Wettkampf der Systeme: Miet24.de positioniert sich gegen erento

Nachdem der Miet-Marktplatz erento (www.erento.de) gerade sein Geschäftsmodell komplett auf den Kopf gestellt hat, meldet sich nun auch der kleine Mitbewerber Miet24.de (www.miet24.de) zu Wort – und positioniert sich (offenbar auch um Aufmerksamkeit zu erzeugen) gezielt gegen den starken Konkurrenten. Zur Erinnerung: Bisher setzte erento in Sachen Einnahmen auf eine Mischung aus Einstellgebühr und Provision. Die Provisionskomponente fällt nun völlig weg. Im Vergleich zu früher wurden dafür die Einstellgebühren deutlich erhöht. Das Anbieten von fünf Artikeln im Monat kostet jetzt 24 Euro pro Monat. Früher waren es nur 69 Cent pro Artikel, dafür verlangte erento dann 4,9 % der erzielten Einnahmen. Wobei die Preise innerhalb der verschiedenen Kategorien (Wohnmobile, Gläser, Segelyacht) beim neuen Modell deutlich variieren.

Der Miet-Marktplatz Miet24.de, der 2004 an den Start ging, verkündet nun, dass man weiter auf das Provisionsmodell setzt. “Unser Modell ist für die Vermieter überschaubar und das schätzen sie sehr. 2010 haben wir den einmillionsten Mietartikel aufgenommen. Die Firmen sehen sofort, ob sich ihr Einsatz lohnt und ihre Artikel gebucht werden. Das verschafft uns einen klaren Wettbewerbsvorteil”, meint Robert Bukvic, Gründer und Geschäftsführer von Miet24. Und weiter: “Wir sind außerdem das einzige Portal, das einen Treuhandservice anbietet, bei dem die Kunden an uns und nicht an den Vermieter zahlen. Sämtliche Transaktionen werden über das Portal abgewickelt.” Genau die Abwicklung ist bei Provisionsmodellen oft das Problem – besonders wenn wie bei erento und Co., die Geschäfte hauptsächlich in der Offline-Welt stattfinden und somit der tatsächliche Abschluss nicht komplett nachvollziehbar ist.

Provisionsmodell vs. Kleinanzeigenansatz

Das Miet24-Team scheint darin dank seines Treuhandsystem und einer “eigens programmierten Software” kein Problem zu sehen. Der Pferdefuss an dieser Gegenpositionierung könnte aber sein, dass erento und Miet24.de bisher nicht zu gigantischen Überfliegern wurden, weil das Provisionsmodell für viele Anbieter in diesem gigantischen Segment nicht attraktiv genug war. Der aus Printwelt bekannte (gute alte) Kleinanzeigenansatz bietet vielleicht die Chance, das Konzept in andere Sphären zu katapultieren.

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