Fünfzehn Fragen an Marcel Daake von OrdiFy

Was bedeutet es Ihnen, Ihr eigener Chef zu sein? 
Es ist eine große Aufgabe, sich selber zu motivieren und Verantwortung zu tragen, aber vor allem sind „9 bis 17 Uhr-Jobs“ in Großraumbüros derzeit einfach nichts für mich.

Bei welcher Gelegenheit kam Ihnen die Idee zu Ihrem Start-up? 
Wir saßen bei einem gemeinsamen Abendessen in unserem Lieblingsrestaurant und haben eine gefühlte Ewigkeit auf die Bedienung gewartet. Natürlich haben wir dabei wie immer mit unseren Smartphones herumgespielt und schon war die Idee für ordiFy geboren: Mit einem Fingerklick ohne lästiges Warten die Bestellung rausschicken.

Woher stammte das Kapital für Ihr Unternehmen? 
Hauptsächlich von uns selbst. Wir haben unser Erspartes zusammengetragen und direkt eine GmbH gegründet. Teilweise hat auch die Familie geholfen.

Was waren bei der Gründung Ihres Start-ups die größten Stolpersteine? 
Wir sind ein internationales Team und haben Gesellschafter im europäischen Ausland. Es war gar nicht so einfach, alle damit verbundenen Hürden auf rechtlicher Seite zu nehmen: Vollmachten, Apostillen usw… Dadurch hat sich die Gründung unnötig in die Länge gezogen.

Was würden Sie rückblickend in der Gründungsphase anders machen? 
Gerade in der Anfangsphase erscheint es manchmal einfacher, externe Sach- oder Dienstleistungen einzukaufen statt alles selber zu machen. Wir haben das zu Beginn auch gemacht und mussten dabei leider feststellen, dass die Ergebnisse dann nicht immer so sind wie man es sich wünscht. Also auch wenn es aufwändiger ist: Lieber alles selber machen, dafür dann aber richtig!

Jedes Start-up muss bekannt werden. Welche Marketingspielart ist für Sie besonders wichtig? 
Social Media ist ja mittlerweile ein geflügeltes Wort, schon fast ein Allheilmittel, geworden. Auch für uns ist eine starke Präsenz auf Facebook natürlich enorm wichtig. Man muss die Menschen ja irgendwie erreichen und das ohne hohe Marketingbudgets. Als besonders effektiv hat sich aber auch eine gute PR-Arbeit herausgestellt. Wenn man den Medien eine gute Geschichte präsentieren kann, ist das viel wert.

Welche Person hat Sie bei der Gründung besonders unterstützt?
Wir sind ein gutes Team. Jeder unterstützt da jeden und wir lösen Aufgaben zusammen. Daher gibt es da eigentlich niemanden, den ich besonders hervorheben möchte.

Welchen Tipp geben Sie anderen Gründern mit auf den Weg? 
Eigentlich sind es tausend kleine Tipps, aber wenn es nur einer sein soll: Mehr machen, weniger denken. Der Slogan einer großen Jeansmarke heißt ja nicht umsonst „be stupid“. Wenn die richtigen Menschen zusammen kommen, kann eigentlich nichts schief gehen. Nur muss man die erstmal finden.

Sie treffen den Bundeswirtschaftsminister – was würden Sie sich für den Gründungsstandort Deutschland von ihm wünschen? 
Ich würde mir wünschen, dass er es schafft eine gewisse Trial-and-Error-Kultur zu schaffen. Deutschland ist natürlich ein industriegeprägtes Land, die Unternehmen bauen eher auf Sicherheit als auf Risiko. Das ist ja auch nicht unbedingt schlecht, aber gerade in der Seed-Phase fehlt es einfach massiv an Finanzierung.

Was würden Sie beruflich machen, wenn Sie kein Start-up gegründet hätten? 
Wahrscheinlich wäre ich etwas vernünftiger und würde weiter studieren, also den Master in General Management machen.

Bei welchem deutschen Start-up würden Sie gerne mal Mäuschen spielen? 
Beim Berliner Start-up „Amen“. Muss cool sein mit Ashton Kutcher als Investor durch Berliner Clubs zu ziehen, belagert von Paparazzi der BILD. Da muss man sich zumindest um die PR keine Sorgen mehr machen.

Sie dürften eine Zeitreise unternehmen: In welche Epoche reisen Sie? 
Ich bin verrückt nach neuen technischen Innovationen und Spielereien, die uns das Leben einfacher machen. Ich würde also in die Zukunft reisen, sagen wir ins Jahr 2130 und hoffen, dass die Welt überhaupt noch existiert.

Sie haben eine Million Euro zur persönlichen Verfügung: Was machen Sie mit dem ganzen Geld? 
Zunächst einmal würde ich mein liebstes Basketballteam (BG Göttingen) vor dem Abstieg aus der Bundesliga retten, dann würde ich sicher einiges anlegen…und natürlich in ordiFy investieren.

Wie verbringen Sie einen schönen Sonntag? 
Im Winter: im Bett oder mit einer guten DVD auf dem Sofa. Im Sommer: faul auf der Wiese oder aktiv auf dem Basketballcourt.

Mit wem würden Sie sich gerne einmal auf einen Kaffee oder ein Bier verabreden? 
Mit dem Chef (Chefs?) von Vapiano… OrdyFy wäre doch eine perfekte Erweiterung für deren Konzept.

Zur Person
Marcel Daake (22) stammt aus Kassel und studierte bis vor Kurzem General Management an der PFH Göttingen mit den Schwerpunkten Marketing und Entrepreneurship. Jetzt kümmert er sich ganz um sein Start-up OrdiFy (www.ordify.net): Mit der App können Smartphone-Besitzer im Restaurant mit ihrem Handy bestellen. Privat schaut und spielt Daake gerne Basketball.