“Ein sehr negatives Zeichen” – Neue Stimmen zum geplanten Anti-Angel-Gesetz

Die geplante Änderung der Holdingbesteuerung, das sogenannte Anti-Angel-Gesetz, erzürnt weiter die Gemüter in der deutschen Gründerszene. Nicht umsonst zeichnen immer mehr Gründer und Investoren das “Startup-Manifesto” bei den Kollegen von Gründerszene, um die geplante “Steuer gegen Unternehmertum” zu verhindern! Bei deutsche-startups.de meldeten sich bereits Szenekenner und Investoren wie Sven Schmidt, Ferry Heilemann und Maximilian Thyssen zu Wort, um das Gesetz zu verhindern. Michael Brehm, Geschäftsführer von Rebate Networks, und Andreas Etten, Gründer von Grey Corp, erheben nun ebenfalls ihre Stimme gegen das geplante Gesetz.

“Wirtschaftspolitisch nicht nachvollziehbar

„Das geplante Gesetz führt dazu, dass mindestens 30 % weniger an Frühphasen-Finanzierung und Risikokapital von Business Angels zur Verfügung stehen.

Das wird dem Gründungsstandort Deutschland nachhaltig schaden und ist wirtschaftspolitisch überhaupt nicht nachvollziehbar.“
Michael Brehm, Geschäftsführer von Rebate Networks

“Ein sehr negatives Zeichen”

„Gerade wächst eine breitere deutsche Start-up-Szene, die auch international relevanter wird. Diese Entwicklung wird ganz wesentlich durch Business Angel getrieben. Das ist klasse, aber um das weiterzuentwickeln, braucht es Steuersicherheit – auf einem attraktiven Steuerniveau. Es ist ein sehr negatives Zeichen, wenn gerade diejenigen (wieder) teuer besteuert werden, die diese Start-up-Szene treiben: Business-Angels halten ja in aller Regel weniger als 10 %, so dass sich ihr Nach-Steuer-Upside durch die geplante Änderung deutlich verschlechtert. Entsprechend werden sie wieder weniger in risikoreiche Start-ups investieren. Die Regierung sollte sich fragen, zu wie viel Mehreinnahmen diese Gesetzesänderung am Ende wirklich führt, denn die „großen Fische“ finden Wege zur Vermeidung der neuen Steuerlast.“
Andreas Etten, Gründer von Grey Corp

“Ich zahle gerne mehr”

studiVZ-Gründer Ehssan Dariani findet die geplante Änderung der Holdingbesteuerung dagegen weiter gut und “zahlt gerne mehr”. Sein offener Brief zum Anti-Angel-Gesetz ist weiter die einzige Gegenstimme in der deutschen Gründerszene. eDarling-Macher Christian Vollmann hegt allerdings den Verdacht, dass Dariani die Gesetzesänderung nur nutzen will, um sich “als Gutmensch zu profilieren”.

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