Von Christa Goede
Dienstag, 25. November 2014

Liquid Payment verwaltet wiederkehrende Zahlungen

Konto erstellen, Pakete anlegen, (Mindest-)Vertragslaufzeit, Abbuchungsfrequenz, Kündigungsfrist und Einrichtungsgebühr konfigurieren, in die Website integrieren – fertig. So einfach soll mit Liquid Payment das Rechnungsmanagement und die Steuerung von wiederkehrenden Abbuchungen in Zukunft sein.

Zielgruppe von Liquid Payment sind Unternehmen aus den Bereichen Abo-Commerce und Share Economy sowie SaaS-Anbieter. Der SaaS-Service kann auf drei Wegen in eine Website integriert werden: über eine Hosted-Payment-Page auf einer Subdomain, die von Liquid Payment zur Verfügung gestellt wird sowie via Javascript-UI, bei der der Quellcode in die Website kopiert wird. Darüber hinaus gibt es eine API, mit der sich Funktionen individuell einbinden lassen – und auch der Import von bereits vorhandenen Kundendatensätzen soll möglich sein. Die Abbuchungen, Rechnungsstellungen und das Mahnwesen erfolgen automatisiert über Liquid Payment. Darüber hinaus sollen Kunden ihre Abbuchungen mit diesem Tool selbst verwalten können – die Verwaltungsaufwände für die Unternehmen werden also weiter minimiert.

Fokus auf Deutschland

Der Fokus des Unternehmens liegt im deutschen Markt. Denn hier gibt es strenge Regeln und Richtlinien in Sachen Datenschutz, bei den Pflichtangaben auf der Rechnung, den Unterscheidungen zwischen den B2B- und B2C-Märkten – insbesondere bei Geschäften innerhalb der EU oder den weltweiten Transaktionen.

Auch die neue Mehrwertsteuerregelung für elektronische Dienstleistungen, die ab 2015 gilt, fordert aktuell viele deutsche Unternehmen und Betreiber von E-Commerce-Plattformen heraus – gerade wenn es um Warenkörbe oder Dienstleistungen geht, die zum Beispiel aus klassischen Produkten UND elektronischen Dienstleistungen bestehen. Ein weiteres Problem: Die Big Player im Recurring-Payment-Geschäft kommen aus den USA – ob die nötigen Lösungen für den im Verhältnis kleinen Markt in Deutschland auch wirklich rechtlich korrekt umgesetzt und mit einem deutschen Support ausgestattet werden, bleibt abzuwarten.

Monetarisierung und Finanzierung

Die Monetarisierung dieses Projekts soll über Gebühren erfolgen: Die Grundgebühr in Höhe von 190 Euro netto wird ein mal pro Monat fällig, eine Installationsgebühr fällt nicht an. Darüber wird von Liquid Payment pro Transaktion eine Provision von 1,75 % fällig. Unternehmen mit umweltfreundlichen Geschäftszielen bekommen einen Rabatt – sie zahlen nur 100 Euro Grundgebühr monatlich.

Hinter Liquid Payment steckt Christian Knips: Der 38jährige ist Gründer der Agentur „flow – agile Webentwicklung“, die auf E-Commerce-Applikationen spezialisiert ist. Seit 2006 entwickelt er mit seinem Team hauptsächlich mit dem Framework Ruby on Rails. 2013 wurde die Liquid Payment GmbH ausgegründet und in Hamburg angesiedelt.

Im Moment befindet sich Liquid Payment noch in der geschlossenen Betaphase und wird von ersten Kunden intensiv getestet, der Go Live ist im ersten Quartal des kommenden Jahres geplant. Den Endkundenbereich gibt es auf Deutsch und Englisch, weitere Sprachen sollen noch integriert werden.

Die Entwicklung des Tools wurde über weite Strecken selbst finanziert – es gibt lediglich einen Investor mit einer stillen Beteiligung. Derzeit sucht Christian Knips aktiv nach Investoren für die Early Stage Phase – die Kontaktaufnahme ist ausdrücklich erwünscht!

Foto: Electronic Commerce/shutterstock.com
Screenshot: Liquid Payment