Von Elke Fleing
Freitag, 27. Januar 2012

Bei Emmas Enkel kann man Lebensmittel auf modernste Weise in nostalgischem Ambiente kaufen

Schon der Name Emmas Enkel (www.emmas-enkel.de) ist klasse. Lässt er doch sofort das Kopfkino in uns starten: Gemütlicher Tante Emma Laden, aber eben mit modernsten Annehmlichkeiten der jungen Generation von heute. Und genau das ist das Konzept der Gründer Sebastian Diehl und Benjamin Brüser. In Düsseldorf haben der Betriebswirtschaftler und der Architekt im Oktober 2011 ein Lebensmittelgeschäft der etwas anderen Art eröffnet. Die Idee zu Emmas Enkel hat eine laaange Vorgeschichte: Die beiden Gründer, die sich schon aus Kindertagen kennen, stellten – noch zu Schulzeiten – bedauernd fest, dass immer mehr ‘schöne, gemütliche Läden’ von der Bildfläche verschwinden und dass man dagegen doch etwas machen müsse.

Viele Jahre vergingen, beide machten ihren Schulabschluss, beendeten ihre jeweiligen Studien, verbrachten dabei auch Zeit im Ausland und sammelten erste geschäftliche Erfahrungen. Dann gruben sie ihre Idee aus der Schulzeit wieder aus, bastelten das Business-Konzept für Emmas Enkel, schmissen ihre Jobs – und gründeten.

Wie die Fotostrecke zum Artikel Zeitloses Konzept in Lebensmittel Praxis und das Video ab Minute 1:58 zeigen, ist’s hier gemütlich wie ‘damals’ wirklich bei Tante Emma: 2.000 Artikel hübsch in Holzkästen verpackt, die Servicekräfte mit ‘standesgemäßen’ Schürzen, manuelle ‘antike’ Waage, ebenso historische Registrierkasse und natürlich Omas Spitzendeckchen. Der anheimelnde Laden ist so sehr Hingucker, dass viele Passanten sich an den Scheiben die Nasen plattdrücken. Und eben auch oft ihren Augen und Nasen hinterher in das Geschäft hineingehen.

Oma Diehl liefert Spitzendeckchen

Apropos Spitzendeckchen: Die sind tatsächlich von Oma Diehl. Sie ist so begeistert von Emmas Enkel, dass sie jede Gelegenheit nutzt, im Laden vorbeizuschauen und dort zu helfen, wo sie kann. So bringt sie jedes Mal selbstgemachte Waffeln mit, die die Kunden dann in der Guten Stube naschen können. Dafür nimmt sie regelmäßig eine Stunde Anfahrt in Kauf.

Soweit also ‘Tante Emmas’ Inspiration. Und nun zum Part ihrer ‘Enkel’, der schon in der Schaufensterfront beginnt: In einem virtuellen Verkaufsregal lassen sich via Smartphone über 400 Produkte ordern, indem man die abgebildeten QR-Codes einscannt – mehr zu diesem Thema im Artikel QR-Codes verbinden Print-Produkte und Online-Medien.

Im Geschäft selbst kann man entweder auf herkömmlichem Weg einkaufen oder in der ‘Guten Stube’ von Emmas Enkel seinen Einkauf via iPad ordern, während sich die Kids sich in der Spielecke amüsieren. Kaffee und Kuchen verkürzen die Wartezeit, bis der Einkauf vom Servicepersonal mitnahme-bereit verpackt ist.

Wer seine Einkäufe nicht selbst nach Hause schleppen mag, kann sie sich – bei einem Einkaufswert ab 30 Euro – übrigens auch bis vor die Haustür liefern lassen. Und wer gar nicht aus dem Haus gehen mag, der deckt seinen Bedarf einfach im Online-Shop von Emmas Enkel. Dann verpasst man allerdings auch die tolle Atmosphäre und das Ambiente im Laden.

Lange Öffnungszeiten

Und in noch zwei weiteren Punkten gehen Emmas Enkel mit der Zeit. Da sind zum einen die Öffnungszeiten, die wirklich kundenfreundlich sind, nämlich montags bis freitags von 8 bis 22 Uhr und samstags von 9 bis 18 Uhr.

Und da ist das Sortiment selbst, das sich laut LebensmittelPraxis.de wie folgt zusammensetzt: “Rund 30 Prozent der angebotenen Waren sind Bio- und/oder regionale Produkte, 10 Prozent Spezialitäten wie roter Apfelsaft aus Frankreich (nur saisonal). Es gibt vorgegebene Einkaufskörbe, z. B. für Frühstück, Abendbrot, Hausputz, Männer- oder Frauenabend. Bei der Auswahl der Waren legen Diehl und Brüser Wert auf Besonderheiten von anderen „Querköpfen“. Beispiele sind neben Fritz Kola, Shokomonk und MyMuesli auch ausgefallene Snacks der Marke Geniuss.”

Und was kommt als nächstes bei Emmas Enkel? Schon bald werden auf der Website in Zusammenarbeit mit einem Koch außergewöhnliche Rezepte aufgenommen. Und für diese Rezepte gibt es dann gleich fertige Warenkörbe zum Ordern der Zutaten. “Da ist so viel in Planung”, sagt Mitgründer Diehl. “Wir sind völlig überrascht von der riesigen positiven Resonanz in den Medien und seitens unserer Kunden. Nach der Rezept-Implementierung werden wir erst mal Apps für Smartphones entwickeln.”

“Und dann werden wir uns wohl verschärft Gedanken machen müssen zu expandieren. Wir werden schon jetzt dauernd darauf angesprochen, wann es denn Läden in anderen Städten geben wird. Dabei haben wir hier ja erst vor gut drei Monaten eröffnet und sind noch tüchtig mit dem Feinschliff unseres Sortiments beschäftigt”, sagt Diehl. Ich hoffe, man sagt mir Bescheid, wenn Emmas Enkel nach Hamburg kommen. Da würde ich nämlich sehr gern einkaufen.