“United Internet ist ein perfekter Partner” – Oliver Samwer vom European Founders Fund im Interview

Warum arbeitet der European Founders Fund künftig mit United Internet zusammen?
Neben dem besten Team, Produkt und Geschäftsmodell ist am Anfang für jedes Internet-Startup der Traffic am Wichtigsten, um schnell zu wachsen. Wir werden junge Unternehmen durch die Kooperation mit United Internet in die Lage versetzen, ihr Produkt einem Massenmarkt zu präsentieren. Mit ihren Portalen “Web.de” und “GMX” erreicht United Internet derzeit bereits etwa jeden zweiten deutschen Internetnutzer und europaweit gut 100 Millionen User und ist dadurch ein perfekter Partner. Sobald ein Startup eine ausreichende Masse an Traffic vereint, muss diese erfolgreich vermarktet werden, um substanzielle Umsätze zu erzielen. Mit AdLink, affilinet und Sedo bieten wir Gründern einen direkten und unbürokratischen Zugang zum führenden europäischen Onlinevermarkter. Durch diese Kombination schaffen wir eine optimale Grundlage für den erfolgreichen Aufbau ihrer Unternehmen.

Ist die Kooperation mit United Internet nun für alle Beteiligungen des European Founders Fund Pflicht?
Ein Pflichtprogramm gibt es für Gründer nicht, da sie – egal ob vom European Founders Fund und/oder von United Internet finanziert – immer selbst entscheiden können, wen Sie zusätzlich an Bord nehmen möchten. Wir können lediglich auf Basis unserer Erfahrungen und Kontakte Empfehlungen geben, zu denen sicherlich in der Regel auch die Kooperation mit United Internet gehören wird, da wir davon überzeugt sind, dass es keinen besseren Partner gibt, um schnell eine kritische Masse aufzubauen. Unabhängig von United Internet ist für uns total wichtig, dass wir den Gründern ihre Freiheit lassen. Wir sehen uns als Gründer hinter den Gründern und wollen sie sinnvoll beraten, aber nicht durch Bürokratie, Reglementierungen oder Vorgaben einschränken.

Wie kam es zu der gemeinsamen Investitionsstrategie?
Wir haben bereits im Zusammenhang mit unserer Beteiligung Bigpoint erfolgreich zusammengearbeitet und festgestellt, wie gut sich der European Founders Fund und United Internet ergänzen, um jungen Internet-Unternehmen noch bessere Voraussetzungen für einen erfolgreichen Unternehmensaufbau zu bieten. Diese Erkenntnis und die gemeinsame Erfahrung haben beide Seiten darin bestärkt, zukünftig noch enger zusammenzuarbeiten.

Der European Founders Fund ist noch ein relativ junges Investment-Unternehmen. Trotzdem haben Sie bereits ein breites Portfolio an Beteiligungen. Wie kommt dies?
Anders als bei vielen anderen Investoren gibt es bei uns keine zeitraubenden Prüfungs- oder Entscheidungsprozesse. Vom ersten Kontakt bis zur gemeinsamen Gründung oder Beteiligung kann es extrem schnell gehen. In den meisten Fällen nehmen Gründer per E-Mail (businessplan@europeanfounders.com) mit uns Kontakt auf. Kurze, aussagekräftige Informationen zum Gründerteam und der Idee reichen uns. Wir melden uns dann meistens innerhalb weniger Tage mit Feedback zurück. Wenn wir Potential sehen, treffen wir uns und legen in den meisten Fällen bereits innerhalb von wenigen Tagen los. Unser oberstes Ziel ist, es, die besten Gründer mit den besten Ideen dabei zu unterstützen, so schnell wie möglich zu erfolgreichen Unternehmern zu werden.

Wie wichtig für Ihre tägliche Arbeit ist es, dass Sie selbst mal Gründer waren?
Viele Investoren können Gründern nicht sagen, wie man beispielsweise eine Website so aufbaut, dass sie über Google gut gefunden wird. Das ist bei uns anders, weil wir es selber schon häufig erfolgreich gemacht haben. Bevor wir mit dem European Founders Fund den in Deutschland führenden Frühphasen-Investor aufgebaut haben, waren wir selber als Gründer von alando/eBay und Jamba erfolgreich. Wir wissen daher genau, worauf es beim Aufbau eines erfolgreichen Internet- oder Technologieunternehmens ankommt und geben zusätzlich zu unserem Geld auch diese wertvolle Erfahrung als wirklichen Mehrwert an die Gründer weiter. Zudem verfügen wir über ein riesiges Netzwerk an relevanten Kontakten, von dem unsere Gründer profitieren.

Viele Gründer haben Angst, dass ihre Idee geklaut wird, sobald sie im großen Stil auf Kapitalsuche gehen. Was passiert mit den Vorschlägen, in die Sie nicht investieren?
Wir haben bisher noch keine Idee, die uns vorher noch nicht bekannt war, ohne diejenigen realisiert, die sie an uns herangetragen haben, und werden das definitiv auch in Zukunft nicht machen. Vertrauen ist für uns die wesentliche Voraussetzung für eine partnerschaftliche Zusammenarbeit. Dies gilt selbstverständlich in beide Richtungen. Nichts, was an uns geschickt wird, reichen wir an Dritte weiter.

Zur Person
ins Leben und unterstützten seitdem aktiv die deutsche Startup-Szene.

Anmerkung: Der European Founders Fund ist auch an “deutsche-startups.de” beteiligt.

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