Von Alexander Hüsing
Mittwoch, 26. Februar 2020

Ein Startup, das mit Simulationen Kosten einspart

Das Münchner Grownup SimScale, seit 2012 am Start und millionenschwer, fliegt extrem unter dem üblichen Szene-Radar. Dabei flossen kürzlich 27 Millionen Euro in das Unternehmen, das eine web-basierte Plattform für ingenieurtechnische Simulationen anbietet.

Zu den vielen Startups, die man unbedingt im Blick behalten sollte, gehört das junge Unternehmen SimScale. Das 2012 gegründete Unternehmen, ein Spin-off der Technischen Universität München (TUM), entwickelt und vertreibt eine web-basierte Plattform für ingenieurtechnische Simulationen. Insight Partners, Earlybird und weitere Bestandsinvestoren investierten kürzlich 27 Millionen Euro in das Münchner Startup. Das frische Kapital soll unter anderem in die Erweiterung der cloud-basierten CAE-Plattform fließen. Nach eigenen Angaben verfügt das Unternehmen bereits über 150.000 Nutzer.

Als Zielgruppe haben die SimScale-Macher Ingenieure im Blick. “Die Use Cases können so unterschiedlich sein, wie es die Herausforderungen der Kunden sind. Darunter fallen unter anderem die Analyse der numerischen Strömungsmechanik (CFD) oder auch die Finite-Elemente-Analyse (FEA). SimScale hat die Technologie für physikalische Simulationen von einer komplexen und kostenintensiven DesktopAnwendung zu einer benutzerfreundlichen Cloud-Anwendung weiterentwickelt”, teilt das Unternehmen mit. Im Grunde geht es bei diesem Konzept um die Senkung von Kosten – etwa eure Hardware- und Software-Wartungsgebühren. “Außerdem können Teams ihre Projekte und Arbeitsstände problemlos in Echtzeit untereinander austauschen und gemeinsam bearbeiten. Ingenieure, die ihre Designs gerne in kürzeren iterativen Schritten gestalten wollen, können ihre Entwürfe nun mit einem Standard-Webbrowser simulieren und weiterbearbeiten”.

Zum Hintergrund: Fünf Studenten der TU München gründeten bereits während des Studiums 2011 eine Firma, die Simulationsdienstleistungen für die digitale Produktentwicklung zur Verfügung stellte. Mit der Zeit kam im Team die Idee auf, das Unternehmenskonzept vom Dienstleister zu einer browserbasierten Simulationsumgebung zu entwickeln, die Ingenieure und Wissenschaftler selbst nutzen können sollten. Die weitergehende Idee war, dass die Umgebung nicht speziell auf einen Simulationstyp ausgerichtet sein sondern mehrere Typen unterstützen sollte. Eine Erweiterung ist somit relativ einfach möglich. Ende 2012 wurde der Schritt letztlich vollzogen, eine neue GmbH gegründet und das neue Produkt SimScale erblickte nach einer Betaphase im Juli 2013 das Licht der Welt – siehe “SimScale ermöglicht digitale Produktentwicklung und -simulation im Browser“.

“Als Investor sind wir fest davon überzeugt, dass SimScale das Potenzial hat, den industriellen Simulationsmarkt zu revolutionieren, indem sie Simulationen iterativer und für den Nutzer effizienter machen”, sagt Hendrik Brandis, Partner von Earlybird. “Wir sind stolz darauf, dass wir SimScale auf ihrem vielversprechenden Weg bereits von Beginn an begleiten durften. SimScale ist ein gutes Beispiel, wie Earlybird seine Deep-Tech-Expertise und sein Netzwerk um Wissenschaft und Forschung nutzt, um systematisch deutsche und europäische Hochtechnologie-Startups zu identifizieren und operativ sowie finanziell zu unterstützen.” Earlybird stieg bereits 2014 bei SimScale ein. Insgesamt müssten nun schon mehr als 43 Millionen in das Unternehmen geflossen sein.

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Foto (oben): Shutterstock