Von Christa Goede
Mittwoch, 18. Februar 2015

Mit Tagpacker die Web-Content-Sammlung optimieren

Vielsurfer haben oft ein Problem: Wo kann man die spannenden Inhalte speichern, die man nicht sofort liest? Wie organisiert man die Links so, dass man sie wiederfindet? Und wie teilt man die gesammelten Inhalte am einfachsten? Eine Antwort auf diese Fragen könnte „mit Tagpacker“ lauten.

Die Einrichtung von Tagpacker ist denkbar einfach: Man benötigt eine E-Mail-Adresse, einen Benutzernamen und ein Passwort – schon kann es losgehen. Noch einfach geht’s via Registrierung mit einem Facebook- oder Google+-Profil. Der „Pack it-Button“ wird via Drag & Drop im Browser installiert – nun kann man während des Surfens interessante Inhalte speichern. Nach Klick auf den Button in der Taskleiste des Browsers öffnet sich ein Fenster, in dem man den gespeicherten Content mit selbst gewählten Tags verschlagworten kann.

Tags, Tagpacks, Tagpacker – eine eigene Sprachwelt

Tagpacker ist aber kein reiner Bookmarking-Dienst, die Plattform bietet über die Sammlung und Verschlagwortung von Links auch noch Social Media-Features an: User können ihr eigenes Profil anlegen und es mit Bild und weiteren Informationen persönlich gestalten. Oder man kann anderen Usern („Tagpackern“) folgen und deren Sammlungen durchsuchen. Große Linksammlungen lassen sich auf dieser einfach und klar gestalteten Plattform noch übersichtlicher organisieren: Die Tags können zu einem späteren Zeitpunkt via Drag & Drop in so genannte „Tagpacks“ – also in maßgeschneiderte Keywordwolken mit selbst gewähltem Titel – sortiert werden. Bereits bestehende Linksammlungen können in Tagpacker integriert werden: Dazu müssen die Links in einen html-File exportiert und anschließend in Tagpacker geladen werden.

Für Poweruser ist es wichtig, ab einer bestimmten Anzahl von Links über die Verschlagwortung ziemlich genau nachzudenken – aber das dürften die meisten Vielnutzer ja ohnehin schon verinnerlicht haben, schließlich wird es auch auf Plattformen wie Pinterest oder Facebook immer wichtiger, die eigenen Inhalte gut auffindbar zu gestalten.

Ein weiterer Vorteil gegenüber der klassischen Variante der Linksammlung im Browser: Die Linksammlung ist von jedem Gerät weltweit nutzbar, da die Links außerhalb des eigenen Rechners auf einer mit jedem Browser zugänglichen Webplattform gesammelt werden. Auch die immer wichtiger werdende Content-Curation wird mit Tagpacker zum Kinderspiel, denn die Inhalte lassen sich wie in Social Media mit einem Klick „retaggen“. Viele Tipps und Tricks rund um den Bookmarking-Dienst finden sich eigenen Youtube-Kanal.

Viele Ideen zur Monetarisierung der bisher eigenfinanzierten Plattform

Eventuell wird Tagpacker noch um kostenpflichtige Premium-Funktionen erweitert, doch bisher gibt es dazu noch keine konkreten Pläne. Die Monetarisierung des Bookmarking-Dienstes soll im ersten Schritt über Affiliate-Marketing und Werbung erfolgen – die Basisversion von Tagpacker soll aber dauerhaft kostenlos bleiben.

Tagpacker wurde bisher vollständig aus eigenen Mitteln finanziert: Die beiden Gründer Christian Neubert (35) und Alexander Steinhoff (32) lernten sich während ihres Informatikstudiums an der TU München kennen. Beide promovierten im Bereich der Informationsorganisation und teilten die Vision einer flexiblen, übersichtlichen Web-Plattform zur Organisation von Inhalten – denn mit den bisher vorhandenen Tools und Lösungen waren sie unzufrieden. Die Ausarbeitung der Produktspezifikation erledigten die beiden dann auf den langen Fahrradfahrten aus der Münchener Innenstadt an die TU nach Garching.

Tagpacker startete als öffentlich zugängliche Betaversion im Mai 2014, der offizielle Launch erfolgte dann im Oktober. Für das kommende Jahr ist die optimierte Unterstützung mobiler Anwendungen geplant und die Erstellung privater Linklisten – denn bisher können Links nur öffentlich gesammelt werden. Darüber hinaus soll es in Zukunft Inhaltsempfehlungen durch das System selbst geben. Hauptsprache in Tagpacker ist Englisch, deutsche How-tos und Anwendungsempfehlungen sind ebenfalls in Planung.

Foto oben: A file cabinet drawer full of files/Shutterstock
Screenshot: Website Tagpacker.com