Von Team
Freitag, 17. Januar 2020

Deutschland und Großbritannien treiben den europäischen Technologiesektor voran

Deutschland und Großbritannien sind attraktive Standorte für internationale Talente, Nachwuchsforscher und Jungunternehmer. Dank unserer Universitäten mit Weltruf können wir gemeinsame Ideen und neueste Technologien entwickeln, die die Welt verändern werden.

Wie die neusten Veröffentlichungen zeigen, ist Europa bei technologischen Entwicklung auf dem besten Weg, die Lücke zu den USA und China zu schließen. So war das vergangenen Jahr ein Rekordjahr für europäische Risikokapitalinvestitionen im Technologiesektor – und Deutschland und Großbritannien stehen an der Spitze dieses rapiden Wachstums.

Eine Rekordsumme von 39,8 Milliarden US-Dollar an Risikokapitalinvestitionen wurde im vergangenen Jahr von europäischen Technologiefirmen gesammelt, über die Hälfte dieser Unternehmen haben ihren Sitz in Deutschland und Großbritannien. Unsere beiden Länder verzeichneten ebenfalls weltweit die höchsten Wachstumsraten. Die Risikokapitalinvestitionen stiegen im Vergleich zu 2018 um über 40 Prozent.

Wollen wir auch in der neuen Dekade eine florierende europäische Tech-Industrie auf Spitzenniveau, müssen die europäischen Tech-Cluster – insbesondere die führenden Tech-Städte Berlin, München und London – weiter daran arbeiten, Hürden für Kollaboration abzubauen und Synergien für die beteiligten Stakeholder schaffen.

Angesichts des nahenden Brexits und den Risiken einer weltweiten Rezession muss die europäische Tech-Community in Zukunft noch enger zusammenarbeiten, will es sein Potenzial bei Forschung, Entwicklung und Unternehmensgründungen voll ausschöpfen.

Zweifelsohne weisen europäische Tech-Hubs wie Berlin, Paris und London ihre eigenen Besonderheiten auf, allerdings eint sie die gemeinsame Mentalität der Offenheit, Kreativität und Innovation. Diese Werte bilden die Basis im europäischen Technologiecluster, um neue Ideen auszutauschen und gemeinsam erfolgreiche Technologien und Lösungen zu entwickeln. Es ist kein Zufall, dass die europäische Tech-Community weltweit führend beim Aufbau von Unternehmen mit sozialen Zwecken und Missionen ist.

Diese Botschaft nehme ich mit auf die DLD-Konferenz in München. Dort werden sich meine Kollegen von Invest in Bavaria und ich über die Möglichkeiten für eine engere Beziehung zwischen London und Bayern beraten. Darüber hinaus wollen wir bereits bestehende Kontakte in Deutschland weiter stärken und zu anderen europäischen Technologiezentren vertiefen und neue etablieren.

Ob Fintech, künstliche Intelligenz oder Quantentechnologie, in Europa findet sich eine Vielzahl von Institutionen und Unternehmen, die sowohl im Forschungsbereich als auch bei der Entwicklung innovativer Technologien führend sind.

Deutschland und Großbritannien sind attraktive Standorte für internationale Talente, Nachwuchsforscher und Jungunternehmer. Dank unserer Universitäten mit Weltruf können wir gemeinsame Ideen und neueste Technologien entwickeln, die die Welt verändern werden.

Ich freue mich sehr, dass Prof. Dr. Ian Walmsley, Rektor am Imperial College London ebenfalls an der DLD-Konferenz teilnimmt. Das Imperial College ist eine der erstklassigen Universitäten in London, die bereits Beziehungen zwischen deutschen und britischen Bildungseinrichtungen unterhält.

Im vergangenen Jahr unterzeichnete das Imperial College London eine strategische Partnerschaft mit der Technischen Universität München, um wichtige neue Forschungsbeziehungen in den Bereichen Informatik, Biowissenschaften sowie Maschinenbau und Luft- und Raumfahrt zu knüpfen.

Auch im privatwirtschaftlichen Sektor gibt es bereits Kooperationen zwischen Technologieunternehmen aus Deutschland und Organisationen in London. Siemens beispielsweise gab neulich Pläne für eine Zusammenarbeit mit Digital Catapult London bekannt, um eine spezielle Einrichtung zur Entwicklung der neuesten 5G- und Internet of Things-Technologien zu eröffnen. Digital Catapult ist Großbritanniens führendes Innovationszentrum für fortgeschrittene Digitaltechnik mit Sitz in der britischen Hauptstadt. Es treibt die frühe Einführung digitaler Technologien voran und macht britische Unternehmen wettbewerbsfähiger und produktiver, um das Wachstum der britischen Wirtschaft zu fördern.

Fundament für internationales Wachstum schaffen

Europäische Technologie-Startups müssen im Vergleich zu ihren Wettbewerbern aus den USA und Asien früh internationalisieren, um wachsen zu können. Daher besteht eine wesentliche Herausforderung darin, unsere Tech-Scale-ups auf ihrem Weg zu einem so genannten Global Player gemeinsam zu unterstützen. Wir gehen mit gutem Beispiel voran: London hat mit Berlin und mit Bayern letztes Jahr Partnervereinbarungen geschlossen, um Start-ups bei der Expansion in die jeweiligen Märkte zu unterstützen.

London & Partners hat im vergangenen Jahr eigene Büros in Berlin und München eröffnet. Dies gibt uns die Möglichkeit, enger mit Partnern wie Berlin Partner sowie Invest in Bavaria zusammenzuarbeiten. Gemeinsam helfen wir Unternehmen dabei, nach London und aus London heraus zu skalieren.

Ich bin davon überzeugt, dass der europäische Technologiesektor mit seinem ausgeprägten Geist der Zusammenarbeit, sein Potenzial ausschöpfen kann, um ein global vernetztes, wettbewerbsfähiges, wirtschaftliches Zentrum zu werden, das die klügsten Köpfe, besten Unternehmen und Investitionen aus der ganzen Welt anzieht. Unternehmer gehören schließlich zu den besten Problemlösern der Welt.

Themenschwerpunkt London
In kaum einer anderen europäischen Metropole ist die digitale Transformation so sichtbar wie in der britischen Hauptstadt. Die vergangenen Jahre waren geprägt durch die Gründung zahlreicher erfolgreicher Startups und Technologieunternehmen, steigenden Investitionsvolumina internationaler Investoren und dem Zuzug kreativer Köpfe aus der ganzen Welt. Trotz der politischen Veränderungen positioniert sich London auch künftig als eine nach außen gerichtete Stadt, die offen ist für internationale Geschäfte und Kooperationen – und mit einem pulsierenden Startup Ökosystem. In unserem Themenschwerpunkt London berichten wir gezielt über die unternehmerischen Aktivitäten und Erfolgsgeschichten aus der Stadt jenseits des Brexits. Diese Reihe wird unterstützt durch London & Partners, der offiziellen Wirtschaftsförderungs- und Vermarktungsagentur der Stadt London.

Zur Autorin
Laura Citron ist CEO von London & Partners, die offizielle Wirtschaftsförderungs- und Vermarktungsagentur des Bürgermeisters der Stadt London. Vor London & Partners war sie Managing Director der Government & Public Sector Practice bei WPP, dem weltweit größten Unternehmen für Marketing- und Kommunikationsdienstleistungen.

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Foto (oben): Shutterstock