Marktjagd: 2012, Jahr der Veränderungen und Reichweitensteigerung

Wer regelmäßig gefühlte Tonnen an Werbeprospekten aus seinem Briefkasten holt, wird sich so manches Mal gewünscht haben, es gehe auch platzsparender und umweltfreundlicher. In Zeiten der Digitalisierung erscheint es daher nur logisch, diese Prospekte auch im Web anzubieten. Seit 2008 gibt es mit Marktjagd (www.marktjagd.de) einen Webdienst, der Prospekte standortbasiert und digital zur Verfügung stellt.

Immer mehr Menschen informieren sich über Produkte im Internet, bevor sie etwas kaufen. Aber wo kaufen sie dann – online oder offline? Nach einer Umfrage der PwC Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft von 2012, liegt E-Commerce im Bereich Unterhaltungselektronik und Computer klar vorn, in anderen Segmenten wie Lebensmitteln und Handwerksbedarf dominiert allerdings noch das Ladengeschäft als Ort des Kaufes. Marktjagd lässt Nutzer seit 2008 Prospekte und Angebote von Einzelhändlern wie beispielsweise Aldi, Lidl oder Saturn online lesen, damit sie sich informieren, Produkte recherchieren und vergleichen können: Über Desktop-Browser, Smartphones, Tablets und eine Smart TV-App stehen täglich etwa 800 aktuelle Prospekte von gut 1.200 Händlern sowie circa 170.000 Einzelprodukte zur Verfügung, im näheren oder weiteren Umkreis des Aufenthaltsortes. Zusätzlich zu den genannten Informationen finden sich auch die Öffnungszeiten der Geschäfte.

2012 war ein erfolgreiches Jahr für Marktjagd, es gab einige Neuerungen. Nach eigenen Aussagen konnte das Portal, das ein eigenes Werbenetzwerk unterhält, seine Reichweite um 92 % steigern, knapp 30 % der Nutzer kämen inzwischen über Smartphones und Tablets auf das Angebot. Zum August hin wurde die Website neu gestaltet, im Oktober Gutscheine dem eigenen Angebot hinzugefügt und im Dezember zog das Team dann in größere Büroräume um. Im Zuge dessen wird die Anzahl der Mitarbeiter in 2013 von 30 auf 50 erhöht werden, um den Dienst weiterzuentwickeln.

Der Einzelhandel war zunächst zögerlich… und zahlt inzwischen pro Klick

Jan Großmann und Thomas Harzer lernten sich Mitte 2007 in Dresden während des Studiums kennen und entwickelten gemeinsam die Idee zu Marktjagd. Mit Unterstützung der Gründerschmiede der Hochschule für Technik und Wirtschaft bezogen sie kurz darauf ihr erstes Büro, im Oktober folgte das EXIST-Gründerstipendium und die Firma wurde gegründet – im Februar 2008 ging Marktjagd online. Zunächst musste im neuen Markt allerdings Überzeugungsarbeit bei Einzelhändlern geleistet werden; es dauerte etwas, bis große Ketten wie Lidl oder real,- die Möglichkeiten des Multichannel-Ansatzes erkannten. Eine erste Finanzierung erhielt Marktjagd über das EXIST-Stipendium, seitdem beteiligen sich verschiedene Verzeichnis- und Zeitungsverlage wie der Wochenmarkt-Verlag an der Firma. Marktjagds Geschäftsmodell ist transaktionsbasiert, Händler zahlen pro Klick der Nutzer.

Mehrere Mitbewerber buhlen um die Aufmerksamkeit im Local-Advertising

Noch weitere Prospektportale möchten am Local-Advertising-Markt teilhaben: kaufDA (www.kaufda.de) startete, wie Marktjagd, im Jahr 2008 und bietet ebenso Prospekte, Angebote und Informationen zu teilnehmenden Firmen an, offeriert aber bereits mobile Apps; MeinProspekt (www.meinprospekt.de) ist seit 2010 online und bietet ebenfalls Vergleichbares mit Marktjagd; Einkaufaktuell (www.einkaufaktuell.de) der Deutschen Post bietet neben Prospekten und Angeboten auch Coupons, was Marktjagd seit Oktober 2012 ach tut. Die Wochenangebote von Google (www.google.de/weeklyads) beschränken sich bislang auf Angebote weniger Händler wie real,- oder Staples. Marktjagd möchte mit einer zusätzlichen, hohen Anzahl an Einzelprodukten und seinem Werbenetzwerk punkten und bietet als einziges Portal eine Smart TV-App an.

Marktjagd greift mit seinem Dienst seit Jahren den wachsenden Trend zur Onlinerecherche und -information bei Produkten auf, die hauptsächlich aber immer noch im Ladengeschäft gekauft werden. Wer preisbewusst und im Internet unterwegs ist, wird Gefallen an dem Konzept finden, spart es doch überdies auch noch eine Menge Papier.