malte Barth. Zuvor wirkte die studierte Finanzmanagerin bei der Spieleschmiede Bigpoint – unter anderem im Country Management Osteuropa und Russland.

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