Von Team
Mittwoch, 9. Juni 2021

Wechsel von B2C zu B2B: Neue Kunden bei gleicher Technologie

Wie ein junges Team aus Aachen mit seiner B2C-Suchmaschinen Technologie das Wissen aus über 200 Jahren Bergbaugeschichte konserviert und damit einen neuen Anwendungsfall für weitere B2B-Kunden auftut, zeigt die Zusammenarbeit zwischen der RAG Aktiengesellschaft und ambeRoad beim Data Hub Ruhr. 

Die Data Hub Challenge: Über 200 Jahre Bergbau-Wissen zukünftig digital verfügbar machen

Die RAG ist DAS Traditionsunternehmen, dass das Ruhrgebiet geprägt hat: Über 200 Jahre förderten Bergwerke in NRW und dem Saarland Steinkohle – bis 2018 die letzte Zeche geschlossen wurde. Die Arbeit der RAG in der Region geht jedoch weiter: Als sogenannte Ewigkeitsaufgabe übernimmt die RAG Verantwortung, die ehemaligen Bergbauregionen weiterhin sicher und lebenswert zu machen. Für diese Aufgabe ist es essentiell das über Generationen aufgebaute Wissen von Mitarbeitern auch für künftige Generationen nutz- und auffindbar zu machen. 

Die Aufgabe für die damalige Data Hub Challenge der Gründerallianz Ruhr lautete daher: Die unternehmensinterne Suchmaschine für Dokumente, Bergwerkspläne und Co. optimieren und das Wissen schnell, effizient und nutzerspezifisch zugänglich machen. So soll verhindert werden, dass wertvolles Know-how mit dem Austritt von Mitarbeitern verloren geht. Für diese Aufgabe hat sich die RAG für das Startup ambeRoad entschieden: das Aachener Team hatte bis dahin Webseiten anhand von Schlagwörtern mit Konkurrenzseiten verglichen, um diese dadurch zu optimieren. Diese Suchtechnologie verwenden sie nun auch im Bereich von Unternehmensdokumenten, um diese entsprechend der Suchbegriffe zu finden und zu klassifizieren. “Für uns war das Projekt ein gelungener Start zur Nutzung von KI-Methoden im Bereich Geoinformation und Suchtechnologie. Das Know-how und die Innovationsfreude von ambeRoad ero?ffnen dabei vo?llig neue Mo?glichkeiten zur intelligenten Nutzung unserer Datenbesta?nde“, so Peter Vosen, Abteilungsleiter Geodaten der RAG. 

Data Hub Use Case öffnet neue Türen im B2B-Bereich

Auch Julian Reinauer, einer der Gründer von ambeRoad, ist zufrieden mit dem neuen Anwendungsfall und der Zusammenarbeit: “Das Projekt lief auch nach dem Demo Day nahtlos weiter, um unsere Lösung nach dem Proof of Concept zu optimieren. In Phase zwei geht es nun um die Implementierung in den Konzern und darum, im Tagesgeschäft neue Funktionen mit den Nutzern zu entwickeln.” 

Dass die Technologie auch für andere Firmenkunden ein relevantes Thema ist, zeigt ein weiterer neuer Kunde aus dem Ruhrgebiet: Beim Reverse Pitch der Initiativkreis Ruhr GmbH & der IHK zu Dortmund beim RuhrSummit hat Siemens Energy einen ähnlichen Case ausgeschrieben, um Dokumente schnell verfügbar und auffindbar zu machen. Mit ihrer im Rahmen des Data Hubs erarbeiteten Lösung für die RAG konnte ambeRoad auch Siemens Energy überzeugen. Bis Sommer läuft der Proof of Concept, im Anschluss entscheidet sich, ob das Projekt in die nächste Phase geht. 

Der Data Hub als Sprungbrett für Startups

Gerade für junge Teams im B2B-Bereich sind erste Kunden und Show-Cases häufig schwer zu finden, aber entscheidend für Folgeprojekte. Für das Team von ambeRoad war die Teilnahme am Data Hub Programm daher ein voller Erfolg und mit einem neuen Anwendungsfall sowie gleich zwei neuen Großkunden verbunden: “Der Data Hub war für uns ein echtes Sprungbrett und hat uns einen komplett neuen und tatsächlich besseren Anwendungsfall für unsere Such-Technologie eröffnet, mit dem wir die Kunden überzeugen konnten. Die Teilnahme können wir daher allen Teams nur empfehlen!”

Neuer Open Call des Data Hub Ruhr

Bis zum 15.06. läuft der aktuelle Open Call des Data Hub Ruhr mit acht neuen Anwendungsfällen und Partnerunternehmen wie Vonovia, Evonik, BRZ und der RAG. Startups können sich mit innovativen, datengetriebenen Lösungen auf die Data-Challenges der Unternehmen bewerben. Für die ausgewählten Teams gibt es 20.000 € sowie ein dreimonatiges Pilotprojekt mit dem Unternehmen für den Proof of Concept.

Alle aktuellen Data-Challenges gibt es hier: https://www.gruenderallianz.ruhr/de/datachallenges 

Gespräch mit Felix Schröder, Lead Data Hub Ruhr

Felix Schröder, Lead Data Hub Ruhr

Was macht das Data Hub Programm aus?
Dass es sehr konkret ist und die Erwartungshaltungen vorher genau abgesteckt sind. Die Startups lösen gemeinsam mit den Unternehmen ein vorab definiertes Businessproblem und können die Partner so innerhalb von 3 Monaten von ihrer Lösung überzeugen. Erfreulicherweise klappt das auch sehr gut: die meisten unserer Data Hub Matches arbeiten auch weiterhin erfolgreich zusammen an Folgeprojekten.

Was müssen Teams mitbringen, um die Partner-Unternehmen zu überzeugen?
Technisches Know-how für den Anwendungsfall und idealerweise Referenzen. Letzteres muss nicht zwingend aus der Branche des Anwendungsfalles kommen, aber die Lösung muss übertragbar sein – wie bei dem Beispiel von ambeRoad. Ideal ist der Data Hub daher für Teams, die schon eine Lösung oder ein Produkt haben, aber noch auf der Suche nach Showcases oder neuen Kunden sind.

Was passiert nach dem Open Call?
Während der Projektphase sollen sich die Teams ganz auf die Lösung des Anwendungsfalles konzentrieren. Daher hören wir zwischendurch mal nach wie es läuft und beraten bei Bedarf. Für unsere Alumnis bieten wir aber verschiedene Matching-Möglichkeiten an: Mit den über 70 Partnerunternehmen des Initiativkreis Ruhr haben wir hier ein starkes Netzwerk, durch das schon einige Partnerschaften geschlossen werden konnten.

Kontakt
Felix@gruenderallianz.ruhr
+49160-93924998

Fotos: Data Hub Ruhr